Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Marco Fabian hat es nach dem Treffer zum 2:2 eilig - mehr sollte für die Eintracht gegen Werder Bremen aber trotzdem nicht mehr herausspringen.
+
Marco Fabian hat es nach dem Treffer zum 2:2 eilig - mehr sollte für die Eintracht gegen Werder Bremen aber trotzdem nicht mehr herausspringen.

Eintracht Frankfurt - Werder Bremen

Eintracht holt nach 0:2-Rückstand noch einen Punkt

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
    schließen
  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
    schließen

Eintracht Frankfurt beweist große Moral und erkämpft sich ein Remis gegen Werder Bremen. "Wir haben gezeigt, dass das Team intakt ist", sagt der eingewechselte Danny Blum.

Zehn Minuten vor dem Ende hätte Danny Blum zum Helden des Abends werden können: Da war er frei aus 15 Metern zum Schuss gekommen, er holte aus, und drosch den Ball doch nur mit rechts über die Latte. Das war die große Möglichkeit zum 3:2.

Doch auch ohne den lucky punch durfte Eintracht Frankfurt froh sein, wenigstens ein 2:2 (0:2) gegen den SV Werder Bremen erzielt zu haben. Zur Pause, als die Norddeutschen bereits mit 2:0 führten, hatte keiner mehr noch einen Pfifferling auf die Hessen gegeben.

Eintracht zeigt Moral

Der Negativtrend ist damit natürlich noch nicht beendet, auch im neunten Spiel blieben die Frankfurter sieglos, drei Punkte und 3:15 Tore lautet die Bilanz. Neun Spiele ohne Sieg gab es auch 2011 in der „Rückrunde der Schande“, als die Frankfurter am Ende abgestiegen waren. Dieses Mal hatten die Hessen wenigstens ihre Torflaute beenden können.

Der Eintracht muss man hoch anrechnen, dass sie niemals aufgegeben hatte und große Moral bewiesen hatte, einen Zwei-Tore-Rückstand noch wett gemacht zu haben.

„Die Art und Weise, wie wir zurückgekommen sind, war positiv“, lobte Sportdirektor Bruno Hübner in einer ersten Reaktion. „Da haben wir ein gutes Spiel gemacht.“ Nach dem Verlauf der ersten Halbzeit „verlierst du langsam den Glauben. Bei uns geht der Ball nicht rein und die machen mit ihrem ersten Schuss die Führung.“

Torwart Lukas Hradecky fand: „Endlich haben wir mal wieder Tore geschossen und uns belohnt.“ Und mit ein bisschen Fortune „hätte es noch mehr Happy End sein können.“ Auch Trainer Niko Kovac war nicht ganz glücklich: „Heute war auch wieder mehr drin, aber wir müssen nehmen was wir kriegen.“

Kovac hatte sein Team erneut umbauen müssen. Dieses Mal hatte sich Jesus Vallejo kurzfristig abgemeldet, wegen eines Hämatoms in der Wade habe er nicht spielen können. Diesen Ausfall nutzte der Trainer dazu, die Abwehr komplett umzustellen: Marco Russ und Andersson Ordonez, beide noch nicht komplett auf Betriebstemperatur, spielten von Anfang an.

Taleb Tawatha, in Köln in der Startelf, saß auf der Tribüne. Für den Ecuadorianer Ordonez, der gestern Abend bei 14 Grad plus mit Handschuhen spielte, war es das erste Spiel in der Startelf für die Eintracht.

An ihm lag es nun wahrlich nicht, dass die Hessen zur Pause schon wieder zurücklagen, sogar 0:2. Und es war wie so oft in den letzten erfolglosen Spielen: Die Eintracht hatte ja gar nicht schlecht angefangen. Einsatz und Leidenschaft waren da, es wurde gekämpft, auch der Ball lief leidlich gut durch die Reihen.

Und es hatten sich auch wieder einige Möglichkeiten geboten. Da traf David Abraham (10.) mit einem strammen Schuss aus gut 25, 27 Metern nur die Latte, kurz darauf kam Branimir Hrgota (11.) nach feiner Vorlage von Bastian Oczipka und Ante Rebic um einen Schritt zu spät.

