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Konnte dem Djebbour-Deal nicht zustimmen: Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen.
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Konnte dem Djebbour-Deal nicht zustimmen: Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen.

Frisch aus dem Trainingslager

Eintracht trauert Djebbour nicht nach

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Rafik Djebbour wird nicht an den Main wechseln. Für Bruchhagen ist das Hickhack um den Stürmer kein Grund zur Trauer: "Das ist ein normaler Vorgang im Geschäft."

Am frühen Morgen trommelte Heribert Bruchhagen im Pinienwald neben dem Sportplatz die Frankfurter Journalistenrunde zusammen, der Eintracht-Chef blinzelte in die Sonne am wolkenlosen Himmel, als er mit kühlem Kopf das verriet, was schon seit der Nacht kein Geheimnis mehr war. Rafik Djebbour, die auserkorene Verstärkung für den ausgedünnten Angriff des hessischen Bundesligisten, wird nicht an den Main wechseln.

Die Eintracht hat am späten Donnerstagabend ihr Angebot an AEK Athen zurückgezogen. "Die Konstellation hatte sich verändert", sagt Bruchhagen. "Die Unterschiede zwischen unserem Angebot und dem nun Geforderten sind zu groß. Wir wollten risikoarme Bedingungen, jetzt sind es risikoreiche Bedingungen."

Die Eintracht hatte ihre Offerte klar umrissen. Sie strebte ein Leihgeschäft bis zum Ende der Saison an und wollte dafür 100 000 Gebühr entrichten. Bei einem späteren Kauf wäre sie bereit gewesen, rund 1,5 Millionen Euro zu bezahlen. Das war haarklein so ausgehandelt mit der Vereinsführung von AEK - dummerweise mit der alten.

Der Vorstand ist mittlerweile nicht mehr im Amt, die neue Führungscrew veränderte die Zahlen nach ihren Vorstellungen. Sie forderte plötzlich eine Ablösesumme in Höhe von zwei Millionen Euro. Aus dem Leihgeschäft wäre somit ein Kauf geworden. Das kam für die Eintracht nicht in Frage. "Für uns war es unabdinglich, dass der Spieler bei uns eine halbjährige Probezeit absolviert", betont Bruchhagen.

Da herrschte Konsens auf allen Ebenen, auch Trainer Michael Skibbe lehnte es ab, den Spieler, den die Eintracht nicht einmal live beobachtet hat, ungesehen mit einem langfristigen Vertrag auszustatten. Zumal Djebbour in Athen neun Monate lang kein Pflichtspiel mehr absolviert hatte und als schwieriger Charakter gilt.

Bruchhagen war über den geplatzten Deal am Freitag aber nicht mal sonderlich enttäuscht. "Das ist ein normaler Vorgang im Geschäft." Es passiere oft, dass ein angedachter Transfer in der heißen Phase scheitere. "Immer dann, wenn man konkretes Interesse anmeldet, verändern sich die Bedingungen", befindet der Vorstandschef. In aller Regel bekomme die Öffentlichkeit davon gar keinen Wind.

"Unser Problem war sicherlich, dass hier vieles über die Medien ausgetragen wurde." Bruchhagen stellt demonstrative Gelassenheit zur Schau. "Das ist kein Drama, Eintracht Frankfurt wird deshalb nicht in seinen Grundfesten erschüttert", sagt er verschmitzt lächelnd. Nun fahnden die Hessen weiter nach einer Verstärkung für den Sturm, die "Suche wird unaufgeregt" erfolgen, bekundet der Klubchef. Und wenn sie erfolglos bleibt, "dann habe ich auch keine Sorge, dann geht das Leben weiter."

Selbst Trainer Skibbe, der nach den letzten gescheiterten Transfers bei Lincoln und Theofanis Gekas seinen Ärger nur schwerlich runterschlucken konnte, war nicht angesäuert oder übermäßig enttäuscht. "Es ist schade, weil Djebbour die Qualität gehabt hätte, uns auf jeden Fall zu helfen", sagt er, aber so sei nun mal das Geschäft. Natürlich halte die Eintracht weiterhin die Augen offen, aber die Hoffnung, doch noch einen durchschlagskräftigen Angreifer zu finden und zu verpflichten, ist eher gering.

Die nächsten Kandidaten seien dann eben nur noch die "Nummer vier oder fünf", da sei eben auch ein Qualitätsabfall zu erwarten. "Die Spuren, die wir verfolgen, sind nicht sehr heiß", räumt Skibbe ein. "Es wird jetzt eng." Ob nun womöglich die Chancen von Gastspieler Karlo Primorac noch einmal steigen? "Er wird von Tag zu Tag besser", sagt Skibbe. "Er hat durchaus Chancen." Die große Verstärkung, das ist nach den Eindrücken klar, wäre Primorac allerdings nicht.

Besonders große Bauchschmerzen scheint Skibbe trotz der jüngsten Entwicklung nicht zu haben. "Wenn wir keinen mehr finden, müssen wir halt sehen, dass wir so in die Sommerpause kommen", sagt er. Im nächsten Atemzug baut der Fußballlehrer allerdings einen gewissen Druck auf. Die Personaldecke sei "unglaublich dünn, ultradünn", befindet er. "Spätestens im Sommer müssen wir sehen, dass wir unseren Kader umgestalten."

Denn eines sei für ihn sonnenklar: "Wenn fünf, sechs Leistungsträger so lange fehlen, dann wird sich das negativ auswirken. Das werden wir schon in der Rückrunde zu spüren bekommen." Und vielleicht wäre es nicht die schlechteste Idee, das verbliebene Sturmduo Alexander Meier und Nikos Liberopoulos in Watte zu packen.

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