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Pizarros Ausrutscher

Eisunfall an der Weser

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Claudio Pizarro rutscht übel aus und wird Werder Bremen wohl in Frankfurt fehlen.

In Dubai wäre das Malheur gewiss nicht passiert. Dass der wohl wichtigste Spieler von Werder Bremen buchstäblich aufs Glatteis geführt wird, ausrutscht und sich verletzt. Kaum war der eine Woche lang im sommerlich warmen Wüstenstaat präparierte hanseatische Kader wieder zurück in der norddeutschen Winterlandschaft, passierte das, was nicht passieren sollte. Claudio Pizarro, der schon zum Ende der Hinrunde schmerzlich vermisste Torgarant, jagte beim Training auf dem aufgetauten Übungsplatz einen Ball über den Fangzaun, stieg diesem nach, doch auf dem vereisten Pflaster rutschte der 31-Jährige mit seinen Stollenschuhen aus und fiel böse aufs Knie. Diagnose: schwere Kapselzerrung. Mitwirken am Samstag bei Eintracht Frankfurt? Äußerst unwahrscheinlich. "Es sieht nicht gut aus", sagt Pizarro, der über eine "sinnlose Verletzung" schimpfte. Der Torjäger trägt beim Pokalsieger das Attribut "unersetzlich." Als die Grün-Weißen vor der Winterpause mit den Niederlagen gegen Schalke und in Hamburg den lange guten Eindruck aus der Vorrunde konterkarierten, hatte das eben auch viel mit der Absenz des peruanischen Schlitzohres zu tun. Weder der formschwache Schwede Markus Rosenberg noch der zu unstete Portugiese Hugo Almeida und erst recht nicht der Bolivianer Marcelon Moreno gelten als adäquater Ersatz.

"Eine kleine Chance gibt es noch", sagt Trainer Thomas Schaaf, der sich mit dem Vorfall in seinem Groll auf die kurze Winterpause bestärkt sieht. "Ich glaube prinzipiell, dass wir dadurch unser Produkt kaputtmachen. Ich glaube nicht, dass die Zuschauer Lust haben, sich bei Minusgraden ins Stadion zu setzen." Dem kann man zustimmen, ändert aber nichts daran, dass sich seine Elf Samstag im verschneiten Frankfurter Stadtwald stellen muss. Möglich, dass dann sogar schon der Tunesier Aymen Abdennour im Aufgebot ist - der 20-Jährige hat als Linksverteidiger zumindest in mehreren Probetrainings an der Weser überzeugt.

Nerviger Poker um Özil

Die nun beginndende Rückrunde gilt für den noch in allen Wettbewerben vertretenen SV Werder als wegweisend - auch was die personelle Besetzung angeht. Aaron Hunt, dessen Vertrag ausläuft, hat bisher immer noch nicht verhandelt, Mesut Özil, besser dessen Berater Reza Fazeli, hält den Klub hin. Es verdichten sich im Umfeld des talentierten Deutsch-Türken die Anzeichen, dass der 21-Jährige nach der WM den Abflug aus Bremen vorbereitet. Klaus Allofs will auf jeden Fall bis März eine Entscheidung. "Ich bin der Meinung, dass die Karte Bremen für Mesut noch längst nicht ausgespielt ist. Ich sehe da eine ganze Menge Entwicklungspotenzial", erklärt der Vorsitzende der Geschäftsführung.

Allofs steht übrigens seit Jahresbeginn ein neuer Geschäftsführer zur Seite. Klaus Filbry, ein Marketingspezialist, der für die Firma Adidas die internationale Vermarktung mit Klubs wie dem FC Chelsea oder AC Milan vorantrieb und vom Werder-Aufsichtsrat über eine Personalberatung ausgesucht wurde. "Wir haben die meisten Sympathisanten in Deutschland, wir werden in Umfragen sympathischer als Bayern München eingestuft. Das heißt, es gibt ein enormes Potenzial in der Emotion", sagt der 42-Jährige, der nach kurzer Einarbeitungszeit erkannt hat, wie wichtig diese Rückrunde wird: "Ohne internationale Zusatzeinnahmen können wir uns den Kader in der derzeitigen Zusammenstellung nicht leisten. Ein Jahr ohne Europapokal ist zu überbrücken, daran zerbricht der Verein nicht, aber zwei oder drei Jahre ohne Europapokal sind so nicht machbar."

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