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So sehen Blamierte aus: Marco Russ, Armin Veh, David Abraham und Timothy Chandler (von links) nach dem Schlusspfiff.
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So sehen Blamierte aus: Marco Russ, Armin Veh, David Abraham und Timothy Chandler (von links) nach dem Schlusspfiff.

Gladbach - SGE

Eintracht tief in der Krise

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt kommt unter Flutlicht böse unter die Räder: Borussia Mönchengladbach zerlegt die Hessen beim 1:5 (1:1) nach allen Regeln der Kunst. Die Schlappe zeigt auch: Eintracht Frankfurt hat sich in eine Sackgasse manövriert.

Als Andre Hahn, einst bei Kickers Offenbach unter Vertrag, mit seinem zweiten Treffer in der Schlussminute den Deckel drauf machte auf ein blamables 1:5, gellte ein Pfeifkonzert von den Rängen wie man es lange nicht mehr gehört hat im Frankfurter Stadtwald. Und das völlig zu Recht: Eintracht Frankfurt hat sich bis auf die Knochen blamiert, Eintracht Frankfurt steckt tief in der Krise.

Aus den letzten fünf Spielen sammelte die Eintracht gerade zwei Punkte bei 2:9 Toren, beide Tore erzielte Alex Meier jeweils nach Standards. Auch das bezeichnend. Dieses Mal verwandelte er einen Strafstoß zum schmeichelhaften Ausgleich (29.).

Das 1:5, auch in der Höhe verdient, zeigte gravierende, strukturelle Defizite auf. Derzeit ist diese Mannschaft nicht wettbewerbsfähig, Gladbach, und da hatte Klubchef Heribert Bruchhagen vollkommen Recht, „war uns in allen Belangen überlegen.“ Ja, in der zweiten Halbzeit war  ein  Klassenunterschied festzustellen.

Gravierendstes Manko war: Den Hessen fehlte komplett das Tempo. „Die Gladbacher waren zu schnell für uns“, fasste Trainer Armin Veh die Partie zusammen. Jeder Gladbach war immer einen Schritt schneller, gedanklich und auch physisch. Bisweilen wirkte es so, als spiele eine Alt-Herren-Mannschaft gegen ein Profiteam. Stefan Reinartz, Marc Stendera, Marco Russ zuckelten im Einheitstrott übers Feld: langsam, behäbig, schwerfällig schoben sie den Ball von Mann zu Mann, keiner zog mal einen Sprint an. In den defensiven Zweikämpfen waren die Frankfurter immer zu weit weg, hielten Sicherheitsabstand. So kann man in der Bundesliga nicht zum Erfolg kommen.

Veh: „Wir stecken ziemlich in der Scheiße“

Ganz anders die Gladbacher, die spritzig und wendig jede sich bietende Gelegenheit zum Kontern nutzten. Der Sieg, den Raffael (16., 57.), Andre Hahn (82., 90.) sowie der überragende und erst 19 Jahre alte Mahmoud Dahoud (51.) erzielten, ging völlig in Ordnung. Selten hat eine Mannschaft im Frankfurter Stadion derart souverän aufgedreht. Die Angriffe der Gäste trafen die Frankfurter ins Mark, hilflos mussten sie mitansehen, „wie der Gegner seine Schnellgkeit ausspielte“ (Veh). Den Hessen  war es nicht gelungen, in 90 Minuten auch nur eine einzige Torchance zu kreieren. Auch das alarmierend: Die Hessen kommen ohnehin kaum noch zu Möglichkeiten.

Eintracht Frankfurt hat sich in eine Sackgasse manövriert. So kann es nicht weitergehen, da sind sich alle Beteiligten einig. „Wir stecken ziemlich in der Scheiße, Mannschaft und Trainer“, formulierte der Fußball-Lehrer drastisch. „Jetzt bin ich als Trainer gefordert. Ich muss das Richtige machen.“ Er kündigte an, dass er das System und die generelle Herangehensweise ändern wird. „Wir kommen nicht durch, mit dem, was wir vorhaben. Wir sind an einem Punkt, an dem ich sagen muss: Wir müssen was ändern“, analysierte der Coach unmittelbar nach dem Schlusspfiff. „Wir brauchen Sicherheit und Kompaktheit. Man kann jetzt nicht sagen, wir machen einfach weiter so. Ich sehe nicht, dass der Knoten platzt.“ Sein Masterplan, mit offensiven, attraktiven Fußball Punkte zu holen, ist fürs erste gescheitert. Er wird, ähnlich wie nach der Hinrunde in seinem letzten Jahr bei den Hessen, die Mannschaft umstellen, defensiver einstellen, sie enger formieren. „Die Mannschaft braucht jetzt keine Predigt, sie braucht was anders. Wir müssen uns neu aufstellen. Druck kriegt sie sowieso schon von außen“, sagte Veh. Es wird unruhig werden in Frankfurt, die Stimmung ist bereits gekippt. Das hat sich die Mannschaft freilich selbst zuzuschreiben.

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