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Eintracht-U21 an der Tabellenspitze: Bald wieder gegen den OFC?

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Von: Daniel Schmitt

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Gleich mal einen Doppelpack geschnürt: Maximilian Brauburger (rechts) schießt die Eintracht zum Sieg gegen Steinbach.
Gleich mal einen Doppelpack geschnürt: Maximilian Brauburger (rechts) schießt die Eintracht zum Sieg gegen Steinbach. © IMAGO/Rene Schulz

Die im Sommer neu geschaffene Eintracht-Reserve erklimmt die Spitze der Hessenliga. Zum Aufstieg in die vierte Liga ist es zwar noch ein langer Weg, möglich erscheint dieser aber allemal.

Die Überlegenheit der Frankfurter Fußballer war erdrückend, der Gegner, der SV Steinbach, am Samstagmittag im Dreieicher Sportpark, der Heimspielstätte der Eintracht-U21, nahezu die ganze Spielzeit tief in die eigene Hälfte gedrückt. Und dennoch: Zur Pause führten die Gäste mit 1:0. Erster Torschuss in der 45. Minute, eiskalt zugeschlagen. So läuft das eben manchmal im Fußball. „Es hätte nicht so weit kommen dürfen, dass wir in der Halbzeit zurückliegen“, bemängelte der Frankfurter Trainer Kristjan Glibo, dann aber habe er in der Pause zu seinen Jungs gesagt, „dass wir das Spiel nicht hergeben wollen“. Seine Spieler taten es nicht, sie kamen zurück, beide Treffer zum völlig verdienten 2:1-Erfolg erzielte Offensivkraft Maximilian Brauburger (51./61.).

Der Eintracht-Reserve nutzte damit die Steilvorlage des bisherigen Tabellenführers FC Gießen, der nicht über ein torloses Remis gegen Bayern Alzenau hinauskam, und kletterte an die Spitze der Hessenliga. „Die Mannschaft hat eine tolle Moral bewiesen, ich bin stolz auf sie“, sagte Glibo, der seinen Schützlingen prompt ein paar Tage freigab.

21 Partien sind nun also gespielt in der höchsten Amateurliga Hessens, die Rückrunde damit zwei Spiele alt, und die Eintracht führt das Tableau mit den punktgleichen Gießenern an. Sie hat zudem mit 63 Toren die mit Abstand meisten der Klasse geschossen, und mit 22 die zweitwenigsten kassiert (nur Gießen ist besser). Der Tabellenerste steigt am Saisonende auf, der Zweite geht in die Relegation.

Die Frankfurter Mannschaft hat nach dem etwas zu wilden Saisonstart, bei dem es in der Offensive bereits prächtig lief, nun vor allem zu deutlich mehr defensiver Stabilität gefunden - der wohl größte Entwicklungsschritt. Gegen Steinbach stand am Samstag keine Profiaushilfe im Eintracht-Kader, auch nicht der oftmals eingesetzt und bereits bundesligaerprobte Marcel Wenig. Zudem spielten in der Startelf ausschließlich U21-Kicker. Es lief dennoch. In der Abwehr ist Dario Gebuhr (19 Jahre), diesmal Kapitän, eine zentrale Stütze, im Mittelfeld fällt Mehdi Loune (18) häufig mit klugen Ideen auf, vorne knipst Nacho Ferri (18) reihenweise - er ist mit 14 Saisontreffer drittbester Schütze der Liga. Alle drei Talente durften unlängst auch an der Japan-Reise der Profis mittun und im Kreise der Bundesligastars von Trainer Oliver Glasner wichtige Eindrücke sammeln.

Noch Mitte September erklärte Alexander Richter, Chef des Frankfurter Nachwuchsleistungszentrums, im Gespräch mit der FR den Aufstieg in die semiprofessionelle Regionalliga ausdrücklich nicht als Ziel. Dafür sei es noch zu früh in der Saison, agiere die Mannschaft zudem „zu wild“, er sehe diese Option also eher nicht. Mittlerweile hat sich die Lage geändert, klar verbessert, das Team hat eine Entwicklung in die richtige Richtung genommen.

Kann es demnach bald wieder zu einem Derby zwischen Eintracht Frankfurt und Kickers Offenbach kommen, ist der OFC ja derzeit in der vierten Liga auch sieben Punkte von einem Aufstiegsplatz entfernt? Bis dahin ist zwar noch ein ganz schönes Stück an Weg zu gehen, auszuschließen ist solch ein Duell unter Lokalrivalen aber nicht mehr.

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