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Seht her, wir haben es gepackt: Goncalo Paciencia (links) jubelt nach dem erlösenden 1:0. dpa
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Seht her, wir haben es gepackt: Goncalo Paciencia (links) jubelt nach dem erlösenden 1:0. dpa

SGE

Eintracht siegt in Antwerpen: Happy End im Hexenkessel

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt spielt erneut durchwachsen, fährt beim Europa-League-Spiel in Antwerpen aber den ersten Pflichtspielsieg der Saison ein.

Antwerpen - Ob das jetzt der ersehnte Befreiungsschlag war? Zweifel sind durchaus angebracht, dazu war die Leistung, vor allem in der zweiten Halbzeit, dann doch nicht überzeugend genug. Immerhin: Eintracht Frankfurt ist es gelungen, in einem flotten, zeitweise beinhart geführten Europa-League-Spiel erstmals in dieser Saison den Platz als Sieger zu verlassen. „Ich bin sehr erleichtert“, sagte Trainer Oliver Glasner, „dass wir das Thema jetzt durch haben.“ Es sei ein rassiges Europa-League-Spiel gewesen, „beide haben sich nichts geschenkt“, fand der Coach.

Es war Goncalo Paciencia, der bisher überhaupt keine Rolle gespielt hat, der mit seinem Elfmetertor in der 90. Minute den 1:0 (0:0)-Erfolg in der Europa League bei Royal Antwerpen sicherstellte. Der Portugiese war gerade fünf Minuten zuvor eingewechselt worden. „Ich freue mich riesig für Goncalo“, sagte Glasner: „Dass er Verantwortung übernimmt und ihn so trocken reinmacht, nötigt mir ganz, ganz großen Respekt ab.“ Überhaupt habe er „super Jungs“ und eine „super Truppe“ beisammen, lobte der Fußballlehrer. Die Hessen haben nun in ihrer Gruppe vier Zähler, sie sind damit wieder gut dabei.

Das Spiel war auch von Ausschreitungen vor dem Anpfiff und während des Spiels überschattet. Belgische Fans zündeten Feuerwerkskörper und rannten unmittelbar nach dem 0:1 auf dem Platz. Auch VIP-Gäste der Eintracht auf der Haupttribüne wurden tätlich angegriffen, die Interviews auf dem Feld mussten abgebrochen werden, weil Eintracht-Profis mit Gegenständen beworfen wurden.

Eintracht Frankfurt gewinnt in Antwerpen

Sportlich zeigten die Frankfurter auch in dieser hektischen Begegnung just die Probleme, die sie in der Liga so sehr beuteln: Es fehlte die Durchschlagskraft, in der entscheidenden Zone sind die Hessen nicht zielstrebig genug.

Trainer Oliver Glasner hatte sich, der aktuellen personellen Verteidigernot geschuldet, dann doch dazu durchringen können, die Frankfurter Defensive umzustellen und es wieder mit einer Dreierkette versucht. Das war angesichts der Ausfälle von Evan Ndicka, Erik Durm und Christopher Lenz allenthalben erwartet worden, Makoto Hasebe, der Routinier mit dem ruhigen Fuß, bekleidete die zentrale Position im Abwehrblock. Und er tat das wie erwartet sehr souverän und fehlerlos, war bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden in der 72. Minute der ruhende Pol hinten drin. Neben ihm agierten Martin Hinteregger und - durchaus überraschend - auch Almamy Touré. Der Franzose hatte lange auf seinen Einsatz in der Startformation warten müssen, eine schwere und hartnäckige Sehnenverletzung im Oberschenkel hatte gut zwei Monate außer Gefecht gesetzt.

Sein letztes Spiel bestritt der 25-Jährige am letzten Spieltag der Vorsaison, da kam er gegen den SC Freiburg zehn Minuten vor Schluss in die Partie und erzielte gleich ein hübsches Tor. Auf den beiden Flügeln agierten Timothy Chandler rechts und Filip Kostic auf seiner gewohnten linken Seite, dort, wo er für Eintracht Frankfurt am besten aufgehoben ist. „Wir haben aufgrund der Ausfälle unsere Grundordnung angepasst“, begründete Glasner.

