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Sonny Kittel (hier im Zweikampf mit Werders Theodor Gebre Selassie) hat sich im Spiel das Knie verdreht.
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Sonny Kittel (hier im Zweikampf mit Werders Theodor Gebre Selassie) hat sich im Spiel das Knie verdreht.

Werder Bremen - Eintracht Frankfurt

Eintracht verliert und bangt um Kittel

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Nichts Neues in der Fremde: Auch in Bremen verliert Eintracht Frankfurt, dieses Mal 0:1, und bleibt zum vierten Mal in Folge ohne eigenen Treffer. Es war das mittlerweile zehnte Auswärtsspiel ohne Sieg. Dazu hat sich Sonny Kittel am Knie verletzt.

Zehn Minuten vor dem Ende hätte Marco Russ sein überraschendes Comeback mit dem Ausgleichstreffer krönen können. Die Flanke kam genau, der Bremer Torwart Koen Casteels schon auf dem Weg in die andere Ecke, doch der Kopfball missriet dem nach vorne geeilten Stopper. Der Ball trudelte am langen Eck ins Aus. Vorbei die letzte Chance auf einen Punkt in der Fremde.

Mal wieder, inzwischen zum zehnten Mal, ist Eintracht Frankfurt auswärts leer ausgegangen, der letzte Sieg datiert vom 22. November des vergangenen Jahres beim 3:1 in Mönchengladbach. Seitdem gab es nur noch zwei dürre Punkte, in Leverkusen, in Augsburg. Die letzten sechs Auswärtsspiele gingen allesamt verloren. Es bleibt bei schwachen 13 Punkten in der Rückrunde. Das ist die Bilanz eines Abstiegskandidaten. Und die Eintracht wurde jetzt auch vom 1. FC Köln überholt und rangiert mittlerweile auf Platz 12.

Unzulänglichkeiten und Hektik

Der 1:0-Sieg der Bremer war durchaus verdient, auch wenn er höchst glücklich zustande gekommen war. Davie Selke, der Schütze  des entscheidenden Tores in der 66. Minute, konnte praktisch gar nichts dazu, er wurde von Assani Lukimya angeköpft, von seiner Brust prallte die Kugel ins Frankfurter Tor. Es war aber irgendwie typisch für dieses Spiel, das geprägt war von allerlei Unzulänglichkeiten und Hektik. Es gab wenig Spielfluss. Und doch war es ein Sieg des Willens.

Die Bremen hatten, gerade nach der Pause, einfach mehr investiert, da waren sie bissiger, aggressiver. „In der Viertelstunde nach der Pause  hatten wir eine ganz schwache Phase“, sagte Linksverteidiger Bastian Oczipka. „Da haben wir um das Tor gebettelt“, assistierte Marco Russ. Es ist dann auch gefallen, und irgendwie war klar, dass die Mannschaft die Partie gewinnen würde, die das erste Tor erzielt.

Tatsächlich war es ein ziemlich wildes Spiel, „mit vielen Ungenauigkeiten, vielen Fehlpässen, vielen Fouls“, wie Oczipka  hinterher richtig feststellte. Man merkte deutlich, dass da zwei Mannschaften spielten, die hinten nicht gut dicht halten können. Chancen boten sich erstaunlich viele. Im ersten Abschnitt hatten vor allem Sonny Kittel (3. und 7. Minute) und Haris Seferovic (35.) die Führung auf dem Fuß, in der zweiten Halbzeit scheiterte in erster Linie der für Kittel eingewechselte Takashi Inui zweimal fast kläglich. Kurz vor dem 0:1 schlenzte der Japaner die Kugel mal wieder so kraftlos aufs Tor wie ein Jugendspieler. Der Tempomat maß stolze 49 Stundenkilometer. Das war die beste Möglichkeit der Eintracht, Inui vergab sie amateurhaft.

Aber insgesamt war Eintracht Frankfurt „in diesem unterhaltsamen Spiel“ (Trainer Thomas Schaaf) einfach zu harmlos. Nelson Valdez konnte, bei allem Eifer, nicht im Entferntesten für Gefahr sorgen. Oft genug wirkte er wie ein Fremdkörper, er verstolperte viele Bälle, spätestens bei ihm endeten die wenigen Frankfurter Kombinationen.

Den rechten Flügel ließ die Eintracht über weite Strecken verwaist. Nominell sollte Marc Stendera den Platz des erneut fehlenden Stefan Aigner einnehmen, aber er drängte viel zu häufig in die Mitte. Die Offensivbemühungen von Aleksandar Ignjovski sind bekannt überschaubar. Slobodan Medojevic hatte genug mit sich zu tun, statt für Schwung nach vorne zu sorgen. Haris Seferovic versuchte sich als Ballschlepper, ließ sich zurückfallen, er initiierte einige Angriffe, war aber im entscheidenden Moment nicht im Zentrum zur Stelle. 

Sorgen um Kittel

Der Eintracht fehlte komplett die Durchschlagskraft. Vieles wirkte schlapp, eher harmlos. „Uns fehlt die Wucht in der Offensive“, stellte Marco Russ treffend fest. Diese Wucht war es aber, die die Eintracht in der Vergangenheit auszeichnete. Alexander Meier, die Tormaschine, wurde erneut schmerzlich vermisst. Es ist sicherlich nicht gewagt zu behaupten, dass die Hessen nicht in Bremen verloren hätte, wenn Meier mitgespielt hätte. Und es ist kein Zufall, dass die Frankfurter nicht mehr ins Tor treffen seit Meier fehlt.

Und weil auch Stefan Aigner, dessen Nerv im Oberschenkel entzündet ist,  passen musste, ist keiner mehr da, der Torgefahr verbreitet. „Wir wollen nicht jammern“, sagte Trainer Thomas Schaaf, der wie erwartet mit warmen Applaus in seiner alten Heimat empfangen wurde. „Aber natürlich fehlen uns die zwei Spieler, die die meisten Tore gemacht haben.“ Und wahrscheinlich wird ein weiterer Spieler demnächst ausfallen: Sonny Kittel verdrehte sich schon nach einer Viertelstunde ohne Einwirkung des Gegners das linke Knie und musste ausgewechselt werden. Die bittere Diagnose folgte am Samstagabend für den jungen Mann, der  ohnehin zwei vorgeschädigte Knie hat: Bei Kittel wurde ein Kreuzbandriss festgestellt. Er wird mehrere Monate ausfallen.

Immerhin feierte Marco Russ ein ordentliches Comeback. Knapp acht Wochen nach seiner Meniskus-Operation stand der 28-Jährige gleich in der Anfangsformation. „Er ist sehr aktiv und präsent“, lobte Schaaf, der Carlos Zambrano auf der Ersatzbank ließ. „Carlos hat keinen Rhythmus“, sagte der Fußball-Lehrer.

Der Peruaner hatte gerade einen Muskelfaserriss auskuriert, wirkte letzte Woche in Dortmund aber nicht sehr stabil. Marco Russ hatte erstmals nach seiner OP mit der Mannschaft am vergangenen Sonntag trainiert. Am Donnerstag habe ihn Schaaf gefragt, ob er sich einen Einsatz zutraue, sagte Russ. „Am Ende war ich ein bisschen außer Puste, aber ich bin froh, dass das Knie gehalten hat.“

 Ist ja auch schon was. So viel Positives gibt es derzeit ja nicht zu melden von Eintracht Frankfurt.

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