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Seine Zukunft liegt in Mitteljütland: Vaclav Kadlec verlässt Eintracht Frankfurt.
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Seine Zukunft liegt in Mitteljütland: Vaclav Kadlec verlässt Eintracht Frankfurt.

Vaclav Kadlec

Ende eines Missverständnisses

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Erwartungsgemäß wechselt der bei der Eintracht gescheiterte Stürmer zum 1. Januar 2016 Vaclav Kadlec zum FC Midtylland nach Dänemark.

Am Donnerstagmorgen hat Vaclav Kadlec noch ein verschärftes Schusstraining zum Abschluss mit der zweiten Garnitur absolviert. Es wurde, wie immer zwei Tage vor einem Bundesligaspiel, im Geheimen geübt, erst ganz zum Ende durfte die Öffentlichkeit einen Blick auf die Profis von Eintracht Frankfurt werfen. Da waren die Stammkräfte längst auf dem Weg unter die Dusche.

Vaclavc Kadlec durfte bislang noch nie früher gehen. Das hat sich jetzt geändert. Vaclav Kadlec darf viel früher gehen, eineinhalb Jahre früher.

Kurz nach dem Training bestätigte auch Eintracht Frankfurt, dass sich der 23 Jahre alte Stürmer ab dem 1. Januar nächsten Jahres dem dänischen Meister FC Midtylland anschließen wird, aktuell Zweiter in der zweitklassigen dänischen Superligaen abschließen wird. Über Vertragsmodalitäten wurde offiziell nichts bekannt, die Ablösesumme soll sich auf etwa zwei Millionen Euro belaufen. Kadlec unterschrieb einen Vierjahresvertrag und könnte womöglich im nächsten Jahr in der Champions League spielen.

Kadlec "freut sich"

Der Klub aus Herning in Mitteljütland hatte schon zwei vergebliche Anläufe gestartet, den tschechischen Nationalspieler zum Kommen zu bewegen. Noch in diesem Sommer waren sie bereit, 2,5 Millionen Euro zu zahlen, doch Kadlec winkte noch ab, er wollte sich bei der Eintracht durchsetzen.

Das ist ihm nicht gelungen. In dieser Hinrunde kam der 23-Jährige zu zwei Einsätzen, einmal zwei Minuten gegen den 1. FC Köln, dann 56 Minuten gegen Hertha BSC Berlin, das einzige Spiel, in den er beim Anpfiff auf dem Rasen stand. Insgesamt kam Kadlec, der 2013 für 3,2 Millionen Euro von Sparta Prag kam, lediglich auf 27 Bundesligaspielen, in denen er sechs Tore schoss. Kadlec schrieb auf Facebook von „einer neuen Herausforderung in meiner Karriere. Ich freue mich.“ Es sei der richtige Schritt. Den Medizin-Check hat er bereits hinter sich gebracht.

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Die Verpflichtung von Kadlec, man muss es so sagen, war im Nachhinein ein großes Missverständnis, ja ein Flop. Ursprünglich sollte der Deal mit dem aufstrebenden Angreifer aus Prag der Königstransfer sein, Trainer Armin Veh wollte den Auswahlspieler unbedingt. Es war sein absoluter Wunschspieler. Sportdirektor Bruno Hübner war viele, viele Male nach Prag gefahren, um den Spieler loszueisen. Ähnlich wie bei Lukas Hradecky, spielte Kadlec noch Relegationsspiele (für Sparta), ehe er nach Frankfurt kam. Er unterzeichnete einen Vier-Jahresvertrag bei den Hessen bis 2017, ohne jegliche Ausstiegsklauseln, und im Geheimen hatten die Eintracht-Verantwortlichen gehofft, Kadlec, sollte er gut einschlagen, mit Gewinn weiter zu verkaufen.

Durchgefallen bei Veh und Schaaf

Anfangs lief es auch ganz ordentlich beim Tschechen, doch er verpasste es, sich richtig zu integrieren und auch die Sprache zu lernen. Mit schwächer werdender Leistung kapselte er sich ab, isolierte sich von der Mannschaft, wurde zum Einzelkämpfer. Auch unter Trainer Thomas Schaaf kam er nur auf vier Einsätze, im Winter ließ er sich zu seinem alten Klub Sparta Prag ausleihen, dort erzielte er in 13 Spielen neun Tore. Doch was ihm in Frankfurt vor allem zu Verhängnis wurde, war sein mangelndes Durchsetzungsvermögen. Er kämpfte nicht, lehnte sich nicht auf, ließ den Kopf hängen. Seine Körpersprache war nicht gut. Auch im Training fiel er kaum auf. „Irgendwann ist dann Schluss“, senkte Trainer Veh den Daumen. In den letzten vier Spielen gehörte Vaclav Kadlec nicht einmal mehr zum Kader. Und es spricht nichts dafür, dass er noch einmal zurückkehren könnte. Den Wechsel soll eine Verletzung ja nicht in Gefahr bringen.

Mit der Ablösesumme und dem eingesparten Gehalt wird Eintracht Frankfurt in der Winterpause versuchen, die Vakanz auf dem linken Flügel zu füllen. Man werde was tun, hatte Veh zuletzt schon angekündigt. Chinedu Obasi hatte unlängst zehn Tage probehalber mittrainiert, auch der im Sommer durch den Medizin-Check gerasselte Sidney Sam ist nicht abgeschrieben. Veh hält ihn nach wie vor für einen interessanten Spieler.

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Für die Partie am morgigen Samstag gegen Bayer Leverkusen, das unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen über die Bühne gehen wird, ist plötzlich der Einsatz von Stefan Reinartz fraglich geworden. Der 26 Jahre alt defensive Mittelfeldspieler hat am Donnerstag das Training wegen Schmerzen an der Patellasehne abgebrochen und sich in ärztliche Behandlung begeben. Ausgerechnet gegen seinen alten Klub, für den er 16 Jahre lang die Fußballschuhe schnürte, droht Reinartz auszufallen. Ohnehin hätte er die Partie wohl von der Ersatzbank aus beginnen müssen, denn Slobodan Medojevic, sein direkter Konkurrent für die Position des Sechsers, befindet sich derzeit in bestechender Form.

Russ fällt lange aus

Aber auch als back-up für die Innenverteidigung wäre Reinartz wertvoll gewesen. Aktuell verfügt die Eintracht über zwei bundesligaerfahrene Innenverteidiger, David Abraham und Carlos Zambrano, der erst gestern im Laufe des Tages von der Länderspielreise der peruanischen Mannschaft zurückgekehrt war. Marco Russ, der Dritte im Bunde, laboriert noch immer an einer Muskelverletzung, die ganz offensichtlich deutlich schwerwiegender ist als zunächst angenommen. Wahrscheinlich hat sich der Stopper einen Muskelbündelriss an den Adduktoren zugezogen. Damit wäre für ihn die Hinrunde gelaufen. „In der Innenverteidigung ist es schon eng“, räumte Veh ein. „Da darf nicht mehr viel passierem. Das gilt vor allem für Zambrano: Der Peruaner ist bereits mit vier Gelben Karten belastet. Eine weitere, und er müsste im prestigeträchtigen Duell gegen den FSV Mainz 05 zusehen.

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