Randale vor dem Spiel

Unschönen Szenen in Antwerpen: Übereinstimmenden Medienberichten zufolge haben Frankfurter Hooligans am gestrigen Nachmittag in der belgischen Stadt randaliert. Eine Gruppe habe die Antwerpener Fan-Bar Taverne The great old, in unmittelbarer Nähe des Bousuil-Stadions, angegriffen. Die Terrasse des Cafés wurde zerstört, in die Bar seien Angreifer aber nicht gelangt. Etwa 100 Personen seien festgenommen worden, die erst nach Spielschluss auf freien Fuß kamen. Die Polizei setzte bei der Suche Helikopter ein. Frankfurt-Anhänger sollen bereits am Vortag randaliert haben. (dpa/FR)

Eintracht Frankfurt agiert zunächst stabiler als zuletzt

Tatsächlich agierten die Hessen anfangs deutlich stabiler als zuletzt, sie hatten die Partie in den ersten 20 Minuten unter Kontrolle, sie spielten sehr souverän auf. Das hatte alles Hand und Fuß, nichts viel war zu spüren von einer möglichen Verunsicherung angesichts der langen Durststrecke ohne Sieg. Der Ball lief zunächst recht flüssig durch die eigenen Reihen, das war alles gefällig und stimmig. Sogar Torchancen hatten sich geboten.

Früh kratzte Antwerpens sehr sicherer Torwart Jean Butez einen Freistoß von n Hinteregger aus dem bedrohten Eck, dann versemmelte der im zweiten Abschnitt rapide abbauende Sam Lammers eine Möglichkeit, schließlich fand wieder Kostic seinen Meister im belgischen Schlussmann.

Dann nach der Hälfte der ersten Halbzeit kamen die Belgier deutlich besser ins Spiel. Vor allem über rechts, über den sehr flinken, dribbelstarken Manuel Benson beschworen sie immer wieder eine gewisse Torgefahr herauf, Hinteregger hatte mit dem kleinen, wendigen Kerl mehr als seine liebe Mühe und Not.

Allzu brenzlig wurde es aber noch nicht vor dem Tor von Kevin Trapp, das wenige, das er zu tun hatte, war Routinearbeit für den Ballfänger. Aber auch die Frankfurter fanden immer seltener den direkten Weg in die gefährliche Zone. Vieles sah ganz nett aus, blieb aber lange Zeit brot- und harmlos. Viel zu selten befiehl einen das Gefühl, wonach Eintracht Frankfurt einen Treffer würde erzielen können.

Entscheidung in der Nachspielzeit: Paciencia trifft zum 1:0 für Eintracht Frankfurt

Unmittelbar nach der Pause - Daichi Kamada war für den enttäuschenden Ajdin Hrustic gekommen - knallten Feuerwerkskörper, aus dem belgischen Fanblock hinter Trapp gezündet. Einer dieser Böllern explodierte in unmittelbarer Nähe des Torwarts zwischen seinen Beinen, Trapp ging zu Boden, da stand das Spiel für einen Moment auf der Kippe. Doch der Schlussmann berappelte sich wieder, spielte weiter und ließ sich etwa nicht auswechseln. Hätte er nicht weiterspielen können, hätte Eintracht Frankfurt sicher beste Chancen gehabt, bei einem Protest das Spiel am Grünen Tisch zu gewinnen.

Im zweiten Abschnitt übernahm dann immer mehr Royal Antwerpen das Kommando. Ally Samatta (64.) hatte eine prima Gelegenheit, verzog aber. Die Eintracht kam immer schwerer ins Spiel, genau vor dieser physischen Stärke der Belgier hatte Glasner tags zuvor noch eigens gewarnt. Als sich freilich alle schon auf ein torloses Remis eingestellt hatten, war Jesper Lindström noch einmal auf und davon gegangen, im Strafraum wurde er dann von Dinis Almeida von den Beinen geholt. Es gab zu Recht Strafstoß. Und der Edeljoker Paciencia sorgte mit einem cool verwandelten Strafstoß für ein nicht mehr erwartetes Happy End im Hexenkessel. (Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein)

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