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Auf geht's in die letzten Spiele der Hinrunde: Armin Veh sieht Potential und warnt.
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Auf geht's in die letzten Spiele der Hinrunde: Armin Veh sieht Potential und warnt.

Eintracht- Leverkusen

Auf in den Endspurt

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt ist in dieser Spielzeit nicht gerade die Ausgeburt an Konstanz und Beständigkeit. Wie man trotzdem eine nicht ganz reibungslose Hinrunde retten kann.

Natürlich sind Bundesligaspiele gegen Bayer Leverkusen für eine Mannschaft wie Eintracht Frankfurt immer so eine zwiespältige Angelegenheit. Zum sind die Hessen sicherlich nicht chancenlos, weil die Rheinländer einen risikobehafteten Spielstil bevorzugen und ihr Heil in der bedingungslosen Offensive suchen. Das kommt den Frankfurtern entgegen. Meistens zumindest. Auch das ist ein Grund, weshalb die Eintracht nach dem Wiederaufstieg drei von sechs Duellen für sich entscheiden konnte und nur zwei Niederlagen kassierte.

Andererseits ist es so, dass Bayer 04 einen Gegner vom Kaliber Eintracht Frankfurt an einem guten Tag auch einfach mal herspielen und aus dem Stadion schießen kann. Man weiß also nicht so genau, woran man ist. Und ob es nun ein Vorteil ist, dass die Werkself zuletzt zweimal hintereinander verloren (am letzten Spieltag zu Hause gegen Köln) und von den letzten fünf Bundesligapartien nur eine gewonnen hat, sei mal dahingestellt. Kann ein Vorteil sein, wenn Bayer verunsichert sein sollte, muss aber nicht. Kann genauso gut ein Nachteil sein - wenn Bayer nun erst recht voll fokussiert und enger zusammengerückt ist.

Deshalb ist Eintracht Frankfurt gut beraten, sich von diesen ohnehin hypothetischen Spielereien nicht beeinflussen zu lassen, sich auf die eigenen Fähigkeiten zu konzentrieren und daran zu arbeiten, diese möglichst effizient und gewinnbringend einzusetzen. Hört sich leichter an als es ist. Denn Eintracht Frankfurt ist in dieser Spielzeit nun auch noch nicht die Ausgeburt an Konstanz und Beständigkeit.

Aber eigentlich könnten die Hessen mit einer etwas breiteren Brust antreten als in den zurückliegenden Partien. Die Vorzeichen haben sich etwas geändert. Die Frankfurter sind, zumindest in der Bundesliga, drei Spiele lang ungeschlagen geblieben, davon zweimal auswärts. Sie haben in Hannover gewonnen und den Über-Bayern einen Punkt abgetrotzt, und sie haben zuletzt in Hoffenheim vor der Länderspielpause eine gute Leistung gezeigt, selbst wenn es nur zu einem Zähler reichte. Vor den beiden torlosen Unentschieden gegen die Bayern und in Sinsheim setzte es freilich diese peinliche 0:1-Schlappe im Pokal in Aue. Jene Blamage, die in Frankfurt, so scheint es zumindest, die Sinne geschärft hat. Seitdem hat sich einiges verändert.

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Das fängt bei der Wahrnehmung an, der externen wie internen. Keiner glaubt mehr, dass die Mannschaft ihre Spiele einfach mal so im Vorbeigehen gewinnen kann; ein jeder hat gemerkt, dass dieses Highlight gegen den 1. FC Köln eher die schöne Ausnahme war, die die Regel bestätigt. Die Regel ist: Eintracht Frankfurt kann keinen Millimeter zurückweichen, kann nicht locker lassen im Bestreben, in jeder Partie an die 100 Prozent zu kommen. 100 Prozent Leidenschaft, Einstellung, Bereitschaft.

Ansonsten wird es dem Team nicht möglich sein, auf diesem Niveau halbwegs regelmäßig Spiele zu gewinnen. Dazu ist die Liga zu ausgeglichen und dazu ist die individuelle Klasse der Frankfurter Mannschaft nicht groß genug.

Boden gutmachen

Nein, das schwarzrote Ensemble muss sich jeden Punkt erkämpfen, muss in jeder Begegnung an die Leistungsgrenze gehen. Die Eintracht muss aus einer soliden Grundordnung heraus agieren, damit sie einen Boden hat, auf dem sie ihr Spiel entfalten kann. Sie muss die Reihenfolge einhalten: Aus einem straffen taktischen Konzept heraus die nötige Aggressivität und Kompaktheit gewinnen, um dann die spielerische Komponente gedeihen zu lassen. Vielleicht waren die Parameter vorher etwas durcheinander geraten.

Für die Hessen geht es im Heimspiel gegen Leverkusen auch darum, sich für den Schlussspurt in diesem Jahr zu positionieren. Da sollen alle Kräfte gebündelt werden, die Mannschaft muss die verbleibenden Wochen bis zur Winterpause voll fokussiert sein, um im Klassement weiter Boden gutzumachen und die Hinrunde noch zu retten. Bisher ist die Spielzeit sehr unruhig, es ist eine, in der Anspruch und Wirklichkeit weit auseinanderklaffen. Es ist eine Saison, die anders geplant war, die schönen, mitreißenden Fußball hätte bringen sollen, die nun aber eher schleppend und schwerfällig daherkommt. Die Eintracht konnte den Erwartungen nicht entsprechen – weder den externen noch den internen.

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Trainer Armin Veh hat das längst erkannt und eingeräumt, er hat gesehen, dass sein Masterplan, seine Spielphilosophie mit dieser Mannschaft – zumindest im Moment – nicht umzusetzen ist. Er hat seine Schlüsse daraus gezogen und ihr ein System verordnet, in dem sie erst einmal mehr Sicherheit bekommen soll. Und doch traut der Fußballlehrer seiner Mannschaft noch nicht so recht über den Weg, seiner Meinung nach ist sie noch immer zu anfällig, zu instabil, zu labil, um seriös andere Ziele anzugehen als das Bestreben, erst einmal drei Mannschaft hinter sich zu lassen. „Wären wir stabil, wären wir besser als viele andere.“ Doch so gilt der wöchentliche Kampf um jeden Punkt. Und der Blick in den Tabellenkeller. Denn leichtfertig dürfe man nicht sein, alle Antennen müssen ausgefahren sein.

Der letzte Siegeswille fehlt oft

Dabei scheint sich die Mannschaft, zumindest von außen betrachtet, ein wenig gefangen zu haben. In Hoffenheim war die spielerische Leistung schon wieder ordentlich, das war ein Schritt nach vorne. Und mit jedem guten Spiel sollte eigentlich auch das Selbstvertrauen und der Glauben in die eigenen Fähigkeiten zurückkehren und stärker werden. Und nur durch das Bewusstsein, gut zu sein in dem, was man tut, kann man auch besser sein als die Kontrahenten, zumindest solche Kontrahenten, die von den fußballerischen Fähigkeiten mit einem in etwa auf Augenhöhe liegen. Was der Eintracht fehlt, ist die Entschlossenheit, die letzte Konsequenz, dieser unbedingte und fast schon rücksichtslose Siegeswillen. Der lässt sich schwer antrainieren.

Und doch kann diese Hinrunde, die alles andere als reibungslos verlief, gerettet und eine ordentliche Ausgangslage fürs neue Jahr geschaffen werden. Die Eintracht spielt noch gegen Leverkusen, Darmstadt und Bremen zu Hause, zwischendrin in Mainz und Dortmund. Da sollte noch einiges drin sein, und dann kann man sich so positionieren, dass man in der Rückrunde zumindest noch einige Optionen hat.

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