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Kevin-Prince Boateng gab sein Startelfdebüt.
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Kevin-Prince Boateng gab sein Startelfdebüt.

Heimspiel

Eintracht unterliegt Wolfsburg

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Auch das zweite Saisonspiel kann Eintracht Frankfurt nicht gewinnen. Vor heimischer Kulisse verlieren die Hessen gegen Wolfsburg. Vor allem in der zweiten Halbzeit enttäuscht das Team von Nico Kovac.

Zum Schluss und sogar ganz zum Schluss warfen die müden Frankfurter dann noch mal alles hinein, was sie noch zum Hineinwerfen hatten. Das war nicht mehr viel, aber immerhin sollte es noch zu zwei passablen Möglichkeiten reichen. Taleb Tawatha also kam eine Minute vor dem Abpfiff noch mal zu einer Chance, halblinke Position, freie Bahn – doch sein Linksschuss ging zwei Meter über den Wolfsburger Querbalken. Ein paar Minuten zuvor stand Mijat Gacinovic plötzlich ziemlich alleine vor dem VfL-Gehäuse, rund 16 Meter entfernt, doch seinen schlappen Schuss fing Keeper Koen Casteels recht problemlos ab. Pfiffe im weiten Rund. Und am Ende dann lange Gesichter.

Eintracht Frankfurt hat den Heimspielauftakt in den Sand gesetzt, gegen den VfL Wolfsburg musste sich der hessische Bundesligist am Ende mit 0:1 (0:1) geschlagen geben. Es war nicht unbedingt ein gerechtes Ergebnis, die Frankfurter hätten aufgrund ihrer Chancen einen Punkt verdient gehabt. Doch wer keine Tore schießt, kann nun mal nicht gewinnen. Manchmal, wie in Freiburg vor einer Woche, reicht es dann noch zu einem Remis, dieses Mal genügte ein Treffer der Wolfsburger, um die Eintracht auf die Bretter zu schicken.

„Wir hatten viele Chancen, wir haben sie nicht genutzt“, resümierte Trainer Niko Kovac. „Manchmal hasst man den Fußball deswegen.“

In der Tat hatten die Hessen im ersten Abschnitt genügend Gelegenheiten, um die Niedersachsen ihrerseits empfindlich zu treffen. Doch weder Gacinovic (20./45), Sebastien Haller (41.) noch Jonathan de Guzman brachten den Ball über die Linie. Die größte Chance vergab Haller, sein Kopfball klatschte nach einer Flanke von Jetro Willems gegen den Innenpfosten (21.). Besonders bitter: Im direkten Gegenangriff erzielte der  Wolfsburger Daniel Didavi den Siegtreffer für den VfL. Eintracht-Libero Makoto Hasebe sah da nicht besonders gut aus, „ich hätte früher attackieren müssen“, räumte der gewohnt selbstkritische Japaner später ein. So konnte Didavi zur Gäste-Führung vollenden.

„Das war schon paradox“, sagte Trainer Kovac und meinte: Eigentlich hätte sein Team führen müssen, so lag es nur ein paar Sekunden später in Rückstand. Das war bei den hohen Temperaturen und dem ebenso hohen Anfangstempo der Platzherren natürlich Gift. „Es waren mehr als 30 Grad, auf dem Feld ist es noch mal heißer. Die verteidigende Mannschaft ist dann im Vorteil“, urteilte Coach Kovac, der mit der Chancenverwertung haderte. „Die Anzahl der Chancen stimmt mich froh“, sagte er. „Uns hat das Quäntchen Glück gefehlt.“

Erneut kein Treffer

Zumal den Gastgebern im Nachgang ein Strafstoß verweigert wurde (28.), allerdings völlig zurecht. Das Foul an Kevin-Prince Boateng in Strafraum war unstrittig und von Schiedsrichter Benjamin Cortus auch als solches gewertet worden, doch zuvor stand der 30-Jährige im Abseits – was erst durch die Intervention des Video-Schiris aufgelöst wurde. Eine korrekte Entscheidung, genauso wie eine Woche zuvor in Freiburg, als die Eintracht davon profitierte.

Aber war wirklich alles nur Pech? Oder vielleicht auch fehlende Klasse?

Es ist zumindest kein Zufall, dass die Eintracht erneut kein Tor erzielt hat. Das zieht sich wie ein roter Faden durch dieses Fußballjahr. In 20 Bundesligapartien brachten die Hessen in 2017 lediglich 14 Tore zustande, 12 dieser Begegnungen gingen zudem verloren. Das ist Fakt, auch wenn ein saisonübergreifender Vergleich nicht ganz fair ist, da die Mannschaft erneut ein neues Gesicht bekommen hat. Die Frage indes bleibt, wie gut das neue Ensemble ist. Zweifel bleiben.

Boateng in der Verfassung keine Hilfe

Denn im zweiten Abschnitt offenbarten die Frankfurter alte Schwächen, taten sich schwer, ein zielgerichtetes, kreatives Angriffsspiel aufzuziehen. Da war vieles Stückwerk, die zweiten 45 Minuten waren eine Enttäuschung. „Wir müssen kein Trübsal blasen“, betonte Kovac dennoch. Er sei nach wie vor „optimistisch“. Ein Punkt und null Tore nach zwei Spielen sind indes kein Ruhmesblatt.

Zumal einige Fragen bleiben: Kevin-Prince Boateng ist in dieser Verfassung keine Hilfe, rätselhaft, weshalb er 90 Minuten durchspielen durfte. Auch Gelson Fernandes, Simon Falette oder auch und gerade Jonathan de Guzman enttäuschten auf ganzer Linie. Und so wird sich die Eintracht sammeln, nach zwei freien Tagen ein wenig geknickt in die Länderspielpause gehen. „Wir werden uns die Tabelle jetzt so ansehen müssen“, rekapitulierte Kovac. Es ist kein so schönes Bild.

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