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Die Spieler von Eintracht Frankfurt jubeln: Ihr Team steht im Sechzehntelfinale der Europa League.

Europa League

Die Eintracht lebt ihren Traum

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Eintracht Frankfurt siegt auf Zypern recht ungefährdet mit 3:2 und zieht vorzeitig ins Sechzehntelfinale der Europa League ein.

Als der portugiesische Schiedsrichter Tiago Martins die Europacup-Partie in Nikosia dann beendet hatte, war die vorzeitige Qualifikation für das Sechzehntelfinale am 14. Februar nächsten Jahres geschafft. Eintracht Frankfurt überwintert nach einem 3:2-Sieg auf Zypern gegen Apollon Limassol in Europa. Die Eintracht führt die Gruppe H ungeschlagen mit zwölf Punkten vor Lazio Rom an. „Der Traum beginnt jetzt“, sagte Stürmer Sebastien Haller, Torhüter Kevin Trapp ergänzte: „Es hätte niemand gedacht, dass wir den Einzug in die K.o.-Spiele vorzeitig schaffen. Wir sind auf einem richtigen Weg und dürfen jetzt nicht nachlassen.“

Der Sieg bringt weitere 570.000 Euro ein, dazu gibt es für das Erreichen der K.o.-Runde eine weitere halbe Million Euro. Bislang hat Europa der Eintracht mehr als 5,5 Millionen Euro in die Kassen gespült. Mit dem nie ernsthaft gefährdeten Sieg, dem siebten in den letzten acht Pflichtspiel, hat Eintracht Frankfurt, wie von Trainer Adi Hütter gefordert, gleich den ersten von drei möglichen Matchbällen verwandelt. Das nächste Frankfurter Ziel dürfte der Gruppensieg sein, die Voraussetzungen dazu sind bestens. 

Stendera sieht Gelb-Rot  

„Wir werden nicht groß Rücksicht nehmen auf das Spiel am Sonntag gegen Schalke“, hatte Trainer Hütter noch am Vorabend der Partie gesagt. Dennoch hatte der Coach dann am Donnerstagabend auf der Götterinsel ein wenig rotiert, hatte Filip Kostic und Jonathan de Guzman sowie Ante Rebic aus dem magischen Dreigestirn zunächst einmal eine schöpferische Pause gegeben. Jetro Willems, im ersten Europacup-Spiel in Marseille noch mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen, beackerte die linke Seite. Mijat Gacinovic und Marc Stendera sollten die Fäden im Mittelfeld ziehen. 

Für Stendera, das Frankfurter Eigengewächs, war es der erste Startelfeinsatz seit dem 25. November 2017 im Spiel gegen Bayer Leverkusen (0:1). Und Stendera schlug sich tapfer, er war im ersten Abschnitt häufig am Ball, hatte die erste Möglichkeit (15,) und wirkte ausgesprochen bissig. Vielleicht etwas zu bissig. Er war es auch, der nach einer Rangelei mit dem Apollon-Trainer Sofronis Avgousti eine Gelbe Karte sah, der Coach musste auf die Tribüne (37.). Später sah Stendera nach einem Foul Gelb-Rot. Unnötig. Das war nicht so clever. Auch der zuletzt leicht angeschlagene Gelson Fernandes war dabei, er kam damit zu seinem 25. Europacup-Spiel. 

Stimmung machten nur die SGE-Fans 

Im GSP-Stadion zu Nikosia gaben die Fans der Frankfurter, alle in graue Hoodies gekleidet, gleich den Ton an. Die Anhänger von Apollon waren klar in der Minderheit, weite Teile des Stadions, vor allem die Gegentribüne, waren nahezu komplett verwaist geblieben, im 23.000 Zuschauer fassenden Stadion fanden sich 8000 Fans ein, 5000 aus Frankfurt. Die Stimmung von den Rängen kam von der „grauen Wand“.

Die Eintracht brauchte eine Viertelstunde, um im Spiel zu sein. Die Gastgeber legten dieses Mal eine etwas rustikalere Gangart an den Tag, sie waren nicklig, und das behagte den Hessen zunächst gar nicht. Mit so viel Gegenwehr hatten sie offenbar nicht gerechnet. Aber dann hatte  Willems seinen genialen Moment, er steckte mit dem linken Außenrist einen Pass in die Mitte durch, wo Luka Jovic zur Stelle war und mit links trocken ins Tor schoss (17.). Es war bereits sein drittes Europapokal-Tor und wieder war einer der magischen Drei im Sturm für den Treffer verantwortlich.

Viele Flüchtigkeitsfehler bei Frankfurt

Danach schienen die Frankfurter die Partie unter Kontrolle zu haben, doch mit zunehmender Dauer schlichen sich Flüchtigkeitsfehler ein, vor allem Mijat Gacinovic wirkte anfangs unkonzentriert, steigerte sich dann aber deutlich. Und Apollon, das ebenfalls ordentlich rotiert hatte, kam wieder besser ins Spiel. Die erneut sehr spielstarken Zyprioten hatten kurz vor der Pause durch Anton Maglica eine große Ausgleichschance, doch der Stürmer schoss am Tor vorbei.

Wie schon in Frankfurt agierte Limassol am Ball gefällig, aber im Sturm weitgehend harmlos. Zu diesen Zeitpunkt hätte es aber schon 2:0 für die Frankfurter stehen können, Sebastien Haller hatte nach einem feinen Pass von Evan Ndicka viel zu lange gebraucht (41,), um sich und den Ball zu sortieren. Kurz nach der Pause hatte Jovic, erneut nach feiner Hereingabe von Willems, das 2:0 auf dem Fuß, doch sein Schuss verfehlte das Tordreieck. Besser machte es dann Haller in der 55. Minute, der Franzose drückte aus kurzer Distanz eine Flanke von Gacinovic cool über die Linie. Keine vier Minuten später machte Gacinovic, der so unglücklich begonnen hatte, mit einem satten Flachschuss ins Eck den Sack zu. Es war sein erster Pflichtspieltreffer seit dem 3:1 im Pokalfinale von Berlin im Mai.

Der Rest schien Schaulaufen auf der Insel der Aphrodite zu werden, doch die Eintracht nahm die Partie am Ende ein wenig zu locker und musste zumindest noch ein bisschen zittern. Die Platzherren kamen noch mal auf: Emilio Zelaya erzielte das 1:3 (71.), und in der Schlussminute verwandelte wieder Zelaya einen von Jetro Willems verursachten, aber nicht berechtigten Strafstoß zum 2:3. Sekunden später war der Einzug ins Sechzehntelfinale aber perfekt. „Ich betrachte nur die positiven Aspekte“, sagte Torhüter Trapp: „Hut ab, dass wir jetzt schon sicher weiter sind.“

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