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Feierabend: Marc Stendera wird in die Kabine geleitet.

Eintracht Frankfurt

Eintracht verliert Spiel und Stendera

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Beim 2:3 gegen den HSV muss der Spielgestalter vorzeitig raus. Wie schwer die Verletzung von Marc Stendera ist, kann noch nicht gesagt werden. In der 34. Spielminute verdreht sich der 19-Jährige im Zweikampf den Knöchel.

Man kann nun wahrlich nicht behaupten, dass sich die Dienstreise der Frankfurter Eintracht in die 160 Kilometer entfernte Wüstenstadt Al Ain gelohnt hätte. So ziemlich das Gegenteil ist der Fall. Zum einen setzte es für den hessischen Bundesligisten am Donnerstagabend gegen den Ligakonkurrenten Hamburger SV eine 2:3 (0:3)-Niederlage – samt ernüchternder erster Halbzeit. Zum anderen, und das wiegt weit schlimmer, hat sich Mittelfeldspieler Marc Stendera am rechten Knöchel verletzt. Wie schwer, das ließ sich am Donnerstagabend noch nicht abschließend sagen. „Wir müssen abwarten, wie es sich über Nacht entwickelt“, sagte Trainer Thomas Schaaf.

Nach 34 Spielminuten war die Partie für den Frankfurter Spielgestalter beendet. Nach einem Zweikampf mit HSV-Verteidiger Gideon Jung verdrehte er sich bei der Landung auf dem Rasen den Knöchel, hatte ganz offensichtlich starke Schmerzen und winkte sofort die medizinische Abteilung herbei. Kaum war Mannschaftsarzt Christoph Seeger auf den Platz gelaufen und hatte den 19-Jährigen kurz untersucht, da gab er schon das Zeichen zur Auswechslung. Mit einem Verband um das rechten Sprunggelenk gewickelt, humpelte Stendera gestützt von Seeger in die Kabine. Es war der traurige Höhepunkt einer im ersten Abschnitt schaurigen Vorstellung der Eintracht. „Er ist umgeknickt, hat Probleme im Knöchel“, kommentierte Schaaf. Der Coach hofft, dass es nicht so dramatisch ist, wie es im ersten Moment aussah. „Es hört sich nicht so schlimm an“, sagte er. Doch Entwarnung wollte er noch nicht geben.

Sportlich hatten die Hessen am Persischen Golf genau da weiter gemacht, wo sie in der Hinrunde aufgehört hatten: Mit mangelhaftem Defensivverhalten, doch ebenso mit einem gesunden Kampfeswillen, als die Partie schon verloren schien. Die Hamburger, im ersten Durchgang mit der zweiten Garde angetreten, waren schnell Chef im Ring, und die Abwehr der Frankfurter taumelte von einer Verlegenheit in die nächste. Die Innenverteidigung war total indisponiert, auch Slobodan Medojevic schaffte es im defensiven Mittelfeld nicht, die Löcher zu stopfen. Johannes Flum, einer der Anwärter für die Rolle des beim Asien-Cup weilenden Makoto Hasebe, stand gestern Abend nicht einmal im Kader – in einem Freundschaftsspiel wohlgemerkt, in dem HSV-Trainer Joe Zinnbauer in der Halbzeit gleich mal neun Akteure ausgewechselt hatte. Auf der Eintracht-Bank saßen lediglich vier Feldspieler.

„Sind nicht gelaufen“

Die Tore fielen wie reife Früchte, Maximilian Beister in seinem ersten Spiel nach einem Totalschaden im Knie (12.), Zoltan Stieber (17.) und Ahmet Arslan (28.) brachten die Norddeutschen, bei denen kurz vor Schluss Lewis Holtby mit einem Verdacht auf Schlüsselbeinbruch vom Platz musste und mit Blaulicht ins Krankenhaus gefahren wurde, verdient in Führung. Die Eintracht wirkte geistig und körperlich irgendwie schläfrig. „Wir haben nur brav daneben gestanden und den Gegner gewähren lassen“, urteilte Schaaf. Alex Meier fand den Auftritt anfangs ebenfalls daneben: „Wir waren schlecht, sind nicht gelaufen.“

Im zweiten Abschnitt wachten die Hessen auf, „da haben wir uns zusammengerissen“, fand Meier, der auf Vorarbeit von Medojevic das 1:3 machte (61.), ehe Marco Russ einen Schuss von Lucas Piazon zum 2:3 ins Netz abfälschte (63.). Meier hatte in der Schlussminute noch die Riesenchance zum Ausgleich, scheiterte aber freistehend an Jaroslav Drobny. „Es zeichnet die Mannschaft aus, dass sie sich fangen und Spiele drehen kann“, betonte Schaaf. Vielleicht sollte sie auch von Anfang mal hellwach sein.

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