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Offensiv-Duo von Eintracht Frankfurt plötzlich vor Wechsel zu Mainz 05

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Von: Ingo Durstewitz

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Ragnar Ache (l.) und Aymen Barkok von Eintracht Frankfurt.
Ragnar Ache (l.) und Aymen Barkok von Eintracht Frankfurt. © Jan Huebner via www.imago-images.de

Eintracht Frankfurt gewinnt mit einer B-Elf 1:0 bei Mainz 05: Neuzugang Knauff mit Leerlauf, Kamada fällt für Stuttgart aus, Ache und Barkok könnten die Seiten wechseln.

Mainz/Frankfurt – Es hätte zweimal nicht viel gefehlt und Sam Lammers, der Stürmer von der traurigen Gestalt, hätte sich tatsächlich mal ein Erfolgserlebnis geholt – in einem eher unbedeutenden Testspiel zwischen Mainz 05 und Eintracht Frankfurt zwar nur, aber, hey, man nimmt, was man bekommen kann, gerade, wenn so viel schiefläuft wie bei Eintracht-Angreifer Sam Lammers.

Doch auch in aller Freundschaft sollte es nicht klappen, im ersten Abschnitt wurde sein Nachschuss abgeblockt, und eine Viertelstunde vor Schluss war es Eintracht-Verteidiger Tuta, der ein paar Sekundenbruchteile eher als der Stürmer am Ball war und ihn im Mainzer Kasten versenkte (74.). 1:0, der Siegtreffer im Nachbarschaftsduell am Bruchweg, errungen mit einer aufgepeppten B-Elf. Lediglich zwei Stammspieler (Kapitän Sebastian Rode und Tuta) standen in der Startformation.

Eintracht Frankfurt im Testspiel gegen Mainz 05: Tag zum Vergessen für Sam Lammers

Für Sam Lammers war es wieder einmal ein Tag zum Vergessen. „Tut mir leid für ihn, schade“, kommentierte Trainer Oliver Glasner, „man steht draußen und drückt ihm die Daumen. Als Stürmer brauchst du mal so eine Situation, damit du wieder Selbstvertrauen bekommst.“ Die reine Leistung des Niederländers war erneut äußerst dürftig. Glasner moderierte eine entsprechende Frage gekonnt, aber vielsagend ab: „Er war sehr bemüht, das war okay.“

Für das Niveau des Privatspiels in Mainz fand der Fußballlehrer sehr viel überschwänglichere Worte: „Das war ein super Test“, bedeutete der 47-Jährige. „Beide haben das Spiel ernstgenommen. Ich habe vieles gesehen, was mir gefallen hat.“ Und auch ein paar Dinge, die er nicht so gut fand. Das Abwehrverhalten vor der größten Mainzer Chance etwa, als Almamy Touré FSV-Stürmer Ben Justus Bobzien im Strafraum zu Fall brachte und der Schiedsrichter korrekterweise auf Strafstoß entschied. „Das hat mich geärgert, weil wir es da verpasst haben, uns rechtzeitig zu sichern. Das war ein Schwerpunkt in dieser Trainingswoche.“ Den von Jean-Paul Boetius getretenen Elfer parierte Eintracht-Torwart Jens Grahl. Der dritte Keeper zeigte eine starke Leistung. Genauso wie Abwehrchef Tuta und Danny da Costa als Innenverteidiger. „Danny hat ein großartiges Spiel gemacht“, lobte Glasner, der Makoto Hasebe, Martin Hinteregger, Filip Kostic, Evan Ndicka und Kevin Trapp schonte. Stefan Ilsanker fehlte wegen einer Infektion mit dem Coronavirus.

Eintracht Frankfurt siegt im Testspiel gegen Mainz – doch Hauge schwächelt

Eine großartige Leistung konnte man Neuzugang Ansgar Knauff auch mit allem Wohlwollen nicht attestieren. Der Neuzugang, am rechten Flügel eingesetzt, war gar nicht eingebunden, hatte in 64 Minuten Spielzeit kaum Ballkontakte. Der Trainer warb um Verständnis, schließlich habe sich der 20-Jährige gleich in seinem ersten Training am vergangenen Samstag am Sprunggelenk verletzt und konnte erst am Mittwoch auf den Übungsplatz zurückkehren.

Taktisch habe er seine Sache sehr ordentlich gemacht, lobte Glasner. „Wir hätten ihn in der Offensive öfter einsetzen können.“ Dennoch sei der flinke Flügelmann eine sinnvolle Kader-Ergänzung. „Wenn wir Input brauchen, ist er mit seinem Tempo über Außen eine Variante.“

Zumal sich das Spielsystem zumindest in der nächsten Partie beim VfB Stuttgart ändern könnte. Denn Daichi Kamada fällt mit einem Muskelfaserriss aus. Den hatte sich der Japaner am Freitag im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld zugezogen. Die Eintracht hofft, den Kreativkopf im Duell gegen Wolfsburg am 12. Februar wieder einsetzen zu können. Der Ausfall Kamadas ist ein Schlag ins Kontor, er ist in der Offensive ein Fixpunkt. „Er war in einer guten Verfassung“, räumte Glasner ein und fügte lakonisch an: „Dann wird jetzt ein anderer Spieler kommen.“

Aber welcher? Jens Petter Hauge? Der Norweger spielte erstmals nach seiner überstandenen Muskelverletzung, lieferte aber eine höchst durchwachsene Vorstellung ab. „Das ist nach einer Pause ganz normal“ relativierte Glasner. Rund sechs Wochen musste der 22-Jährige pausieren. „Du musst dir erst den Rhythmus und das Gefühl wieder holen“, bekräftigte er. „Er war zu lange am Ball, wir brauchen aber schnelle Lösungen.“

Eintracht Frankfurt: Aymen Barkok zieht es nach Mainz – Ragnar Ache soll zum FSV verliehen werden

Die könnte es auf ganz anderer Ebene bei Ragnar Ache geben. Der Stürmer, der am Donnerstag offiziell wegen einer leichten Blessur fehlte, könnte sich dem Rivalen aus Mainz auf Leihbasis anschließen. „Ich habe von seinen Beratern nichts gehört. Mal schauen, was noch passiert“, sagte Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche und fügte an: „Das müsst Ihr die Mainzer fragen.“ Aber auch die mauern. „Wir haben noch ein paar Tage Zeit. Wir werden nur was machen, wenn wir der Überzeugung sind, dass es passt“, sagte Trainer Bo Svensson, der seine zuletzt unpässlichen Angreifer Adam Szalai und Marcus Ingvartsen nur langsam integrieren kann. Ache ist eine Alternative.

Und: Spätestens im Sommer wird sich Aymen Barkok den Rheinhessen anschließen. Das Eigengewächs hat keine Zukunft mehr in Frankfurt.

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