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Kommt ein Hinti geflogen: Der Frankfurter Martin Hinteregger (re.) grätscht in Marco Richter hinein – es gab Gelb, nur Gelb. afp
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Kommt ein Hinti geflogen: Der Frankfurter Martin Hinteregger (re.) grätscht in Marco Richter hinein – es gab Gelb, nur Gelb. afp

Sieg gegen Augsburg

Eintracht kehrt zäh in die Spur zurück

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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  • Ingo Durstewitz
    Ingo Durstewitz
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Nach dem mühevollen 2:0 über Augsburg überwiegt bei der Eintracht die Erleichterung - die Königsklasse ist nahe.

Das war keinesfalls ein glanzvoller Sieg, aber vielleicht einer der wichtigsten Erfolge in dieser Rückrunde, noch wichtiger wohl als jene zuletzt gegen Wolfsburg oder Dortmund. Denn mit diesem 2:0 (1:0) über den Tabellenelften FC Augsburg hat Eintracht Frankfurt zumindest ein paar böse Geister vertrieben, hat die latent aufkommende Unruhe nach dem angekündigten Abgang des Trainers Adi Hütter fürs Erste vertrieben. Die Wogen sind geglättet, nun können die Frankfurter einigermaßen unbeschwert die nächste Aufgabe in Angriff nehmen: Bayer Leverkusen auf Distanz zu halten. Eintracht Frankfurt ist in die Spur zurückgekehrt. Und die Erleichterung im Stadtwald war mit Händen zu greifen.

Dieser mühevolle Arbeitssieg, den Martin Hinteregger (37.) und André Silva (58.) sicherstellten, war einmal natürlich fürs Punktekonto gut, mehr noch aber für die mentale Verfassung der Mannschaft. Nicht auszudenken, was in Frankfurt los gewesen wäre, hätte die Elf dieses Heimspiel in den Sand gesetzt. Eintracht Frankfurt hätte ein totaler Absturz gedroht, zumindest liefe der Klub Gefahr, schon sicher geglaubte Felle noch aus der Hand gleiten zu lassen.

Diese Gefahr ist also vorerst gebannt: Die Mannschaft hat nach der 0:4-Klatsche von Mönchengladbach die eingeforderte „Reaktion“ gezeigt, sie hat dem Druck stand gehalten, ein spielerisches Feuerwerk war es allerdings nicht. Vielmehr war es „ein umkämpfter Sieg“, wie Sebastian Rode sagte und räumte ein: Wir waren ein bisschen unter Druck, wollten unbedingt gewinnen. Wir sind einfach froh, dass wir gewonnen haben.“

Umsatz halbiert

Eintracht Frankfurt hat im vergangenen Jahr wie erwartet einen gewaltigen Umsatzeinbruch hinnehmen müssen. Dem „Kicker“ zufolge weisen die Hessen einen Rückgang des Gesamtbudgets um mehr als die Hälfte auf, nach dem Rekordjahr 2019 mit fast 309 Millionen Euro setzten sie zwölf Monate später nur knapp 152 Millionen Euro um und liegen damit in etwa auf dem Level von 2018. Der Verlust belief sich auf 37,2 Millionen. Schuld daran ist die Corona-Krise und die deutlich verminderten Transfereinnahmen, 2019 nahm der Klub durch Verkäufe 110 Millionen ein. FR

Die Eintracht tat sich lange Zeit sehr schwer. Sie fand anfangs überhaupt nicht ins Spiel, sie hatte keine Idee, das Augsburger Bollwerk zu stürmen. Viel zu langsam wurde gespielt, das war ja auch schon gegen Gladbach allenthalben moniert worden, es mangelte an Feuer und Tempo. In Zweifelsfall wurde die Kugel sicher quer gespielt statt mit Risiko nach vorne. Offenkundig war, dass die Eintracht-Profis einen ganz schönen Rucksack mit sich schleppten, im Kopf, so hatte es den Anschein, waren sie keinesfalls frei, Leichtigkeit und Lockerheit fehlte, all das, was das Team in den letzten Wochen ausgezeichnet hatte. Da half auch nicht, dass, wie schon gegen den VfL Wolfsburg, einige hundert Eintracht-Fans sich vor dem Stadion in der Otto-Fleck-Schneise eingefunden hatten und das Team mit Böllern und Sprechchören quasi blind unterstützten.

Dazu kam, dass der FC Augsburg, was man ihm wirklich nicht verhehlen kann, sein Heil in einer sehr massierten Defensive suchte. Mit Mann und Maus verrammelten sie ihren Strafraum, ließen praktisch nichts zu. Ihnen kam entgegen, dass Trainer Hütter dann doch nicht auf Amin Younes gesetzt hat. Er hätte der Mannschaft gut getan in diesem Spiel gegen einen sehr tiefstehenden Gegner, er hätte mit seinen flinken Finten sicherlich die eine oder andere Lücke reißen können. Auch auf Makoto Hasebe verzichtete der 51-Jährige zunächst, statt dessen stand erstmals in dieser Runde Timothy Chandler in der Startelf. Und Martin Hinteregger.

Und das sollte sich auszahlen. Er war es, der in der ersten Halbzeit von hinten das Spiel ankurbelte, er war es, der einen der wenigen gelungenen Angriffe nach einer Flanke von Daichi Kamada zum 1:0 (37.) veredelte. Dabei hatte der wochenlang verletzt fehlenden Stopper ums Haar gar nicht mehr mitgespielt, sein knüppelharter Einsatz gegen Marco Richter an der Mittellinie hätte auch mit der Roten Karte geahndet werden können. Er sah nur Gelb. Zur Pause war der Österreicher in der Kabine geblieben, für ihn kam Hasebe. Die Pausenführung war dennoch glücklich, denn die Gaste aus Schwaben hatten durchaus Möglichkeiten, selbst in Führung zu gehen. Kevin Trapp war aber zweimal rechtzeitig zur Stelle und packte beherzt zu.

Es dauerte im zweiten Anschnitt eine Viertelstunde, bis die Eintracht erneut jubeln durfte: Nach wunderschöner Kombination über Kamada und den immer stärker werdenden Rode lupfte Filip Kostic die Kugel perfekt auf den Schädel von André Silva, der keine Mühe hatte, das 2:0 zu besorgen. Ohnehin war jetzt in der zweiten Halbzeit deutlich mehr Zug im Spiel, die Raumaufteilung war eine bessere.

Glück hatten die Frankfurter, die längst die Kontrolle über das Spiel übernommen hatten, in der 72. Minute, als – nach Videobeweis – der gerade zuvor eingewechselte Alfred Finnbogason einen Handelfmeter (Tuta hatte den Ball an den Oberarm bekommen) überheblich über die Latte chipte. Es sollte der letzte Höhepunkt in einem zähen Spiel bleiben.

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