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Mit links: Daichi Kamada zum Sieg.
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Mit links: Daichi Kamada zum Sieg.

SGE

Eintracht Frankfurt siegt in Gladbach mit „Willen und Herz“ - Adi Hütter tief in der Krise

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt kommt immer besser in Fahrt, dreht das Spiel in Gladbach und stürzt Ex-Trainer Hütter tiefer denn je in die Krise.

Frankfurt - Hinterher, als die 20-minütige Abwehrschlacht im Borussenpark dann erfolgreich überstanden war, hat Timothy Chandler, der fröhliche Ersatzspieler, einen Mann ganz fest in die Arme genommen, der den 3:2 (1:1)-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach am Ende festgehalten hatte: Kevin Trapp. Gerade in der Schlussphase, als Eintracht Frankfurt nach der Gelb-Roten Karten gegen Verteidiger Tuta (70.) in Unterzahl agieren musste und folglich gehörig unter Druck geraten war, hatte der 31-Jährige ein paar schwierige Bälle entschärft und vor allem enorm sicher gewirkt. „Hinten raus hatten wir ein bisschen Glück“, räumte Trapp dann bei der ersten Analyse ein, „aber dafür wir haben auch viel getan.“

Die Eintracht habe den positiven Trend der letzten Wochen fortführen können. „Wir haben den Lauf und die Mentalität dafür.“ Der Sieg am Mittwochabend, so Ballfänger Trapp, sei „verdient glücklich“ gewesen. Sein Chef, Trainer Oliver Glasner, urteilte zufrieden: „Mit großer Moral haben wir unser Tor verteidigt, wir haben uns in jeden Schuss geworfen und mit großem Willen und großem Herz den Sieg nach Hause gebracht.“

Eintracht Frankfurt gewinnt gegen Ex-Trainer Adi Hütter

Mit diesem Erfolg gegen den ehemaligen Eintracht-Trainer Adi Hütter und einem beeindruckenden Zwischenspurt hat sich Eintracht Frankfurt fürs Erste in der vorderen Tabellenhälfte eingenistet. Schon vor der Partie hatte Vorstandssprecher Axel Hellmann davon gesprochen, wonach man an diesem Abend „die Fahrkarte nach oben“ lösen könne. Das ist der Mannschaft am Niederrhein eindrucksvoll gelungen.

Dass die Hessen überhaupt noch mal so sehr in die Bredouille gekommen waren, hatte kaum einer erwartet, der die wilden 20 Minuten nach der Pause erlebt hatte. Da nämlich hatten die Gäste, die ihren fünften Sieg im sechsten Pflichtspiel feiern konnten, die krisengeschüttelten Gladbacher komplett beherrscht. Im zweiten Abschnitt habe man „richtig gut nach vorne gespielt“, sagte Glasner, der ein wenig um die angeschlagenen Kristijan Jakic, Djibril Sow und Sebastian Rode vor dem Heimspiel am Samstag gegen Mainz 05 bangt.

Eintracht Frankfurt

Leicht hätten die Frankfurter in dieser Phase mehr Tore erzielen können, vielleicht sogar müssen, vor allem der sehr stark aufspielende Jesper Lindström hätte fast mühelos sein Torkonto erhöhen können. Immerhin traf er sehr schön zum zwischenzeitlichen 2:1 (49.). Dieses 2:1 war die Krönung eines fein heraus kombinierten Spielzuges, ein Löwenanteil am Tor gebührte Linksverteidiger Evan Ndicka, der sich mal wieder weit nach vorne gewagt hatte und kurz vor der Seitenauslinie dem Dänen maßgerecht servierte. Danach explodierte die schmächtige Offensivkraft förmlich, Lindström war an fast jeder gefährlichen Aktion beteiligt.

Doch entweder parierte der gute Torhüter Yann Sommer oder die Kugel prallte vom Pfosten zurück. In dieser Phase hätten die Gäste den Sack zumachen können, immerhin reichte es durch Daichi Kamada (56.), der nach Doppelpass mit Rafael Borré den Siegtreffer erzielte. Zwischenzeitlich hatten die Hausherren ausgleichen können. Ramy Bensebaini hatte einen umstrittenen Foulelfmeter (Danny da Costa an Manu Koné, 52.) sehr sicher verwandelt.

Eintracht Frankfurt: Hütter in Mönchengladbach in der Krise

Nach der 3:2-Führung der Frankfurter hatten die Gladbacher minutenlang vollkommen den Faden verloren. Sie spielten da fast kopflos, ein einziger Hühnerhaufen, wie vor zwei Wochen, als sie gegen den SC Freiburg sechs Tore in 37 Minuten kassierten. Nur das Unvermögen der Eintracht-Profis verhinderte einen höheren Rückstand. Und nicht zu überhören waren hämische „Hütter-Raus-Rufe“ der Frankfurter Fans.

Als die Partie beendet war, sah man Adi Hütter auf dem Platz, wie er sich mit Ndicka abklatschte und sich lange angeregt mit Sebastian Rode unterhielt. Das dürfte angesichts der Krise am Niederrhein nicht so gut angekommen sein in Mönchengladbach. Für die Fohlen war dies bereits die vierte Pleite hintereinander, bei einem Torverhältnis von 4:17. Die Alarmglocken läuten schrill rund um den Borussiapark. Dabei begann es gut für die Hausherren. Im Grunde hatte die Eintracht die erste Halbzeit komplett verschlafen. Da war nichts zu spüren von der Spielfreunde vom vergangenen Sonntag beim Spektakel gegen Bayer Leverkusen, kein Gran Körperlichkeit war im Spiel, nichts zu sehen von Galligkeit oder gar Aggressivität. Glasner deckelte deswegen auch darob sein Team: Zu „lethargisch“ sei man angelaufen, „zu halbherzig“ gespielt, sich zu „viele Ballverluste“ geleistet. Insgesamt empfand er seine Mannschaft nicht so griffig wie zuletzt. Das mag auch dem hohen Aufwand geschuldet sein, den das Team betreiben muss.

Eintracht Frankfurt gegen Borussia Mönchengladbach - Aufregung nach dem Seitenwechsel

Die Hessen ließen das Spiel in den ersten 45 Minuten so dahinplätschern. Selbst das frühe 0:1 durch Florian Neuhaus (5.), der mit einem flachen Schuss von der Strafraumgrenze die Gladbacher Führung erzielen konnte, weckte keinen im schwarzen Frankfurter Dress auf. Woher rührte nur diese seltsame Zurückhaltung?

An Borussia Mönchengladbach, auf vier Positionen gegenüber der 1:4-Schlappe gegen Leipzig verändert, konnte es nicht gelegen haben. Deren Verunsicherung war mit Händen zu greifen, selbst die frühe Führung mit dem ersten Torschuss ließ die Brust der Hausherren nicht schwellen. Insofern wussten die Frankfurter beinahe selbst nicht, wieso sie mit einem 1:1 in die Pause gingen. Das hatte viel mit Denis Zakaria zu tun, der am eigenen Strafraum ins Dribbling ging und den Ball verlor. Über den früh für den angeschlagenen Jakic eingewechselten Rode kam die Kugel zu Lindström, dessen Querpass Rafael Borré mühelos über die Linie drückte. Es war der Auftakt vor einer deutlich aufregenderen zweiten Halbzeit. (Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein)

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