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Eintracht-Vorstand Hellmann sauer auf Politik

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Von: Ingo Durstewitz

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Allein, allein: Ginge es nach der Eintracht würden bald wieder mehr Zuschauende ins Stadion dürfen.
Allein, allein: Ginge es nach der Eintracht würden bald wieder mehr Zuschauende ins Stadion dürfen. © dpa

Hessische Profivereine machen der Politik Druck und fordern, mehr Fans in die Stadien und Hallen zu lassen

Die hessischen Profiklubs haben sich zusammengeschlossen und vehement gegen die Corona-Politik von Bund und Ländern protestiert. Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann, Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch und Björn Seipp, der Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar, haben einen Brief in deutlicher Diktion an den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) verfasst, indem sie eine 25-prozentige Stadion- und Hallenauslastung verlangen. Der hessische Spitzensport, mehr als 20 Vereine, besteht auf einen hessischen Sonderweg. Beim Bund-Länder-Gipfel am Montag wurde keine bundeseinheitliche Publikums-Regelung für den Profisport gefunden.

Zuletzt durfte Eintracht Frankfurt im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld nur 1000 Zuschauende ins Stadion einlassen, in den Hallen liegt die Obergrenze bei 250. Untragbare Zustände, finden die Klubs. Sie sehen sich in ihrer Existenz gefährdet, von der emotionalen Entfremdung mal ganz abgesehen.

Die Eintracht etwa verliert pro Geisterspiel rund 2,5 Millionen Euro. Bei einer Auslastung von 25 Prozent des Waldstadions, also rund 12 500 Fans, würde der Verlust abgemildert, profitabel wäre es für den Bundesligisten noch immer nicht. Erst ab 25 000 Besucher:innen würde der Verein Erlöse erzielen.

„Wir fordern eine 25-prozentige Auslastung der Stadien und Hallen, die Bouffier übrigens selbst bei der letzten Ministerpräsidentenkonferenz vorgeschlagen hat“, sagte Hellmann im „Kicker“. Und weiter: „Markus Söder schlug nun den bayrischen Weg ein, wir fordern einen hessischen Weg der Vernunft.“ Der FC Bayern München darf zukünftig wieder vor 10 000 Zusehenden spielen, die Eintracht hofft auf rund 12 500. „Wir fordern von Hessen ein Ausscheren aus dem bundeseinheitlichen Nichtstun“, sagt Hellmann mit Nachdruck.

Der 50-Jährige hat kein Verständnis dafür, dass „für den professionellen Sport, insbesondere für den Fußball, härtere Maßstäbe gelten als für andere gesellschaftlichen Bereiche – und vor allem die Bundesliga dafür herhalten muss, eine Handlungsfähigkeit der Politik vorzugeben, die in zentralen Bereichen nicht konsequent gehandelt hat und sich bis heute nicht zu einer Entscheidung in der Impflicht-Frage durchringen konnte.“

Hellmann, der in den Maßnahmen lediglich „symbolpolitischen Charakter“ sieht, droht der Politik auch indirekt: „Noch befinden wir uns in einer Phase des Dialogs mit der hessischen Landesregierung. Es wäre gut, wenn wir auf dem Weg des Dialogs – und nicht auf dem juristischen – etwas für den Sport bewegen könnten.“

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