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Auch gegen Brasilien im Einsatz: Santos Borré (li.), hier gegen Marquinhos, soll in Frankfurt stürmen.
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Auch gegen Brasilien im Einsatz: Santos Borré (li.), hier gegen Marquinhos, soll in Frankfurt stürmen.

SGE

Eintracht Frankfurt: Fix! SGE holt Rafael Borré zur SGE

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt reagiert auf den Abgang von Torjäger André Silva – und nimmt einen Mittelstürmer aus Südamerika unter Vertrag.

Update vom Montag, 05.07.2021, 17.43 Uhr: Schon vor einigen Tagen wurde spekuliert, jetzt hat es Eintracht Frankfurt bestätigt. Rafael Santos Borré wird ein Adlerträger. Der 25 Jahre alte Stürmer kommt als Nachfolger für den abgewanderten Top-Torschützen Adnré Silva an den Main und erhält einen Vertrag bis 2025. Der kolumbianische Stürmer stand zuletzt bei River Plate unter Vertrag und kommt ablösefrei zu Eintracht Frankfurt.

Nachfolger für André Silva: Eintracht Frankfurt holt Santos Borré von River Plate

Erstmeldung vom Donnerstag, 01.07.2021, 16.44 Uhr: Frankfurt - Oliver Glasner ist so ziemlich der Gegenentwurf von einem wildromantischen Schwärmer. Der neue Eintracht-Trainer gehört eher der Fraktion der beinharten Realisten an. Er orientiert sich am Machbaren und kennt die Usancen des Geschäfts. Angesprochen auf die umworbenen André Silva und Filip Kostic bedeutete der 46-Jährige also: „Ich traue mir im Fußball nicht zu, ein finales Endszenario aufzuzeigen.“ Will sagen: Alles ist möglich. Garantien gibt es nicht. Bis zum letzten Tag kann was Unvorhersehbares passieren, bis zur letzten Minute darf man sich nicht sicher sein, ob vielleicht nicht doch noch ein Topstar verkauft werden muss.

Der Österreicher hat zwar tapfer angekündigt, um seine beiden begehrten Fußballer kämpfen zu wollen. „Es sind außergewöhnlich gute Spieler und beide wissen, was sie an der Eintracht haben und dass wir ein sehr ambitionierter Verein sind.“ Wahrscheinlich hat Glasner aber da, am Dienstag, schon gewusst, dass es ein Kampf gegen Windmühlen wird und er zumindest einen der beiden nicht in Frankfurt anleiten wird. Denn André Silva, der zweitbeste Torschütze nach Robert Lewandowski, wird die Eintracht nach zwei Jahren mit ziemlicher Sicherheit verlassen. Der Wechsel zu RB Leipzig ist zwar noch nicht perfekt, aber ausverhandelt. Es hakt nur an letzten Details, unter anderem dem ausstehenden Medizincheck. Die Eintracht wird, wie die FR berichtete, mit 25 Millionen Euro entschädigt.

Eintracht Frankfurt: Kein Angebot für Kostic

Für den kongenialen Partner Filip Kostic liegt indessen (noch) kein Angebot vor, ein marktgerechter Preis in Corona-Zeiten wären rund 20 Millionen Euro. Nicht auszuschließen, dass der 28-Jährige ebenfalls von Bord geht, wenn er eine entsprechende Offerte erhalten und einen Wechselwunsch äußern würde.

Die Eintracht würde den serbischen Nationalspieler nur ungern ziehen lassen, der Linksaußen hat zuletzt sage und schreibe 17 Tore vorbereitet. Andererseits wäre jetzt wahrscheinlich die letzte Chance, viel Geld für Kostic zu erzielen. Und: Die Linkslastigkeit im Eintracht-Spiel ist mehr als auffällig. Dabei haben sowohl Trainer Glasner als auch Sportvorstand Markus Krösche explizit betont, dass die Mannschaft unberechenbarer und nicht so leicht ausrechenbar werden soll.