Die beste Möglichkeit zur Führung verpasste erneut Hrgota, der viel zu unschlüssig und ohne jede Spannung den Bremer Torwart Felix Wiedwald nicht überwinden könne. Der Schwede brachte den abgeklatschten Ball nicht gefährlich aufs Tor.

In den ersten 25 Minuten war das in Ordnung, was Eintracht Frankfurt spielte. Sie hatten mehr Ballbesitz, waren spielerisch überlegen, und hatten auch die erforderlichen Torchancen. Dazu spielte den Hessen scheinbar in die Karten, dass Werder Bremen früh schon die Fünferkette auflösen musste: Verteidiger Milos Veljkovic musste Gelb-Rot gefährdet vom Platz, der Österreicher Florian Kainz, ein offensiver Mittelfeldspieler, kam.

Kurz wirkten die seit sieben Partien ungeschlagenen Norddeutschen unsortiert, diese Phase der Unsicherheit vermochte die Eintracht allerdings nicht zu nutzen.

Ganz im Gegenteil: Die Gastgeber verloren nach einer halben Stunde den Faden, nach und nach befreiten sich die Norddeutschen und dann kam das, was in den letzten Spielen immer passierte: Der Gegner macht mit seiner ersten Chance ein Tor.

Kainz, gerade eingewechselte, spielte Timothy Chandler auf dem linken Flügel schwindlig, seine Hereingabe verwandelte Zlatko Junuzovic (37.) schnörkel- und humorlos, so wie man das machen muss. Und mit dem nächsten Angriff der Bremer erzielten sie das 0:2, Fin Bartels (43.) war es, der Torwart Lukas Hradecky düpierte. Kein Wunder also, dass die Frankfurter zur Pause mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabine geschickt wurden.

Zur zweiten Halbzeit hatte Kovac umgestellt: Er nahm Marco Russ aus der Partie, stellte auf Viererabwehrkette um und brachte Danny Blum für den rechten Flügel. „In der Kabine haben wir uns gesagt: Kopf hoch, es ist noch nichts verloren“, erzählte Hradecky.

Drei Minuten nach dem Wiederanpfiff erlebten die Spieler und 51 000 Zuschauer ein Novum: Die Eintracht erzielte einen Treffer, genau 487 Minuten waren die Hessen ohne ein Tor geblieben, und es war ein höchst glückliches. Nach einer Ecke hatte Abraham an den Oberschenkel von Mijat Gacinovic geköpft, von dort flog die Kugel ins Netz.

Danach war mächtig Betrieb im Frankfurter Spiel. Da war ein Ruck durch die Mannschaft gegangen, sie sahen ja, sie konnten es noch, sie hatten tatsächlich wieder mal ein Tor erzielt.

Jetzt drehten die Hessen mächtig am Schwungrad, sie schnürten die Bremer ein. Aber wirklich gefährlich war das nicht, dazu waren die Aktionen nicht klar genug, viel zu hektisch.

Trotzdem hatte die Eintracht Glück: Nach 72 Minuten hatte Niklas Moisander Hrgota im Strafraum umgerissen, es gab Elfmeter. Wieder legte sich Fabian die Kugel zurecht, der im vergangenen Heimspiel gegen Mönchengladbach noch gescheitert war.

789 - Erstmals nach 789 Tagen (damals 2-2 in Augsburg) holt die @Eintracht nach einem 2-Tore-Rückstand wieder einen Punkt. Wille. #sgesvw

— OptaFranz (@OptaFranz)

7. April 2017

Dieses Mal aber verwandelte der Mexikaner souverän, nach vier verschossenen Elfmetern waren die Hessen mal wieder erfolgreich (73.). „Da ist uns eine Riesenlast vom Herzen gefallen. Wir haben es nicht verlernt und gezeigt, dass das Team intakt ist“, sagte der eingewechselte Danny Blum.

Diesen Ausgleich hätten sie fast im Gegenzug wieder hergeschenkt, doch Hradecky parierte den Schuss von Florian Grillitsch mit den Fingerspitzen. Und in der 90. Minute rettete David Abraham mit einem sensationellen Einsatz, der den Schuss von Max Kruse abblockte, wenigstens den verdienten Punkt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare