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Luc Castaignos (links) steht kurz vor der Unterschrift in Frankfurt.

Eintracht Frankfurt

Eintracht vor Verpflichtung von Castaignos

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    Ingo Durstewitz
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Der Frankfurter Bundesligist ist auf der Suche nach einem neuen Stürmer fündig geworden: Die Hessen stehen kurz vor der Verpflichtung von Luc Castaignos vom FC Twente. Als Ablösesumme sind vier Millionen Euro im Gespräch.

Am Dienstag setzt sich Armin Veh in sein Auto und fährt die 342 Kilometer von Bonstetten hoch nach Frankfurt. Für den Fußballlehrer beginnt dann seine zweite Amtszeit bei Eintracht Frankfurt. Die Profis starten einen Tag später, am Mittwoch, mit einem Laktattest am Morgen in einer Leichtathletikhalle im Norden der Stadt und am Nachmittag auf dem Trainingsplatz im Stadtwald. Es wird nur eine überschaubare Zahl an Spielern beim ersten Üben geben, 15 maximal, der Rest ist verletzt, hat Sonderurlaub oder spielt noch bei der Nationalmannschaft. Mit von der Partie werden Trapp, Lindner, Zummack, Russ, Oczipka, Djakpa, Reinartz, Aigner, Flum, Inui, Medojevic, Ignjovski, Kinsombi, Gerezgiher und Bunjaki sein. Sehr viel mehr werden auch drei Tage später nicht mit ins erste Trainingslager nach Neustift ins Stubaital fahren, 18 Feldspieler will der 54 Jahre alte Coach mit nach Österreich nehmen, darunter einige Talente aus der U19.

Vier Millionen Euro Ablöse

Vielleicht ist dann sogar schon ein neuer Mann an Bord. Denn die Eintracht steht offenbar kurz vor der Verpflichtung des 22 Jahre alten Luc Castaignos vom niederländischen Erstligisten FC Twente. Die Eintracht scheint im Rennen um den heiß begehrten Angreifer in aussichtsreicher Position zu sein. Als Ablöse für den 1,87 Meter großen Stürmer sind insgesamt rund vier Millionen Euro im Gespräch. Holländische Medien berichten, dass diese Summe gestückelt sei, 2,5 Millionen Euro Ablöse und 1,5 Millionen Euro erfolgsabhängige Zahlungen. Sein Marktwert beläuft sich auf rund fünf Millionen Euro, vor kurzem noch betrug dieser noch sechs Millionen. In der Rückrunde der vergangenen Saison gelang ihm aber nur noch ein Treffer, insgesamt machte er in der abgelaufenen Spielzeit zehn Tore.

Castaignos, der schon gestern beim Trainingsauftakt der Niederländer fehlte, ist ein schneller, physisch starker Spieler, verfügt über ein gutes Kopfballspiel. Er durchlief alle Auswahlteams der Niederlanden – von der U17 bis zur U21. Er wird häufig mit dem früheren französischen Superstar Thierry Henry verglichen – aufgrund seines Aussehens und seiner Schnelligkeit.

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Ob Torwart Kevin Trapp über den Trainingsauftakt hinaus in Frankfurt bleiben wird, ist weiterhin unklar. In die Gespräche mit dem Interessenten Paris Saint-Germain ist jüngst Bewegung gekommen (die FR berichtete), allerdings empfindet die Eintracht das Angebot der Pariser als zu niedrig. Laut der Zeitung „Le Parisien“ will Paris lediglich „sieben bis acht Millionen Euro“ für den bald 25 Jahre alt werdenden Schlussmann auf den Tisch legen. Viel zu wenig, findet die Eintracht, zumal es bei dem Scheichklub wohl nicht am mangelnden Kleingeld scheitern wird; selbst wenn die Franzosen im Zusammenhang mit Financial Fairplay derzeit unter besonderer Beobachtung der Uefa stehen und ihr Ausgabenvolumen auf 60 Millionen Euro beschränken müssen. Pariser Medien gehen davon aus, dass der Wechsel des Frankfurter Kapitäns demnächst über die Bühne geht. Dann werden die Franzosen freilich noch etwas draufpacken müssen.

Entscheidung bis zum Wochenende

Trainer Veh indes will in dieser Frage möglichst bald Klarheit: „Bis zum St. Nimmerleinstag warten wir nicht“, sagte Veh gestern der FR. Zwar gebe es aus Frankfurter Sicht kein direktes Ultimatum, aber der Coach wünscht bis zum ersten Trainingslager eine Entscheidung.

Darüber hinaus deutet alles darauf hin, dass Carlos Zambrano auch weiterhin bei Eintracht Frankfurt verteidigen wird, sogar von einer Vertragsverlängerung bis 2019 ist die Rede. „Ich werde doch solch einen Spieler, der gerade mal 25 Jahr alt ist, nicht abgeben“, sagte Veh. Der Peruaner ist in der Nacht im Halbfinale mit seiner Mannschaft bei der Copa America an Gastgeber Chile gescheitert - Zambrano sah in diesem Spiel die Rote Karte.

Als sicher gilt, dass Alexander Schur in den Trainerstab der Profimannschaft eingebunden wird. Veh findet diese Idee richtig gut, „das ziehe ich durch“. Schur, der die U19 jüngst vor dem Abstieg rettete, „soll das Bindeglied sein“, sagt Veh, „er soll reinschnuppern“ und ein besonderes Auge auf die Spieler haben, die auf dem Sprung von der U19 zu den Profis sind. Schur soll aber weiterhin Cheftrainer der A-Jugend bleiben. Beide Aufgaben, so Veh, ließen sich vereinbaren.

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