Trainer Hütter (li.) und Vorstand Bobic wollen mindestens bis 2023 weiter gemeinsam an der Geschichte der Eintracht schreiben.
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Trainer Hütter (li.) und Vorstand Bobic wollen mindestens bis 2023 weiter gemeinsam an der Geschichte der Eintracht schreiben.

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Eintracht-Trainer Hütter verlängert: Genug Zeit zum Handeln

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Adi Hütter hat seinen Vertrag bei Eintracht um weitere zwei Jahre verlängert. Der Kommentar.

Die Vertragsverlängerung des Trainers Adi Hütter bis 2023 ist jetzt nicht das, was eine Sensation genannt werden könnte. Alles andere wäre schwer zu erklären gewesen und hätte - Stichwort: lame duck - für Unruhe bei Eintracht Frankfurt sorgen können. Auf Kontinuität in dieser wichtigen Personalie zu setzen, ist richtig und wichtig. Zumal der Österreicher, vor knapp zweieinhalb Jahren als hierzulande namenloser und anfangs verständlicherweise ein wenig scheuer Fußballtrainer gekommen, außerordentlich erfolgreich gearbeitet hat.

Und damit sind nicht nur die spektakulären Auftritte der SGE auf internationaler Bühne, einstellige Tabellenplätze und ein DFB-Pokal-Halbfinale gemeint. Auch die Krisenzeiten, und davon gab es in der vergangenen Runde, tatsächlich einige, hat der 50-Jährige mit viel Ruhe und Geschick gemeistert. Und er hat Spieler besser gemacht, Filip Kostic zum Beispiel, auch Daichi Kamada, er war es, der die berühmt-berüchtigte Büffelherde gemeinsam auf die Weide geführt hat. Die enorme Entwicklung des gesamten Vereins in den vergangenen Jahren ist teilweise auch sein Verdienst.

Will bald wieder international mit der Eintracht spielen: Trainer Adi Hütter.

Eintracht Frankfurt: Handschrift von Adi Hütter soll künftig deutlicher lesbar sein

Entsprechend hoch ist die Fallhöhe. Leicht ist die Aufgabe nicht, erneut die Qualifikation für Europa zu schaffen, weil die Konkurrenz, die sich um die wenigen Plätze streiten, immer größer wird. Dazu besticht die aktuelle Frankfurter Mannschaft eher durch Mittelmäßigkeit, ein Rang jenseits der Fleischtöpfe ist allemal realistischer - es sei denn, es tun sich auf dem komplizierter gewordenen Transfermarkt ungeahnte Optionen auf. Allerdings, und das kann dem Team zum Vorteil gereichen, ist wegen der fehlenden Belastung durch Europa-League-Partien mehr Zeit zum Training. Adi Hütter kann seine Ideen, seine Philosophie von einem mutigen, offensiv ausgerichteten Spiel stärker verwirklichen. Die Handschrift des Trainers kann und sollte künftig deutlicher lesbar sein.

Ohnehin hat Hütter verlauten lassen, sich als ein Fußballlehrer zu verstehen, der gerade junge Spieler weiter entwickelt, der sie aufs nächste Level hieven möchte. Damit ist der im Auftreten angenehme Coach bisher nicht allzu auffällig geworden. In Zeiten, in denen eingespart werden muss, ist das aber ganz sicher die richtige Herangehensweise. Adi Hütter, die Lokomotive, ist mehr denn je gefordert, auch gefordert, Phantasie und Mut zu zeigen. Zeit genug hat er jetzt bekommen. (Von Thomas Kilchenstein)

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