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Die Münchner Allianz Arena leuchtet bei Nacht in Regenbogenfarben.
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Die UEFA gab bekannt, dass die Allianz Arena beim EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn nicht in Regenbogenfarben leuchten wird.

EM 2021

Wende bei der UEFA: Nach München-Verbot hüllt sich Verband selbst in Regenbogenfarben

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  • Isabel Wetzel
    Isabel Wetzel
  • Stefan Krieger
    Stefan Krieger
  • Tobias Utz
    Tobias Utz

Die Uefa hat den Antrag, die Münchner EM-Arena in Regenbogenfarben leuchten zu lassen, abgelehnt. Nun hüllt sich der Verband plötzlich selbst in Regenbogenfarben.

+++ 13.30 Uhr: Der europäische Fußballverband UEFA hat sich nach seiner Entscheidung, dass die Allianz Arena in München nicht in Regenbogenfarben beleuchtet werden darf, nun einer Kampagne auf Social Media angeschlossen. Die Initiative sieht vor, das Profilbild in Regenbogenfarben zu tauchen. „Heute ist die UEFA stolz, die Farben des Regenbogens zu zeigen“, teilte die UEFA auf Twitter mit.

Bei den Regenbogenfarben handle es sich um „ein Symbol, dass unsere Kern-Werte verkörpert und alles unterstützt, woran wir glauben – eine gerechtere und egalitärere Gesellschaft, tolerant gegenüber jedem und jeder, egal welcher Herkunft, welches Glaubens oder welches Geschlechts“, hieß es in einem Statement des Verbandes.

+++ 11.45 Uhr: Nach der Diskussion um die Regenbogen-Beleuchtung der Münchner Arena wollen mehrere ungarische Vereine während der EM-Partie zwischen Ungarn und Deutschland heute ihre Stadien in den Nationalfarben beleuchten. Gabor Kubatov, Präsident von Ungarns größtem Klub Ferencvaros, rief die Vereine zu dieser Aktion über Facebook auf. „Lasst uns alle Stadien rot-weiß-grün färben! Heimat vor allem!“, schrieb Kubatov, der auch Vizepräsident der regierenden Fidesz-Partei von Ministerpräsident Viktor Orban ist.

Die Initiative geht laut Kubatov auf eine Ultra-Gruppe von Ferencvaros zurück, die sich über die „provokativen Nachrichten“ im Rahmen der Regenbogen-Beleuchtung in München beschwerte. Der Aktion schlossen sich bisher unter anderem MTK Budapest und DVSC aus Debrecen an, deren Management ebenfalls mit Fidesz-Politikern in Verbindung steht.

Viktor Orban sagt offenbar München-Reise ab - und ermahnt Deutschland

+++ 10.05 Uhr: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat an die deutsche Politik appelliert, das UEFA-Verbot für eine Beleuchtung des Münchner EM-Stadions in Regenbogenfarben zu akzeptieren. „Ob das Münchner Fußballstadion oder ein anderes europäisches Stadion in Regenbogenfarben leuchtet, ist keine staatliche Entscheidung“, sagte Orban am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Auch in Budapest gehören Orban zufolge „die Regenbogenfarben selbstverständlich zum Straßenbild“.

Hintergrund der Debatte ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität in Ungarn einschränkt und in der vergangenen Woche vom ungarischen Parlament gebilligt wurde. Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Orban.

Orban erklärte dazu gegenüber der dpa: „Im kommunistischen Ungarn wurden homosexuelle Menschen verfolgt. Heute garantiert der Staat nicht nur die Rechte von Homosexuellen, sondern er schützt sie aktiv. Die Freiheit des Einzelnen ist das höchste Gut.“ Die Aufklärung heranwachsender Kinder jedoch gehöre ins Elternhaus: „Wir schützen diese Aufgabe der Eltern“, sagte Orban.

