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Eintracht: Zukunft von Kamada, Kostic und Ndicka ungewiss - Verkauf im Sommer möglich

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Von: Ingo Durstewitz

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Filip Kostic (l.) und Daichi Kamada von Eintracht Frankfurt.
Filip Kostic (l.) und Daichi Kamada von Eintracht Frankfurt. © osnapix/Imago

Eintracht-Sportchef Markus Krösche glaubt fest an Europa, verhandelt mit Leistungsträgern und schickt zwei Ersatzleute weg.

Frankfurt - Markus Krösche bleibt beharrlich. Und unbeirrbar. Von seinen Ambitionen rückt der Sportvorstand der Frankfurter Eintracht nicht ab, nicht einen Jota. Obwohl der hessische Bundesligist sieben Spieltage vor Rundenschluss einen stattlichen Rückstand von sieben Punkten auf Rang fünf aufweist, soll am Ende ein internationaler Startplatz herausspringen. Koste es, was es wolle. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen in Europa spielen“, sagt Krösche mit Nachdruck. „Jeder hat gemerkt, wie geil das ist und wie geil dieser Wettbewerb ist.“ Also: Wiederholung erwünscht. Noch in diesem Jahr.

Dass es schwer wird, ist dem 41-Jährigen bewusst, er ist ja kein Tagträumer, der denkt, die Eintracht würde die Bundesliga jetzt im Sturm nehmen und die verdutzten Rivalen rechts überholen. Aber Krösche stuft den Rückstand als noch „okay“ ein, es sei wichtig, den Kontakt nicht abreißen zu lassen, schließlich habe die Eintracht die Chance, „gegen direkte Konkurrenten“ wie Freiburg, Hoffenheim oder auch Union Berlin Boden gutzumachen. „Wir wollen verlässlich punkten.“

Eintracht Frankfurt: „Wenn man Ziele hat, muss man sie definieren und einfordern“

Sich nicht in der Defensive zu verschanzen, sondern Ansprüche offensiv zu formulieren, sieht er als unabdingbar an. „Man muss ambitioniert sein. Wenn man Ziele hat, muss man sie definieren und einfordern“, betont er. „Wenn man die Ziele dann nicht erreicht, kriegt man halt auf die Fresse. Aber wir werden sie so lange verfolgen, bis es nicht mehr geht.“ Die Vorgabe ist nach wie vor, einen Europa-League-Platz zu ergattern. Sollte es am Ende nur für die Conference League langen, nun ja, auch gut. „Nehmen wir, würden wir nicht ablehnen“, sagt der Sportchef.

Kurioserweise könnten sich ausgerechnet die aktuellen europäischen Festspiele negativ auf die internationalen Ambitionen im Ligaalltag auswirken, denn klar ist, dass die beiden Viertelfinalspiele in der Europa League gegen den überlebensgroßen FC Barcelona alles andere in den Schatten stellt, erst recht das Bundesligaheimspiel in neun Tagen gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Greuther Fürth.

Eintracht Frankfurt: Duell gegen die Katalanen ist etwas Besonderes

Dass das Duell gegen die Katalanen etwas Besonderes ist, ist spürbar in der Stadt und im Klub. „Der sportliche Wert dieses Spiels ist für Eintracht Frankfurt nahezu einzigartig“, sagt Vorstandssprecher Axel Hellmann. „Seit fast 62 Jahren sind wir auf keinen renommierteren Gegner getroffen.“ Damals, 1960, unterlag die Eintracht den Königlichen von Real Madrid im Finale des Europapokals der Landesmeister (heutige Champions League) mit 3:7. Die Eintracht könnte für das Hinspiel gegen Barcelona am 7. April gut und gerne 200 000 Tickets verkaufen, zugelassen sind „nur“ 48 500 Fans.

Eintracht bindet Alidou bis 2026

Eintracht Frankfurt hat den Transfer von Offensivspieler Faride Alidou vom Hamburger SV bestätigt. Der 20-Jährige erhält bei den Hessen einen Vertrag bis 2026. „Wir gewinnen einen Spielertypen, der seine Stärken auf beiden Außenbahnen und auch hinter der Spitze hat. Mit seiner Schnelligkeit und Dribbelstärke wird er uns noch variabler und unberechenbarer machen“, sagt Eintracht- Sportvorstand Markus Krösche. (FR)

Eintracht Frankfurt: Wie bei den Büffeln?

