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Wenn das Bein zu hoch ist: Rafael Borré (re.) im Zweikampf mit Niklas Dorsch. Der eine sieht Sternchen, der andere die gelbe Karte.
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Wenn das Bein zu hoch ist: Rafael Borré (re.) im Zweikampf mit Niklas Dorsch. Der eine sieht Sternchen, der andere die gelbe Karte.

SGE

Eintracht: Rafael Borré fehlt ein klassischer Stoßstürmer als Partner

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Stürmer Rafael Borré fühlt sich hinter einer Spitze wohler - nur fehlt die der Frankfurter Eintracht noch.

Frankfurt - Rafael Santos Borré, der Stürmer aus dem kolumbianischen Barranquilla, hat am Dienstag das machen müssen, was kaum ein Fußballer gerne tut – im Kraftraum schuften. Gymnastik, Stabilisation, mal ein Gewicht stemmen und Sprints mit einem schweren Schlitten im Schlepptau. „Anstrengend“ sei das, gab der bald 26-Jährige zu Protokoll, zumal die Einheit den ganzen Vormittag in Anspruch nahm. Den Ball sahen die Profis von Eintracht Frankfurt erst am Nachmittag, zweimal Training zu Beginn der Woche ist keine Seltenheit unter Coach Oliver Glasner.

Eintracht Frankfurt: Warten aufs erste Tor

Aber selbst wenn die Kärrnerarbeit an den Geräten nicht zur Lieblingsbeschäftigung des eher schmächtigen Angreifers zählt, so fühlt sich Borré in Frankfurt wohl, seine ersten Eindrücke von Stadt, Land und Liga sind positiv - obwohl sein neues Team bislang noch nicht so richtig in Tritt gefunden hat. Zwei Pflichtspielniederlagen und ein müdes 0:0 zu Hause gegen Augsburg sind nicht das, was die Hessen fürs Erste erwartet haben, selbst wenn, wie es den Anschein hat, ein erneuter Umbruch auf das Team zuzukommen droht. Rafael Borré, der weiterhin mit seiner Familie im Hotel am Main wohnt, hat bislang nicht enttäuscht, er ist sehr bemüht, ist ständig unterwegs, fordert den Ball, lässt sich fallen, ist willig.

All das hat man sich von ihm erhofft, er ist nun mal kein klassischer Stoßstürmer, keiner für die allererste Reihe mit dem Rücken zum Tor. Der Kolumbianer, zuletzt erfolgreich in Argentinien beim Spitzenklub River Plate, ist das, was fußballneudeutsch schwimmende Neun genannt wird: einer für die Linien dahinter.

Dummerweise muss er, mangels geeigneter Alternativen, ganz vorne spielen, als einzige Spitze mit dem Rücken zum Tor. Das ist nicht sein Spiel, dazu ist er, nur 1,74 Meter groß und eher Leichtgewicht als Wuchtbrumme, viel zu häufig hoch angespielt worden, etwa gegen Augsburg - kein Wunder, dass Gegenspieler Felix Uduokhai, 1,88 Meter, wenig Mühe hatte, praktisch alle Kopfballduelle für sich zu entscheiden, und davon gab es viele.

Borré in vorderster Front erscheint derzeit nicht die Lösung auf Dauer, ist allenfalls der Not geschuldet. Entsprechend intensiv ist Eintracht-Vorstand Markus Krösche auf der Suche nach einem Stoßstürmer - selbst wenn die Hessen darüber hinaus auch den Bremer Kevin Möhwald, 28, ein defensiver Mittelfeldspieler von Zweitligist Werder Bremen, als Ersatz für den am Knie operierten Sebastian Rode im Auge haben.

„Ein zweiter Stürmer wäre gut“, sagt Borré, er könne sich vorstellen, sich prima „mit einem klassischen Neuner zu ergänzen“. Er könnte dann mit seinen langen Läufen entsprechende Räume schaffen. Ein „groß gewachsener Stürmer“ böte eine zusätzliche Option, man wäre dann variabler. Auch die jüngste Systemumstellung, die Trainer Glasner vor dem Augsburg-Spiel vorgenommen hatte, empfand er als richtig, eine Überraschung sei das nicht gewesen. „Das haben wir im Training einstudiert.“ Zudem habe man es immer wieder mit unterschiedlichen Spielstilen der Gegner zu tun, auf die man reagieren müsse. Dass noch nicht alle Rädchen perfekt ineinander griffen, sei nur zu verständlich, die Abstimmung fehle noch, obwohl er, speziell mit Flankengeber Filip Kostic, im ständigen Dialog stehe. „Wir sind auf einem guten Weg, diese Dinge hinzubekommen.“

Eintracht Frankfurt: Anstrengende Reisen

Im Großen und Ganzen, sagt der Kolumbianer, habe er in Frankfurt das vorgefunden, was er erwartet hatte: „Die Bundesliga ist gut, ist dynamisch, das gefällt mir.“ Die Intensität sei hoch, das Tempo auch, aber das komme seinen Vorstellungen nahe.

Nur ein eigener Treffer in einem Pflichtspiel ist ihm noch nicht gelungen. „Toreschießen ist sehr wichtig für mich“, sagt der Angreifer, der in 149 Spielen für River Plate in Buenos Aires 56 Treffer erzielt hat. „Deshalb bin ich doch gekommen: um Tore zu schießen und damit der Mannschaft zu helfen.“ Im letzten Testspiel vor Saisonbeginn gegen St. Etienne hat Borré immerhin einen Elfmeter verwandeln dürfen, eine Vorlage - vor dem Eigentor des Dortmunders Felix Passlack - steht zu Buche, zudem drei gute - allerdings ausgelassene - Chancen gegen den BVB. In Bielefeld, bei der Arminia, hat der 25-Jährige das nächste Mal die Gelegenheit, erstmals zu treffen.

Danach freilich geht es für Rafael Borré sehr wahrscheinlich wieder zurück in die Heimat - sofern er in den Kader der kolumbianischen Nationalmannschaft berufen wird, für die er bislang vier Spiele – darunter jüngst bei der Copa America – bestritten hat. Gleich drei Partien hat Kolumbien in der WM-Qualifikation vor der Brust, am 2. September gegen Bolivien (in La Paz), am 6. September gegen Paraguay (in Asuncion) und am 10. September zu Hause gegen Chile. Zwei Tage später schon empfängt die Eintracht den VfB Stuttgart. Könnte knapp werden für den flinken Borré. Aber vielleicht ist ja bis dahin schon der neue Stürmer verpflichtet.

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