Die Eintracht wird nun aber zunächst einmal versuchen die große Lücke, die André Silva reißen wird, adäquat zu schließen. Gewappnet ist die sportliche Leitung auch in diesem Fall. Kaderplaner Ben Manga ist längst in Argentinien fündig geworden, beim traditionsreichen Klub River Plate aus Buenos Aires. Dort spielt der Kolumbianer Rafael Santos Borré, 25 Jahre alt, Mittelstürmer, schnell auf den Beinen. Der Angreifer, der schon in Spanien beim FC Villareal spielte, hat neben Chefscout Manga auch Sportvorstand Markus Krösche vollends überzeugt. Der Spätstarter hat in den vergangenen eineinhalb Jahren 30 Tore für River Plate erzielt, gilt als flinker Torjäger, der die Tiefe sucht.

Die Eintracht will ihn mit einem Vierjahresvertrag ausstatten. Der Deal ist so gut wie durch, nur noch letzte Formalitäten müssen geklärt werden. Das ist, rein technisch, nicht so leicht, weil der Mann aus Barranquilla zurzeit mit dem Nationalteam an der Copa America teilnimmt und in Brasilien weilt. Am Sonntag steht das Viertelfinale gegen Uruguay an. Borré kam bisher beim 1:0 gegen Ecuador und beim 1:2 gegen Brasilien zum Einsatz.

Wahrscheinlich ist, dass die Offensivkraft auch dann nach Frankfurt gekommen wäre, wenn Silva doch bleiben würde. Das wiederum bedeutet, dass die Eintracht sogar noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen könnte. Das Interesse an Randal Kolo Muani, 22, vom FC Nantes ist bekannt. Der Mittelstürmer hat in Frankreich neun Tore erzielt und acht weitere vorbereitet.

Eintracht Frankfurt: Silva-Verkauf bringt Kapital

Geld wäre durch den avisierten Silva-Verkauf vorhanden, auch wenn nicht alles reinvestiert werden soll. RB Leipzig wird für den Portugiesen tief in die Tasche greifen müssen, das Gesamtpaket beläuft sich auf 35 Millionen Euro. Fast sieben, acht Millionen gehen an Silvas Berateragentur, der Spieler wird zudem mit einer üppigen Einmalzahlung bedacht. An die Eintracht überweist der von Red Bull bezuschusste Leipziger Verein rund 25 Millionen Euro.

Das ist in Corona-Zeiten eine sehr ordentlich Summe, auch wenn manch einer mit mehr Zaster gerechnet hätte. Auch intern war die Eintracht einst von einer (durch Beraterhonorar bereinigten) Netto-Einnahme von 30 Millionen ausgegangen. Doch für Silva gibt es keinen Markt. Für die ganz großen Klubs ist er nicht spannend genug und die anderen, wie etwa das interessierte Atletico Madrid, haben schlicht nicht mehr die Ressourcen, um einen Transfer in dieser Größenordnung zu stemmen.

Natürlich hätte die Eintracht pokern und auf ein höheres Angebot warten können, doch zum einen war diese Hoffnung vage und zum anderen ein riskantes Unterfangen. Silva wäre dann zum Ende der Transferperiode hin gegangen, was für den Trainer problematisch gewesen wäre und die Nachfolgersuche erheblich erschwert hätte. Und wenn ein lukratives Angebot ausgeblieben wäre, hätten die Frankfurter ihren Stürmer entweder unter Wert verkaufen müssen oder sie hätten womöglich einen unzufriedenen Spieler in ihren Reihen gehabt, dem die Chance auf die Champions League und exorbitante Verdienstmöglichkeiten genommen worden wären. Silva wollte, auch auf Druck seiner Agenten hin, unbedingt wechseln.

Ob der Iberer, der eine enttäuschende EM mit wenig Spielzeit zu verarbeiten hat, weiterhin so furios auftrumpfen wird wie in der vergangenen Saison, weiß ohnehin niemand. Doch es gibt nicht wenige, die ihm nicht noch einmal fast 30 Tore zutrauen. (Ingo Durstewitz)

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