Ob die Mannschaft bei so viel Ablenkung vielleicht das Schlusslicht aus Franken unterschätzen wird, weil die Priorität eine andere ist? Krösche glaubt nicht daran: „Natürlich liegt der Fokus extrem auf Barcelona, das Spiel kannst du auch nicht 100 Prozent von der Mannschaft weghalten. Aber ich sehe keine Gefahr darin. Die Jungs wissen, worauf es ankommt.“ Sich in der Liga auf Lauerstellung legen nämlich. Ein Sieg gegen Fürth ist da fest eingeplant.

Dazu wird das Team aber wieder besser Fußball spielen müssen. Die jüngsten Auftritte gegen Sevilla und in Leipzig fand der Manager defensiv manierlich. „Da machen wir es gut, sind sehr stabil.“ Doch das Aber folgt auf den Fuß: „In der Offensive müssen wir uns verbessern, in der gesamten Spielanlage besser werden.“ Gerade die vielen einfachen Ballverluste, die zuletzt in Leipzig in extremer Form zu sehen waren, sind ihm ein Dorn im Auge. Krösche vermutet, dass das Team zu schnell zu viel will, dabei übermotiviert und hektisch wird. Die Sprintwerte und die Anzahl der intensiven Läufe seien top, „aber wir müssen uns auch mal Ruhe nehmen.“

Und natürlich steht und fällt das Spiel mit der Form der Leistungsträger. Auf sie wird es ankommen, will die Eintracht noch die kleine Chance auf Europa nutzen – und so wiederum ihren Stützpfeilern eine gute Perspektive bieten. Denn ob wichtige Spieler wie Filip Kostic, Daichi Kamada oder Evan Ndicka (alle Vertrag bis 2023) auch in Zukunft das Eintracht-Trikot tragen werden, steht nach wie vor in den Sternen.

Eintracht Frankfurt: Was wird aus Kostic, Kamada und Ndicka?

„Die Frage ist, was wollen die Spieler“, sagt Krösche. „Kommt es zu einer Vertragsverlängerung oder nicht? Wenn nicht, ist es so, dass wir verkaufen müssen.“ Nur dann lässt sich nämlich noch eine ansprechende Summe erzielen, es soll unter allen Umständen vermieden werden, dass Akteure dieses Kalibers den Verein in einem Jahr ablösefrei verlassen. „Es kann sein, dass uns im Sommer der eine oder andere verlässt“, unkt der Sportboss. Zur Erinnerung: Schon vor drei Jahren sind der Eintracht mal alle drei Büffel abgeholt worden – allerdings vor Corona und gegen entsprechend viel Geld. Natürlich seien finanzielle Aspekte ausschlaggebend, und da ist Krösche eher konservativ unterwegs. „Ich bin keiner, der drübergeht und überzieht. Ich will eine gewisse Gehaltsstruktur und Einheitlichkeit im Kader haben. Ich machte keine wilden Sachen. Da kann es sein, dass man sich nicht einigt.“ Definitiv müssen die Ersatzspieler Stefan Ilsanker und Danny da Costa die Eintracht am Saisonende verlassen. „Wir haben die Gespräche geführt“, bestätigt Krösche.

Wie die Mannschaft in der neuen Saison aussehen wird, vermag er noch nicht zu sagen, in der Offensive wird der Klub freilich nachlegen. „Da wollen wir noch mehr Flexibilität und Unberechenbarkeit schaffen. Denn das erhöht die Wahrscheinlichkeit, Spiele zu gewinnen.“ Als Schritt in die richtige Richtung sieht er die Verpflichtung von Randal Kolo Muani vom FC Nantes, einen Stürmer, „den halb Europa gejagt hat“ (Krösche), der aber mit einem klaren Karriereplan überzeugt werden konnte. „Wir haben ihm aufgezeigt, wie wir ihn zu einem Topspieler in Europa machen wollen.“ Sind ja nicht die schlechtesten Aussichten.

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