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Eintrachts neues Sicherheitssystem

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Von: Daniel Schmitt, Ingo Durstewitz

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Ordentlicher Einstand: Eintracht-Zugang Luca Pellegrini.
Ordentlicher Einstand: Eintracht-Zugang Luca Pellegrini. © IMAGO/Schüler

Frankfurts Luca Pellegrini und Kristijan Jakic in Vier-Mann-Abwehr mit ordentlichen Debüts – PSG-Spieler unterschreibt.

Der Applaus hallte erstaunlich laut durchs Stadion im Stadtwald. Luca Pellegrini, der Neue, schaute darob für einen Moment etwas verdutzt nach oben bei seiner Auswechslung. Ganz so dolle wie die frohlockenden Rufe ihm entgegen donnerten, war seine Leistung ja nun nicht. Das wusste er selbst. Der Linksverteidiger, von Juventus Turin auf Leihbasis verpflichtet und seit einer Woche in Diensten von Fußballbundesligist Eintracht Frankfurt, legte im Heimspiel gegen den 1. FC Köln (1:1) zwar ein ordentliches Debüt hin, wahrlich aber kein herausragendes. Das Publikum jedoch hieß den Italiener sofort willkommen, sehr herzlich sogar, der Profi bedankte sich artig und klatschte zurück in Richtung Fankurve.

In den 80 Minuten, die Pellegrini in der erstmals in dieser Runde praktizierten Viererabwehrkette spielen durfte, ehe er von Christopher Lenz ersetzt wurde, „hat er das ganz gut gemacht“, wie der Frankfurter Sportvorstand Markus Krösche befand. Pellegrini habe eben eine gewisse Erfahrung, „und er wird sicher noch offensiver“.

Der Neuzugang war sofort eingebunden ins Eintracht-Spiel, zeigte sich 81-mal am Ball, setzte zwei einigermaßen aussichtslose Fernschüsse ab und hielt vor allem hinten seine linke Seite dicht - die Hauptaufgabe, die ihm Oliver Glasner mitgegeben hatte. „Er spielt mit großem Selbstvertrauen“, stellte der Eintracht-Trainer noch fest, obwohl Pellegrini nicht gerade den Mega-Rhythmus habe.

Mit seiner Umstellung von drei auf deren vier Abwehrmännern war Glasner unabhängig von Pellegrini darauf aus, nach zuvor neun Gegentoren in vier Pflichtspielen mehr Stabilität ins eigene Verteidigen zu bekommen, nicht so viel zuzulassen an Chancen für den Gegner. Dieser Plan ging auf gegen den Effzeh, der nur fünf Abschlüsse aufs Tor brachte, wenngleich die Frankfurter Offensivpower darunter litt. Glasner aber richtete seinen Fokus lieber aufs Positive: „Wir haben im Defensivverhalten eine sehr gute Leistung gezeigt.“ In der Innenverteidigung seien Evan Ndicka und Tuta präsent in den Zweikämpfen gewesen. Gleiches gelte auf den Außen für Pellegrini und Kristijan Jakic. „Die Abwehr hat ja zuletzt einen auf den Deckel bekommen, diesmal hat sie es gut gemacht und wenig zugelassen. Ich bin sehr zufrieden mit ihnen.“

Ebimbe-Leihe ist fix

Des Trainers Zufriedenheit rührte auch daher, dass neben Pellegrini noch ein weiterer Abwehrdebütant auf dem Feld stand: Für Kristijan Jakic, eigentlich ein zentraler Mittelfeldspieler, war es das erste Spiel als Rechtsverteidiger im Profitum. Er hatte in der vergangenen Trainingswoche einige Male auf der ungewohnten Position üben dürfen und wurde nun vom Coach reingeworfen. Er erledigte seinen Job solide, nahm die Zweikämpfe an, gewann die entscheidenden, konnte darüber hinaus jedoch keine Impulse fürs Offensivspiel geben. Jakic habe die Rolle „gut angenommen“, sagte Eintracht-Manager Krösche, „er ist eben ein defensiver Außenverteidiger.“ Sollte heißen: Man kann jetzt eben nicht gleich alles, Abwehr und Angriff, vom Kroaten haben.

Die Frage aber ist: Kann der 25-Jährige eine Dauerlösung für das von Trainer Glasner nun offenbar favorisierte Sicherheitssystem mit vier Männern in letzter Reihe sein? Vorerst jedenfalls dürfte Jakic seinen Platz im Team sicher haben, die internen Konkurrenz ist eine schwächere. Timothy Chandler gilt kaum mehr als Startelfkandidat und der für die Schlussphase eingewechselte Ansgar Knauff widerspricht aktuell dem, was Glasner hinten haben will. Der Shootingstar der vergangenen Rückrunde lässt die Gegner zu leicht durch, denkt zu offensiv, diesmal agierte er vor dem 1:1 zu unbedarft. Jakic also wird ziemlich sicher auch am kommenden Sonntag in Bremen wieder der Nummer-eins-Kandidat für den Rechtsverteidiger-Posten sein. Es sei denn die Frankfurter verpflichten noch einen Defensivspieler, ist zumindest nicht ganz ausgeschlossen, wäre vielleicht sogar klug.

Vorerst aber machten die Hessen erst einmal eine halbe Stunde vor dem Anpfiff das offiziell, was längst nicht mehr überraschte. Eric Junior Dina Ebimbe, 21, schließt sich vorerst für ein Jahr auf Leihbasis der Eintracht an. Die Frankfurter besitzen zudem eine Kaufoption für das Talent von Paris Saint-Germain, diese liegt zwischen sechs und sieben Millionen Euro. Die Vielseitigkeit des Spielers mache die Eintracht „noch unberechenbarer“, so Krösche. „Eric Junior hat im vergangenen Jahr an der Seite von Weltstars viel lernen können und wir hoffen, dass er sein sehr großes Potenzial bald bei uns entfalten wird.“ Erstmal wird er sich im zentralen Mittelfeld jedoch hinter den gesetzten Sebastian Rode und Djibril Sow einreihen müssen. Der rechtsverteidigende Mittelfeldmann Kristijan Jakic immerhin ist aus Sicht des neusten Neuen derzeit nur ein halber Konkurrent.

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