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Eintracht-Sturm: Die Gefahr wächst

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Von: Daniel Schmitt, Ingo Durstewitz

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Abheben zum Torjubel: Jesper Lindström (von links), Ansgar Knauff und Daichi Kamada.
Abheben zum Torjubel: Jesper Lindström (von links), Ansgar Knauff und Daichi Kamada. © Jan Huebner/Imago

Kamada trifft, Lindström bereitet vor, Knauff macht Dampf: Frankfurts Offensive kommt in Schwung – gerade noch rechtzeitig.

Beim Frankfurter Siegtreffer, dem 2:1 nach 52 gespielten Minuten am Sonntagabend im Waldstadion, waren sie dann tatsächlich alle beteiligt, alle fünf von Eintracht-Trainer Oliver Glasner gegen den VfL Bochum aufs Feld geschickten Offensiven. Da wäre Rafael Borré, der Mittelstürmer, der sich wie so oft zwar nicht dort bewegte, wo sich Mittelstürmer üblicherweise bewegen. Borré aber dribbelte aus dem tiefen Raum, über links, und spielte einen perfekt austarierten Pass auf den durchstartenden Filip Kostic. Dessen scharfe Flanke auf den langen Pfosten, eine schlechte Ballannahme von Ansgar Knauff, eine deutlich bessere Ablage auf Jesper Lindström, ein Schuss, ein Abstauber, der Matchwinner Daichi Kamada - zum zweiten Mal binnen fünf Tagen.

Wie bereits am Mittwochabend beim teilweise berauschenden Europa-League-Erfolg in Sevilla avancierte der 25-jährige Spielgestalter auch im wesentlich weniger aufregenden Bundesligaduell gegen Bochum zum letztlich spielentscheidenden Mann aus Eintracht-Sicht. Ausgerechnet jener Kamada also, der vor kaum einem Monat nach dem 0:1 von Köln erheblich in der Kritik gestanden hatte und auf dem Rasen eine Standpauke von Trainer Glasner über sich ergehen lassen musste. Offenbar eine mit Wirkung.

Kamada habe nach einer Oberschenkelblessur Ende Januar körperlich das eine oder andere Prozent an Fitness und auch mentaler Stärke verloren, hatte der Frankfurter Fußballlehrer unlängst die durchwachsenen Februar-Leistungen des Japaners erklärt. Diesen Rückstand scheint Kamada nun aufgeholt zu haben. Er, sagte der Trainer am Sonntagabend, habe immer gewusst, „dass Daichi uns helfen und Spiele für uns gewinnen kann. Er hat diese Qualität.“ Zwar wirkt der Techniker noch immer nicht dort angekommen, wo er ob seiner fußballerischen Klasse sein könnte, nämlich bei konstant hochwertigen Leistungen, die Tendenz bei Kamada aber zumindest ist die richtige.

Eintracht Frankfurt: Mit Knauff und Lindström „absolut auf richtigem Weg“

Ebenso wie bei seinem Offensivkollegen Jesper Lindström. Der Däne, der wie die gesamte Mannschaft in ein Frühjahres-Tor-Loch gefallen war, agierte zuletzt wieder deutlich selbstbewusster und zielstrebiger vor des Gegners Kasten. In Sevilla bereitete er den Siegtreffer vor und holte einen Handelfmeter raus, gegen Bochum war er an beiden Frankfurter Treffern beteiligt. Zwar nicht unbedingt in dieser Art und Weise von ihm gewollt, so verkamen die Torschüsse zu Vorlagen, aber: sei’s drum. Der schnelle Flügelspieler war gegen den VfL ein Aktivposten seines Teams. Drei Torschüsse und drei Torschussvorlagen standen nach 72 Minuten in seiner Statistik, ehe er von Glasner vom Rasen geholt wurde. Lindström war zuvor unglücklich gelandet, leicht mit dem Knöchel umgeknickt und entsprechend lädiert. „Der Knöchel ist ein bisschen dick, aber nicht sehr dick, eine leichte Bänderdehnung“, mutmaßte sein Coach. Glasner geht davon aus, dass der 22-Jährige aus Kopenhagen am Donnerstag im Rückspiel gegen Sevilla wieder zur Verfügung steht.

Auffällig ist zudem, dass seit der ersten Startelfnominierung von Ansgar Knauff, beim 0:1 gegen die Bayern war das, deutlich mehr über die rechte Seite geht als in den vielen Wochen zuvor. Lindström, 22, und Knauff, 20, attackieren die Kontrahenten nun im Doppelpack, setzen sie abwechselnd unter Druck. Danny da Costa oder Timothy Chandler waren da schon die deutlich defensiveren Varianten. „Da sind wir absolut auf dem richtigen Weg“, lobte Glasner sein junges Doppel. Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche ergänzte: „Durch Angsar sind wir flexibler geworden und nicht mehr so leicht ausrechenbar für den Gegner.“ Das Zusammenspiel mit Lindström funktioniere gut.

Eintracht Frankfurt sind in den vergangenen drei Spielen acht Tore gelungen und damit zwei Treffer mehr als zuvor in den sieben Partien seit Jahresbeginn. Glasner sieht das Offensichtliche natürlich, den offensiven Aufwärtstrend, ist aber ganz trainer-like (noch) nicht zufrieden: „Wir müssen noch zielstrebiger, noch effektiver, noch genauer werden.“

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