Regenbogen-Beleuchtung bei EM 2021: Viktor Orban sagt offenbar Reise nach München ab

Update vom Mittwoch, 23.06.2021, 08.30 Uhr: Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban soll seine Reise zum EM-Spiel zwischen Deutschland und Ungarn heute Abend abgesagt haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa, offizielle Informationen lagen zunächst nicht vor. Derzeit gibt es heftige Debatten über das Verbot der Uefa, die Münchner EM-Arena in Regenbogenfarben zu beleuchten.

Update vom Dienstag, 22.06.2021, 15.20 Uhr: Nach der Regenbogen-Entscheidung der UEFA schwappt dem Fußball-Dachverband eine erneute Welle des Protests entgegen. Der Vorstoß von Eintracht Frankfurt anstelle der Allianz Arena andere Stadien in Deutschland als Zeichen des Protests in Regenbogenfarben leuchten zu lassen, hat noch einmal zusätzliche Bewegung in die Diskussion gebracht. Die Fans von Eintracht Frankfurt sind begeistert von der Aktion und äußern überwiegend ihren Zuspruch. „Super Sache“, „Gute Idee“, „Starkes Zeichen“, ist der Tenor der meisten Reaktionen auf Axel Hellmanns Tweet.

Und auch einige Bundesliga- und Zweitliga-Kollegen reagieren, wie von Hellmann gefordert, auf den Protest. Nach Frankfurt und Köln wollen nun auch Wolfsburg, Augsburg, Berlin und Darmstadt ihre Stadien während des EM-Spiels Deutschland gegen Ungarn am Mittwoch (23.06.2021) in den Farben der Regenbogenfahne erstrahlen lassen. „Wenn das alle Stadien in Europa machen, dann wird es irgendwie in Ungarn ankommen - und wenns nur die Regierung sieht“, schreibt ein Nutzer dazu.

Welle des Protests: München will andere Objekte mit Regenbogenfarben anstrahlen

Auch Dieter Reiter, Oberbürgermeister von München, hat sich bei einer Pressekonferenz am Dienstag zum Verbot der UEFA geäußert, die Allianz Arena beim EM-Spiel gegen Ungarn als Zeichen für „Weltoffenheit, Toleranz, Respekt und Solidarität mit den vielen Menschen der LGBTIQ-Community“ in Regenbogenfarben leuchten zu lassen. Dabei gehe es nicht um Politik, betonte er. Reiter kritisierte das Verbot und auch den DFB, die Haltung des europäischen Verbandes zu verteidigen. Stattdessen solle nun das Windrad in Nähe des Stadions sowie der Olympiaturm bunt strahlen und das Rathaus beflaggt werden, um ein „deutliches Signal nach Ungarn und in die Welt zu senden“.

Nach internationaler Kritik: Ungarn verteidigt umstrittenes Gesetz zur sexuellen Orientierung

Unterdessen verteidigt die ungarische Regierung ihr neues Gesetz zur Einschränkung der Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität gegen anhaltende Kritik aus dem Ausland. Das Gesetz lege lediglich fest, dass Eltern bis zum 18. Lebensjahr ihrer Kinder die exklusiven Rechte zur Erziehung hinsichtlich der sexuellen Orientierung hätten, sagte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto am Dienstag (22.06.2021) bei einem EU-Ministertreffen in Luxemburg.

Zudem richte sich das Gesetz gegen Pädophile, sagte Szijjarto. Er frage sich, ob irgendeiner der Kritiker den Text überhaupt gelesen habe. Szijjarto sagte, dass die UEFA „die richtige Entscheidung getroffen“ habe. „Man hat entschieden, sich nicht für eine politische Provokation gegenüber Ungarn einspannen zu lassen“.

