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So sieht Erleichterung aus: Marco Russ bejubelt seinen Anschlusstreffer.
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So sieht Erleichterung aus: Marco Russ bejubelt seinen Anschlusstreffer.

1:1 gegen Augsburg

Eintracht kommt mit dunkelblauem Auge davon

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Durch ein spätes Tor von Marco Russ holen die Frankfurter einen schmeichelhaften Punkt gegen den FC Augsburg und verlieren Takashi Inui, der sich wohl dem spanischen Erstligist SD Eibar anschließen wird.

Vor dem Anpfiff des ersten Heimspiels war die Zeit für große Emotionen gekommen. Benjamin Köhler, der frühere Eintracht-Spieler, wurde nach seinem erfolgreichen Kampf gegen seine Krebserkrankung von den Fans gefeiert. Und Kevin Trapp, der nach Paris abgewanderte Kapitän der zurückliegenden Spielzeit, ergriff die Gelegenheit, sich von den Eintracht-Anhängern zu verabschieden. „Ich hatte hier drei wundervolle Jahre. Frankfurt ist meine Heimat geworden“, rief er. „Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber ich musste sie treffen. Ich werde das alles hier vermissen.“ Der bei Saint-Germain so erfolgreiche Keeper (vier Pflichtspiele, vier Siege, kein Gegentor) war sichtlich bewegt, und die Fans feierten ihn mit dröhnenden „Kevin Trapp“-Sprechhören.

Zwei Stunden später war von guter Stimmung nur noch wenig zu vernehmen im weiten Rund, meistens blickte man in lange Gesichter – obwohl Eintracht Frankfurt im zweiten Saisonspiel noch mal mit einem dunkelblauen Auge davon gekommen war. Am Ende des Tages reichte es für die Hessen gegen den FC Augsburg zu einem höchst schmeichelhaften 1:1 (0:1). Kapitän Marco Russ rettete seine Mannschaft mit dem Ausgleich kurz vor Schluss (86.). Dieses Tor gehörte aber zur Hälfte dem jungen Luca Waldschmidt, der es mustergültig vorbereitet hatte.

Trainer Armin Veh war nach dem glücklichen Punktgewinn einigermaßen ernüchtert. „Fußballerisch war das sehr bieder, wir haben überhaupt nicht gut Fußball gespielt“, sagte der Coach. „So viele Fehlpässe wie heute habe ich vorher in acht Wochen nicht gesehen.“ In der Tat war es fast schon bedenklich, was die Hessen da in der heimischen Arena vor 45.000 Zuschauern auf den Rasen brachten. Da war kein Spielwitz, keine Idee, keine Kreativität. Das war fußballerische Magerkost. „Unser Spiel war sehr unruhig“, monierte Sportdirektor Bruno Hübner. „Die Klarheit hat gefehlt. Deshalb ist dieses Spiel nur schwer einzuordnen.“ Der Manager glaubt, dass das Team schlichtweg zu viel wollte. „Wir sind übermotiviert ins Spiel gegangen.“

Was im Spiel der Eintracht auffiel, das war vor allen Dingen die fehlende Ballsicherheit. Da wurden die Pässe in erstaunlicher Häufigkeit in des Gegners Füße gespielt. Das Tor zum 0:1 durch einen satten und schönen Schuss von Caiuby (23.) steht exemplarisch für die Frankfurter Fehlerhaftigkeit. Nach einem kapitalen Fehlpass des ohnehin völlig indisponierten Makoto Hasebe hatten die Augsburger leichtes Spiel, sich in den Strafraum hinein zu kombinieren. „So etwas passiert Hase ganz selten“, rekapitulierte Hübner. An diesem Samstag aber doch relativ häufig. Die Position des rechten Verteidigers ist keine für den Japaner.

Dass die Frankfurter, bei denen der junge Joel Gerezgiher von Beginn an auf links spielte, aber nicht überzeugen konnte und zur Halbzeit ausgetauscht wurde,  überhaupt so lange im Spiel waren, hatte sie einzig und alleine dem neuen Torhüter Lukas Hradecky zu verdanken, der seine Elf gerade in der Schlussphase mit zwei herausragenden Paraden im Spiel hielt. Einmal rettete der Finne gegen Dong-Won Ji (80.) und ein anderes Mal nach einem ungeheuerlichen Fehlpass von Stefan Reinartz gegen Tobias Werner. „Er hat uns im Spiel gehalten“, bemerkte der blasse Spielführer Russ. „Bei ihm können wir uns bedanken.“ Dieser Meinung war auch oben auf der Tribüne Ex-Schlussmann Trapp, der den Verantwortlichen zur Verpflichtung des neuen Keepers gratulierte.

Die Frage wird sein, ob die Eintracht in dieser Besetzung weiter spielen kann. Denn gerade im Mittelfeld ist es doch arg dünn, was die Frankfurter (auf)bieten. Die Kombination Reinartz/Russ ist nicht nur nicht schnell, sondern auch nicht spielstark genug. Am Ende standen mit Reinartz, Russ und Hasebe gleich drei eher defensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler auf dem Feld. Das geht zulasten der Kreativität. „Die Zentrale war aber nicht unser Problem“, sagte Veh. Normalerweise könnten auch diese Spieler ein Spiel sauber und klug eröffnen. „Wir sind aber immer unseren eigenen Bällen hinterher gelaufen.“ Veh, der taktisch mehrfach wechselte, wird sich diese Partie noch mal genau ansehen. Denn: „Wir haben uns noch nicht gefunden, ich dachten, wir wären schon weiter.“ Dass es zum Punkt reichte, lag auch an Youngster Waldschmidt, der sich Außen vehement durchsetze und klug auf Russ passte. Er war nach seiner Einwechslung ohnehin ein belebendes Element. Veh zog Waldschmidt übrigens Vaclav Kadlec vor, der erneut nicht eine Minute zum Einsatz kam.

Genauso wie Takashi Inui, der nicht mal im Kader stand. Der Japaner wird die Eintracht verlassen. „Er hat den Trainer darum gebeten, diese Chance wahrnehmen zu dürfen“, erzählte Manager Hübner. Veh strich Inui daraufhin aus dem Kader. Am Montag wird kommuniziert, dass Inui die Eintracht verlässt. „Es geht in diese Richtung“, so Hübner. Der Mittelfeldspieler wird sich wohl dem spanischen Erstligist SD Eibar anschließen. Der Provinzklub wird eine kleine Ablösesumme entrichten. Ersatz wird es eher nicht geben. „Das glaube ich nicht“, antwortete Hübner auf entsprechende Frage. Eine emotionale Verabschiedung wie bei Kevin Trapp wird es für Takashi Inui ebenfalls nicht geben.

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