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Kommt aus Osasuna nach Frankfurt und soll Omar Mascarell ersetzen: Lucas Torro.

Neuzugang

Eintracht holt Torro

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Mit Lucas Torro kommt ein defensiver Mittelfeldspieler aus Osasuna an den Main. Bei der Frankfurter Eintracht soll er den zu Schalke abgewanderten Omar Mascarell ersetzen.

Pünktlich um zehn Uhr am Mittwochmorgen beginnt für Eintracht Frankfurt eine neue Zeitrechnung, die erfolgreiche Ära Niko Kovac wird mit dem Startschuss zur Vorbereitung auf die neue Spielzeit nach zweieinhalb Jahren endgültig zu Ende gehen. Zeit, dass sich was dreht. Ab sofort hört die Mannschaft auf das Kommando von Adi Hütter, der Unbekannte, der Neuland betreten wird. 

Und er wird gleich einen neuen Mann begrüßen können, Lucas Torro, zuletzt aktiv beim spanischen Zweitligisten CA Osasuna. Der defensive Mittelfeldspieler, der den zu Schalke 04 abgewanderten Omar Mascarell ersetzen soll, spielte zuvor in der zweiten Mannschaft von Real Madrid. Die Königlichen ließen sich – wie bei Mascarell – eine Rückkaufoption zusichern, zogen diese jetzt und verkaufen den Spieler weiter zur Eintracht. Kostenpunkt für den 23-Jährigen: 3,5 Millionen Euro. Torro kam in der vergangenen Saison auf 37 Spiele, erzielte ein Tor und gab fünf Vorlagen. 

Damit nimmt die Mannschaft weiter Gestalt an. Hütter wird das neue Ensemble zusammenführen müssen. Bislang leitete der 48-Jährige drei Profiteams in seinem österreichischen Heimatland (Altach, Grödig, Salzburg) an und zuletzt ein Ensemble in der benachbarten Schweiz, den Youngs Boys aus Bern schenkte er nach 32 Jahren die erste Meisterschaft. Ein ähnliches Kunststück wie es Niko Kovac in Frankfurt mit dem Pokaltriumph über die Bayern vollbracht hat. 

Die deutsche Bundesliga stellt für Adi Hütter eine Unbekannte mit allerlei Unwägbarkeiten dar, sie ist eine schöne neue Welt für den Vorarlberger, der ein Mann klarer Prinzipien ist. Ein Prinzip ist der Offensivfußball, dem er sich verschrieben hat. Es wird spannend zu beobachten, mit welcher Marschroute er sein Team ins Rennen schicken wird. Ob Hütter auch in Frankfurt die Pressingmaschine anwerfen und auf Hochtouren laufen lassen wird? 

Klar ist, dass sein Konzept auf Angriff fußt. Taktieren, sich zurückziehen, das ist nicht sein Ansatz. Die Frage wird sein, in welcher Radikalität Adi Hütter seinen Stil durchziehen und inwieweit er ihn an die neuen Gegebenheiten, an die Bundesliga und auch an die Fähigkeiten seiner Mannschaft anpassen wird.

Rebic zu Kovac?

Auch Manager Hübner glaubt, dass sich Hütter weiterentwickelt und den manchmal eindimensionalen und nur auf Attacke ausgelegten Fußball der „RB-Schule“ modifiziert hat. Andererseits glauben die, die die Entwicklung des Trainers verfolgt haben, daran, dass er seiner grundsätzlichen Philosophie treu bleiben und seine Ideale nicht verraten wird. Intern gehen sie bei der Eintracht davon aus, dass sie auch mal das eine oder andere Heimspiel heftig vergeigen werden. Die Fans und die Medien sollen dafür schon mal sensibilisiert werden. Die generelle offensive Ausrichtung aber wollten sie in Frankfurt genau so haben. 

In den vergangenen zweieinhalb Jahren lebte und spielte die Eintracht nach einem anderen Leitbild, nicht ultradefensiv, aber aus einer entsprechenden Grundordnung und Kompaktheit. Das war das Frankfurter Erfolgsmodell. Auch in der zurückliegenden Saison bedienten sich die Hessen der zunächst einmal abwartenden Haltung, weshalb sie in der Hinrunde nur 18 Tore kassierten und die zweitbeste Defensive stellten. Sie hatten sich mit ihrer schwer zu knackenden Kampfeinheit zur zweitbesten Auswärtsmannschaft gemausert. 

Bis Niko Kovac im Wintertrainingslager in Spanien auf die Idee kam, das spielerische Element zu stärken – was zu diesem Zeitpunkt nachvollziehbar war, aber zur Folge hatte, dass das fußballerische Niveau zunächst tatsächlich stieg, die Frankfurter auch mehr Heimspiele gewannen, dafür aber an Stabilität und Widerstandsfähigkeit verloren. In letzter Konsequenz bedeutete die veränderte Herangehensweise weniger Punkte als in der Hinrunde, neun Gegentore mehr (27, nur vier Teams schluckten mehr) und Platz 18 des Auswärtsklassements mit drei Pünktchen. Es ist also ein schmaler Grat, und Hütter wird an diesem Spagat arbeiten müssen. 

Auf einen baut der Coach auf alle Fälle: Ante Rebic. Dass der Stürmer nach Frankfurt zurückkommen wird, scheint mit jeder starken Leistung im kroatischen Nationaldress nicht wahrscheinlicher zu werden. Interessenten gibt es einige. Ob er vielleicht sogar einer für Bayern wäre, ist der alte Frankfurter und neue Münchner Trainer Kovac gestern gefragt worden. „Ante ist ein toller Spieler, der jeder Mannschaft gut zu Gesicht stehen würde“, antwortete der 46-Jährige – und grinste über beide Ohren. 

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