UEFA-Verbot der Regenbogen-Arena: Eintracht Frankfurt appelliert an die ganze Bundesliga

Erstmeldung vom Dienstag, 22.06.2021: Frankfurt/München ‒ Vor dem entscheidenden Vorrundenspiel der Deutschen Nationalmannschaft bei der EM 2021 gegen Ungarn, dreht sich die Diskussion um etwas ganz anderes als um Fußball. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte einen Brief an die Union der Europäischen Fußballverbände (UEFA) gesandt mit der Bitte, das Stadion bei dem EM-Spiel am Mittwoch (23.06.2021) in Regenbogenfarben leuchten zu lassen - als Zeichen deutscher Werte, als Zeichen der Freiheit und als Protest gegen ein ungarisches Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt und das erst am vergangenen Dienstag (15.06.2021) vom ungarischen Parlament gebilligt wurde.

Der Antrag bekam in Deutschland großen Zuspruch. Fußballer, wie Leon Goretzka, und Politiker, wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), unterstützten das Zeichen, das München setzen wollte - doch die UEFA lehnte die Initiative am Dienstag (22.06.2021) ab. Zuerst hatte die Bild-Zeitung darüber berichtet. Die Allianz-Arena wird bei der Partie Deutschland gegen Ungarn also nicht in den Farben der Regenbogenfahne leuchten. Die UEFA sei „aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieser speziellen Anfrage - eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt - muss die UEFA diese Anfrage ablehnen“, teilte der Dachverband mit.

EM 2021: Reaktionen auf UEFA Entscheidung - Sport und Politik trennen?

Die ungarische Politik hatte bereits auf die Diskussion um das kommende Fußballspiel reagiert: „Es ist äußerst schädlich und gefährlich, Sport und Politik zu vermischen“, sagte Außenminister Peter Szijjártó der Nachrichtenagentur MTI. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) unterstützt die Initiative aus München grundsätzlich, verteidigt aber auch die Entscheidung der UEFA gegen eine Regenbogen-Arena. Jens Grittner, Pressesprecher des DFB, sagte: „Die UEFA gibt ein einheitliches Stadiondesign vor. Und es gibt gute Gründe, dieses einheitliche Stadiondesign auch zu leben. Vielleicht muss man die Beleuchtung nicht unbedingt am Spieltag Mittwoch festmachen.“

Die UEFA machte im Anschluss an die Entscheidung deutlich, dass sie die Werte, die man vermitteln wolle, grundsätzlich unterstütze, schlug aber ebenfalls vor, das Zeichen an einem anderen Tag zu setzen. Beispielsweise am 28. Juni - dem Christopher Street Liberation Day - oder zwischen dem 3. und dem 9. Juli - der Christopher Street Day Woche.

Eintracht Frankfurt setzt ein Zeichen bei der EM 2021: Regenbogen-Beleuchtung am Deutsche Bank Park

In der Bundesliga regt sich nun allerdings Protest gegen die Entscheidung der UEFA. Axel Hellmann, Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt, rief bereits am Montagabend (21.06.2021) auf Twitter dazu auf, dass während der Partie Deutschland gegen Ungarn am Mittwoch die anderen Stadien in Deutschland in Regenbogenfarben erleuchtet werden.

„Auf jetzt, Kollegen in der Liga! Der Deutsche Bank Park schaltet zum Spiel gegen Ungarn den Regenbogen an. Das Waldstadion bleibt bunt“, twitterte Hellmann. Und die Reaktionen im Netz sind überwiegend positiv. Ein Nutzer kommentiert beispielsweise: „Großartig, wie dieser Verein immer wieder seine Werte klar darlegt. Forza SGE.“ Einige zeigen aber auch Verständnis für die Entscheidung der UEFA. Ein Nutzer kritisiert: „Politik hat im Sport und im Fußball nichts zu suchen. Das war eine fiese Masche in der DDR und sollte nicht wiederholt werden.“

Auch das Kölner Bundesliga-Stadion soll während der EM-Partie am Mittwoch in Regenbogenfarben illuminiert werden. Das bestätigte ein Sprecher der Kölner Sportstätten dem WDR. (iwe/sk/tu)

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