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Stürmt von Dänemark in die Bundesliga: Jesper Lindström (links) verstärkt die Eintracht-Offensive.
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Stürmt von Dänemark in die Bundesliga: Jesper Lindström (links) verstärkt die Eintracht-Offensive.

Kaderplanung

Eintracht Frankfurt verpflichtet Jesper Lindström – Krösche sieht „enormes Potenzial“

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Offensivmann Jesper Lindström kommt für 6,5 Millionen Euro aus Kopenhagen und unterschreibt bis 2026 bei Eintracht Frankfurt.

Frankfurt – Während dem dann doch ziemlich missratenen Testspiel-Auftakt von Eintracht Frankfurt gegen den Nachbarn aus Wiesbaden (1:3) linste Jesper Lindström schon mal verstohlen und aus sicherer Entfernung hinüber auf den Nebenplatz, auf dem sich die neuen Kollegen an den kratzbürstigen Wehenern die Zähne ausbissen. Ganz lässig winkte der junge Mann aus Kopenhagen schließlich vom Oberrang des mächtigen Stadions in die Kamera, die ihn zufälligerweise eingefangen hatte. Okay, Zufall war es nicht, eher nett inszeniert von den Eintracht-TV-Machern („Achtung, wir haben eine außergewöhnliche Entdeckung gemacht“). Schon da, am Samstag, war klar, dass der 21-Jährige in Zukunft das Frankfurter Trikot tragen wird. Der dänische Auswahlspieler unterschreibt einen Vertrag bis 2026, Kostenpunkt: 6,5 Millionen Euro an Ablöse. Das nennt man wohl eine Investition in die Zukunft.

„Er bringt unheimlich viel mit für unser Spiel und wird uns mit seinen Qualitäten sicher weiterhelfen können“, sagt Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche. „Er ist sehr schnell und hat gezeigt, dass er ein enormes Potenzial hat.“ Lindström ist in der Offensive flexibel einsetzbar, als Flügelspieler oder hängende Spitze, bei seinem Stammverein zog er meistens im Mittelfeld als Spielmacher die Fäden.

Eintracht Frankfurt: Jesper Lindström bringt Tempo und Variabilität zur SGE

Der Rechtsfuß ist kein klassischer Regisseur, sondern ein dynamischer Spieler, der selbst in die Spitze geht und die Tiefe sucht, aber auch den entscheidenden Pass spielen kann. „Jesper verleiht uns weitere Möglichkeiten und mehr Variabilität“, befindet Sportchef Krösche.

Flexibilität und Unberechenbarkeit sind für den Manager ganz entscheidende Faktoren, das Eintracht-Spiel soll nicht leicht auszulesen und nicht so gleichförmig sein. Das betont er gebetsmühlenartig. Zudem: Geschwindigkeit ist der Sportlichen Leitung enorm wichtig. Sowohl Stürmer Rafael Santos Borré, der ablösefrei von River Plate Buenos Aires kommt, als auch Lindström verfügen über Tempo und Tiefgang.

Eintracht Frankfurt: Jesper Lindström ist eher schmächtig

Fraglich ist beim Dänen freilich, ob er sich sofort auch körperlich wird behaupten können, der technisch beschlagene Akteur ist zwar 1,82 Meter groß, aber doch schmächtig, um die 65 Kilogramm leicht. Viele Spieler müssen sich erst an die Anforderungen der Bundesliga gewöhnen, die physische Komponente ist nicht zu unterschätzen. Zudem sind die Ligen nicht miteinander zu vergleichen, hierzulande geht es anders zur Sache, schneller, intensiver – und das in jedem Spiel, die Leistungsdichte ist sehr viel höher als in den Spielklassen der kleineren Länder. Aber Lindström bringt auf jeden Fall die fußballerische Qualität mit und auch die nötige Leichtfüßigkeit.

„Ich liebe es, hier zu sein“, sagte er in einem ersten Statement dem vereinseigenen TV-Sender. Er freut sich gerade auf Trainer Oliver Glasner, der ihm gesagt habe, dass er vor allem für einen ehrlichen Austausch stehe. „Ich weiß, dass er mich als Spieler und als Mensch weiterentwickeln wird.“

Jesper Lindström: Eintracht Frankfurt als erste Station im Ausland

Die Offensivkraft ist ein Eigengewächs des dänischen Meisters Bröndby IF, in dieser Saison hat er den absoluten Durchbruch geschafft, stand in 28 von 29 Partien in der Startelf. Auch andere relevante Zahlen können sich sehen lassen: zehn Tore und elf Vorlagen sind keine schlechte Quote. Lindström hatte entscheidenden Anteil daran, dass Bröndby jetzt erstmals nach 16 Jahren wieder den Titel holen konnte, im nördlichen Nachbarland gilt er als verheißungsvolles Talent, als Versprechen für die Zukunft.

Im November 2020 debütierte der Mittelfeldmann für die A-Nationalmannschaft und stand im Viertelfinale der U21-Europameisterschaft in der Startelf, als die Dänen vor sechs Wochen im Elfmeterschießen am späteren Titelträger Deutschland scheiterten. Nun geht Lindström den nächsten Schritt, das erste Mal ins Ausland. Er fühlt sich bereit dazu, gilt als offener, umgänglicher Typ, Skandinavier an sich haben in Deutschland für gewöhnlich wenig Anpassungsschwierigkeiten.

Mit der Verpflichtung des Halbstürmers sind die Planungen der Eintracht nicht abgeschlossen, aber zunächst einmal beobachten die Verantwortlichen nur noch den Markt. Finanzieller Spielraum für einen weiteren Zugang ist vorhanden, doch das hängt auch davon ab, welchen Spielertyp Trainer Oliver Glasner favorisiert, welche Prioritäten gesetzt werden.

Eintracht Frankfurt: „Alles tun, dass Filip bleibt“

Und natürlich auch, ob Bewegung in den eigenen Kader kommt. Bisher ruht der See, Angebote liegen nicht vor. Das könnte sich ändern. Steven Zuber, 29 und Edelreservist, hat die internationale Bühne als Plattform nutzen können, ist durch seine überraschend starken EM-Auftritte in den Fokus einiger Vereine gerutscht. Aus der Schweizer Heimat heißt es, Olympique Marseille, der FC Turin sowie Dynamo Moskau hätten Interesse, genauso wie der vom deutschen Trainer Daniel Farke betreute Premier-League-Aufsteiger Norwich City. Zuber, Vertrag bis 2023, würde der Eintracht sieben bis acht Millionen Euro bringen, das ist vergleichsweise viel Geld, gerade wenn man bedenkt, dass der Nationalspieler vor einem Jahr kostenneutral im Tausch mit Mijat Gacinovic aus Hoffenheim kam und in der abgelaufenen Spielzeit gar keine Rolle spielte.

Das ist bei Filip Kostic ganz anders, er ist der Unterschiedsspieler und „für die nächste Saison ein extrem wichtiger Teil“, sagte Manager Krösche bei Sky. Die sich häufenden Meldungen über einen Abgang tut er als Gerüchte ab. „Filip fühlt sich wohl, er weiß, was er an uns hat. Wir werden alles dafür tun, dass er bleibt.“ Gleichwohl kann der Sportchef keine Garantien geben: „Stand jetzt bleibt er, aber ausschließen kann man nie etwas.“ (Ingo Durstewitz)

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