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Soll die Kette nach Vorbild der Ordnungshüter dicht halten: Carlos Zambrano.

Eintracht Frankfurt

Eintracht setzt auf Offensive

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Eintracht Frankfurt trifft am 17. Spieltag der Fußball-Bundesliga auf Werder Bremen. Die Hessen wollen dabei zum alten System zurückkehren und selbst die Initiative ergreifen.

Nun ist es also da, das wichtige Spiel, von manchem gar zum „wichtigsten Spiel des Jahres“ hochgejazzt. Ein paar Stunden, dann bläst der Schiedsrichter Wolfgang Stark in sein Pfeifchen und los geht das „Endspiel“ gegen Werder Bremen. „Da brauchen wir nicht drüber reden, das ist ein wichtiges Spiel. Aber man muss die Kirche im Dorf lassen“, sagt der Frankfurter Trainer Armin Veh vor den letzten 90 Minuten vor der Winterpause. Ihm freilich ist viel mehr dran gelegen, für sein Team die richtige Balance zu finden zwischen Anspannung und einer gewissen Lockerheit.

Daran habe er in dieser Woche vermehrt gearbeitet. „Die Jungs sollen auch mit Freude ins Spiel gehen.“ Das ist angesichts der prekären Gesamtsituation womöglich ein bisschen viel verlangt, aber das verkehrteste wäre, diese Partie zu überfrachten, viel zu viel draufzupacken. Immerhin steht, einerlei wie es heute Nachmittag gegen 17.20 Uhr steht, noch eine komplette Rückrunde an, verloren ist also nichts und abgestiegen auch niemand.

Tatsächlich hat Armin Veh in den letzten Tagen durchaus Dinge erkannt, die ihn einigermaßen zuversichtlich stimmten. Zum einen habe er einiges Positive aus dem Dortmund-Spiel mitnehmen können, etwa die Einstellung der Mannschaft zumindest in der ersten Halbzeit, dazu habe man in dieser Woche intensiv und gut trainiert. „Ich hoffe, wir können diese positiven Ansätze rüberbringen.“ Und schließlich steht Veh, bis auf Stefan Reinartz und Luc Castaignos, im Grunde die beste Elf zur Verfügung, auch wenn hinter dem Einsatz von Carlos Zambrano noch ein kleines Fragezeichen steht.

Als sicher gilt: Eintracht Frankfurt wird im letzten Heimspiel, für das bislang knapp 45000 Karten verkauft sind, deutlich offensiver agieren als zuletzt. „Wir wollen nicht so tief stehen wie etwa gegen Leverkusen“ , kündigt Veh an. Die Hessen wollen, trotz aller mentalen Schwierigkeiten, das Heft des Handels wieder in die Hand nehmen, wollen „mit einem gewissen Risiko“ nach vorne spielen, wollen die Initiative ergreifen.

Das ist praktisch die Rückkehr zum alten System, mit dem die Frankfurter zumindest zu Beginn der Runde erfolgreich waren und es dann, mit zunehmenden Niederlagen zugunsten eines defensiveren Konzeptes aufgegeben hatten. „Wir wollen unsere Stärken, die wochenlang verborgen sind, zum Tragen bringen. Wenn wir zu defensiv rausgehen, dann ist es so, als würden wir uns verraten“, hatte Veh schon in dieser Woche gesagt. Offen ist allein die Position auf der linken Seite; mit Mijat Gacinovic oder Luca Waldschmidt würde Veh die offensivere Variante wählen, mit Aleksandar Ignjovski die defensivere.

Armin Veh appellierte zudem an die Fans, die Mannschaft gerade in „scheren Zeiten“ nicht allein zu lassen oder gleich beim ersten Fehlpass zu pfeifen. „Gerade wenn es nicht läuft, müssen alle zusammenhalten, muss man sich trotz aller Unzufriedenheit gegenseitig unterstützen. Das ist meine Botschaft“, sagt Veh. Es weihnachtet, auch in Frankfurt.

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