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Eintracht und das große Absacken? Verboten!

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Von: Ingo Durstewitz

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Da ist das nächste Ding: Eintracht-Aushilfskapitän Timmy Chandler könnte ruhig ein wenig euphorischer dreinschauen. imago images
Da ist das nächste Ding: Eintracht-Aushilfskapitän Timmy Chandler könnte ruhig ein wenig euphorischer dreinschauen. imago images © Imago

Eintracht Frankfurt schnauft durch, blickt stolz auf ein historisches Jahr zurück und voller Optimismus voraus.

Und jetzt, nach einem wild-romantischen Jahr mit ungefähr 1798 Spielen, sind tatsächlich mal Ferien. Kein Fußball, kein Europapokal, keine Königsklasse, keine Bundesliga, kein Pokal, nicht mal mehr ein Kick in aller Freundschaft. Eintracht Frankfurt macht Pause. Uff.

Nach dem letzten Testspiel des furiosen Jahres bei Atalanta Bergamo am Freitag verteilte sich die gesamte Entourage in alle möglichen Fleckchen rund um die Weltkugel. Die letzte Partie in 2022 entschied die Eintracht selbstverständlich für sich, selbstverständlich im Elfmeterschießen und selbstverständlich verwandelte Sevilla-Held Rafael Borré den entscheidenden Elfer. Wie schon im Mai. Auch wenn es in Italien nur um die nicht ganz so bedeutende Trofeo Bortolotti ging, so war es dennoch ein kitschig-schöner, treffender Abschluss dieses außergewöhnlichen, historischen Jahres mit dem Europapokalsieg in Spanien als Krönung. Der Kreis hat sich geschlossen.

„Wir haben vor dem Spiel erst erfahren, dass es um eine Trophäe geht“, sagte Trainer Oliver Glasner nach dem Sieg vom Punkt in Bergamo, nach 120 Minuten hatte es 2:2 gestanden, zweimal traf der bisher so kreuzunglückliche Lucas Alario für die Frankfurter. Das hat ihm gutgetan. „Mit einem Henkelpokal nach Hause zu fliegen, ist umso schöner“, befand der Chefcoach. Wird zur Gewohnheit. „Das ist ein absolut gelungener Abschluss eines großartiges Jahres.“

Auch Glasner wird nun erst einmal durchschnaufen, bevor er seine Mannen am 3. Januar zum Auftakt der Vorbereitung bittet, schon einen Tag später geht es ins zehntätige Trainingslager nach Dubai. Bis dahin aber soll der Fußball ganz weit in den Hintergrund rücken. „Wir sind alle ein bisschen erschöpft, denn wir haben auf einem sehr, sehr hohen Level agiert“, bekundet der Fußballlehrer. „Jetzt geht es darum, erst einmal runterzukommen und wirklich mal zwei, drei Wochen Kraft zu tanken.“

Glasner ist sehr einverstanden mit dem, was seine Spieler geleistet haben in diesen zwölf Monaten: „Ich bin mit der Entwicklung der Mannschaft und der einzelnen Spieler sehr zufrieden. Die Jungs geben mir ein gutes Gefühl.“ Es steht ja ein bisschen was an ab Januar. Bundesliga, Pokal, Champions League, überall liegt die Eintracht aussichtsreich im Rennen. Und sie will dieses Mal nicht nachlassen. Das Ziel ist klar umrissen: Es soll die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb sein, mindestens für die Europa League, besser für die Liga der Champions. Dazu müssten die Frankfurter Rang vier verteidigen. Oder den Pokal gewinnen. Oder, nun ja, halt die Liga der Könige.

Was wird aus Pellegrini?

Klar ist, dass intern ein Abrutschen nach der Winterpause wie in der vergangenen Saison nicht mehr klaglos akzeptiert würde, der Klub sieht sich mindestens einen Schritt weiter, in der Lage dazu, in allen Wettbewerben auf hohem Niveau zu performen und nicht in der Bundesliga abzusacken. Glasner hat sich das selbst zum Ziel gesteckt. „Nachdem wir es scheinbar geschafft haben, der Eintracht die Diva auszutreiben, geht es jetzt an den traditionellen Einbruch“, sagte er im FR-Interview augenzwinkernd im Hinblick auf das gewohnte Absacken in zweiten Halbjahr. Er traue seinem Team eine Menge zu – „wenn wir defensiv noch besser werden“. Und es sollten im Winter besser keine Leistungsträger abgegeben werden. An Luca Pellegrini hat Glasner da eher nicht gedacht. Beim Italiener steht eine Auflösung des Leihvertrages im Januar zumindest im Raum.

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