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Spezialist für späte Tore: Eintracht-Verteidiger Tuta.
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Spezialist für späte Tore: Eintracht-Verteidiger Tuta.

Später Ausgleich

Eintracht Frankfurt: Herr Tuta findet das Glück

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Der Eintracht-Verteidiger überdeckt mit seinem späten Treffer zum 1:1 gegen Leipzig viele Fehler.

Frankfurt ‒ Es ist nicht so, dass Lucas Silva Melo noch nie ein Tor in der allerletzten Sekunde markiert hätte. Im Grunde ist der Tuta gerufene Verteidiger ein Spezialist im Erzielen von Toren in der allerletzten Sekunde, mehr: 100 Prozent seiner bisher geschossenen Tore fielen in der allerletzten Sekunde. Gut, es waren bislang erst zwei, zum ersten Mal konnte der Brasilianer dieses „tolle Gefühl“ im Februar 2020 auskosten, er spielte leihweise beim belgischen Klub JV Kortrijk, da schaffte Tuta in der fünften Minute der Nachspielzeit gegen Zulte Waregem den Ausgleich zum 2:2. Per Kopf natürlich.

Jetzt hat er es wieder getan, mit Köpfchen und nach feiner Freistoßflanke von Filip Kostic, in der vierten Minute der Extrazeit. Es war kein einfaches Tor, der Ball tupfte auf, doch Tuta traf ihn perfekt. Sekunden später war die Partie beendet: Der Innenverteidiger hatte mit seinem listig-wuchtigen Tor für den einzigen Frankfurter Höhepunkt an diesem nachdenkenswerten Abend gesorgt und dafür, dass sich nicht bleischwer Tristesse über die Hessen legt. Denn der niemals mehr erwartete Punkt kam glücklich zustande, sehr glücklich.

Das kann Tuta, der nach Chris, Caio und Lucas Piazon der vierte Brasilianer ist, der für Eintracht Frankfurt traf, egal sein, er war einfach nur happy, „für mich ist das eine wunderschöne Geschichte“, ließ er übersetzen. Auch für die Mannschaft selbst, entsprechend innig wurde der Familienvater geherzt, das Tor haben ihm alle gegönnt. Er sei „ein sehr mutiger Spieler mit unfassbaren Anlagen und viel Selbstbewusstsein, er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen“, lobte Torhüter Kevin Trapp, stellt aber auch klar, dass er noch „kein fertiger Spieler“ sei.

Defizite bei Eintracht Frankfurt: Nervendes Ballgeschiebe

Es war Adi Hütter, Vorgänger von Oliver Glasner, der Tuta als Nachfolger des abgewanderten David Abraham aufbaute. Auch er erkannte die speziellen Fertigkeiten des technisch guten Defensiven, 20 Pflichtspiele machte Tuta in der vergangenen Runde. Unter Glasner flog der Paulista nach einem fahrigen Auftritt im Pokal gegen Mannheim aus der ersten Elf, er habe „die nötige Konstanz“ vermissen lassen, urteilte der Coach, da erging es Tuta nicht anders als der ganzen Mannschaft. Aber er hat sich reingebissen, hat gegen den FC Bayern München seine Chance bekommen, „und die hab ich genutzt und mich zurückgemeldet“, sagt Tuta, der die ersten sechs Bundesligaspiele außen vor war.

Das späte Tor überdeckte nicht seine Mängel in Spielaufbau, Stellungsspiel, Zweikampfverhalten. Das 0:1 geht größtenteils auf seine Kappe, eine Mitschuld räumte er selbst ein. Ihm unterliefen eklatante Fehler, aber ihm nicht allein. Almamy Touré reihte ein weiteres schlafmütziges Spiel ein.

Ohnehin war es erstaunlich, dass Eintracht Frankfurt, obwohl Glasner gleich sieben defensive Profis aufstellte, praktisch nie in die Zweikämpfe kam, erneut war die Quote (42 Prozent gewonnener Duelle) schlecht, in der ersten Halbzeit betrug sie gar 36 Prozent. Das Problem ist immerhin erkannt. „Im zentralen Bereich suchen wir Lösungen nach hinten“, umschrieb Sportvorstand Markus Krösche die enervierende und wenig zielführende, permanente Rückspielerei.

Viel zu oft passten sich die Innenverteidiger und Sechser die Bälle in der eigenen Hälfte sinnfrei zu, ohne Raum zu gewinnen. Schlimmer noch: Man bringt sich damit selbst in Bedrängnis, verliert leichte Bälle, lädt Gegner förmlich zum Toreschießen ein. Und nicht immer ist ein Tuta in allerletzter Sekunde zur Stelle.

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