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Trennten sich mit ihren Teams zuletzt zweimal 1:1 in der Liga: Frankfurts Evan Ndicka (vorne) und Leipzigs Yussuf Poulsen.
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Trennten sich mit ihren Teams zuletzt zweimal 1:1 in der Liga: Frankfurts Evan Ndicka (vorne) und Leipzigs Yussuf Poulsen.

SGE

Eintracht Frankfurt: Glasner auf der verzweifelten Suche nach Konstanz

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Die fast schon verzweifelte Suche von Eintracht Frankfurt nach der Konstanz - und jetzt geht’s ausgerechnet gegen Topteam Leipzig um Ex-Torjäger Silva.

Frankfurt - So ein Trainerleben stellt man sich laienhaft ja als sehr angenehm vor, sagt der Trainer Oliver Glasner. Morgens ein bisschen mit den Jungs Fußball spielen, nachmittags frei, da kann man mit den Kindern tollen, anderntags geht es wieder zum Training auf den Platz. Und an der frischen Luft ist man auch noch. So sieht es halt leider nicht aus, „es ist nicht immer smoothy“, sagt der Trainer Oliver Glasner.

Es ist vor allem dann nicht besonders einfach und entspannt, wenn die Spieler, die man trainiert und anleitet, nicht so spielen wie man sich das selbst wünscht und vorgibt. Erstaunlicherweise geht das gerade Eintracht Frankfurt so, die Mannschaft, die neuerdings Achterbahnfahrten liebt, sogar ganz ohne Dippemess. Früher hatte man gern von der launischen Diva gesprochen, die mal in Stöckelschuhen daherkommt und dann wieder in klobigen Gummistiefeln. So viele Galaauftritte hat der Klub in dieser so schwer-schleppend anlaufenden Saison ja noch nicht aufs Parkett gelegt. Gut, der Sieg bei den Bayern, die prima Vorstellung gegen Olympiakos Piräus - ansonsten ist aber viel Schwarzbrot aufgetischt worden zum Diner.

Eintracht Frankfurt: Glasner beruft längere Analysesitzung an

Und weil das so ist, hat Oliver Glasner am Mittwoch eine etwas längere Analysesitzung einberufen, es gab einiges aufzuarbeiten, nicht nur das Bochum-Spiel, sondern auch die Begegnungen gegen Piräus und Hertha. „Ich hoffe, wir haben die richtigen Schlüsse gezogen“, berichtete der Coach von der Ursachenforschung. Viel zu oft habe man „zu konfus“ agiert, zu „hektisch, verkrampft, nicht in unserer Struktur“ gespielt. Welche Konsequenzen diese Analyse nach sich ziehen und wie sie es künftig besser machen wollen, etwa am Samstag ab 18.30 Uhr gegen RB Leipzig, wollte der Fußballlehrer en detail nicht verraten. Nur so viel: Es liegt nicht am fehlenden Willen, in Bochum beispielsweise sei man 3,5 Kilometer mehr gelaufen als der sehr engagierte Gegner, man habe 60 Prozent Ballbesitz gehabt, „fast zu viel“, aber herausgekommen ist halt zu wenig. Auch Glasner hat ja längst erkannt, dass diese Mannschaft noch kein Gesicht hat, noch unfertig ist, nicht Fisch, nicht Fleisch. Ein echtes Spielsystem fehlt noch.

Und es ist nicht so, dass sich nur der Trainer den Kopf darüber zerbricht, wie die Elf wieder aufs richtige Gleis gestellt werden kann. „Auch die Spieler grübeln“, fragen sich, wie es sein kann, nach einer starken Leistung im Europapokal drei Tage später so schlapp in der Liga aufzutreten, sie selbst seien überrascht von diesen Leistungsschwankungen. „Wir raufen uns alle die Haare und fahren nach dem Bochum-Spiel nicht easy-cheesy zurück.“

Er, Glasner, habe zuweilen den Eindruck gewonnen, dass seine Mannschaft zu viel will, sich zusätzlichen Druck macht. Der Coach nennt Kristijan Jakic als Beispiel, der vorne den Pass schlagen will, im Mittelfeld ins Kopfballduell geht, hinten aushilft, aber „seine Kernaufgabe bleibt auf der Strecke“. Oft „vergessen die Spieler dann ihre Aufgaben“. Immerhin kann der defensive Mittelfeldmann Jakic, der am Sonntag kurz vor der Pause verletzungshalber ausgewechselt wurde, wieder halbwegs schmerzfrei trainieren. Sollte er dennoch ausfallen für das fällige Bundesligaspiel gegen Leipzig, hätte die Eintracht ein kleines Problem, denn auch Sebastian Rode soll nach seinen beiden Einsätzen nach der Knieoperation aus Gründen der Belastungssteuerung eine Pause erhalten. Zudem wird Stürmer Goncalo Paciencia gegen RB wegen muskulärer Probleme nicht zur Verfügung stehen, immerhin hat sich Aymen Barkok gesund zurück gemeldet.

Eintracht Frankfurt: Die Rückkehr von Silva

Auf der Suche nach den Gründen für die fehlende Konstanz ist der nette Herr Glasner, der sich stets vor seine Spieler stellt, auf ein Phänomen gestoßen, das selbst ihm neu war. Vor zwei Jahren sei die Bilanz der Frankfurter nach Auftritten in Europa ähnlich gewesen, nach den sechs Gruppenspielen in der Europa League hätten die Hessen die darauffolgenden Bundesligaspiele allesamt nicht gewinnen können, zwei Unentschieden und vier Niederlagen habe es gegeben. „Diese Statistik müssen wir korrigieren.“ Denn so langsam könnte es unangenehm werden.

Den Blick auf die Tabelle erspart sich Trainer Glasner noch, sagt er zumindest, und zwar nicht weil er so deprimierend ist. „Ich schaue nicht darauf, weil es uns nichts hilft gegen RB Leipzig, wir müssen uns schon auf unsere Stärken konzentrieren“. Trotzdem ist die Lage in Frankfurt zumindest angespannt, die Hessen liegen nur zwei Punkte vor dem Relegationsplatz und drei Zähler vor einem Abstiegsrang.

Und selbst wenn sich die Frankfurter damit trösten, sich gegen stärkere Mannschaften leichter zu tun, so verfügen die Leipziger schon über eine gewisse Qualität - und sie kommen mit André Silva, dem Top-Torjäger, dem sie in Frankfurt inzwischen bittere Krokodilstränen nachweinen. Dass der Portugiese bislang in Sachsen nicht so wie erhofft eingeschlagen hat, hält Glasner für erklärbar: Er müsse sich noch an „neue Ideen, neue Spieler, ein neues Umfeld gewöhnen“, das benötige Zeit. In Frankfurt, so sieht es aus, geht es manchem ähnlich. (Thomas Kilchenstein)

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