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Etwas zu klein geraten: Rafael Borre (links) zerschellt förmlich an FCA-Abwehrkante Felix Uduokhai.
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Etwas zu klein geraten: Rafael Borre (links) zerschellt förmlich an FCA-Abwehrkante Felix Uduokhai.

Die Neuen der SGE im FR-Check

Eintracht hat viel Luft nach oben

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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  • Ingo Durstewitz
    Ingo Durstewitz
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Borré, Lenz, Lindström und Hauge: Gegen Augsburg stehen gleich vier Neuzugänge in der Frankfurter Startelf - gute Ansätze sind da, der erhoffte Ertrag aber bleibt (noch) aus.

Als die Frankfurter Eintracht dabei war, sich mehr und mehr die Zähne auszubeißen, als sie zwar fast durchgehend den Ball in den eigenen Reihen hielt, aber einfach nicht durchkam bis zum Augsburger Kasten, wechselte Filip Kostic auf ein altbewährtes Erfolgsrezept. Aus dem Halbfeld hinter der Spitze, seiner neuen Position, eilte er nach links hinaus, bekam nach 65 Minuten die Kugel zugespielt und flankte sie prompt in die Mitte. Genau in den Zwischenraum der beiden riesigen Gästeverteidiger segelte der Ball hinein, traumhaft für einen Stürmer, prädestiniert dafür, nur noch den Kopf hinzuhalten und abzudrehen zum Jubeln.

Rafael Borré, besagter Stürmer, war denn auch zur Stelle und versuchte die Flanke zu verwerten, aber selbst die in die Höhe frisierte Tolle wollte dafür nicht reichen. Der Ball flog - Achtung Wortspiel - haarscharf über seinen Schopf hinweg. Rafael Borré, 1,74 Meter groß, war schlicht zu klein. Dumm gelaufen.

Diese und etliche weitere hohe Bälle auf den Kolumbianer zeigten beim torlosen Remis, warum der Fußballbundesligist aus Frankfurt ein großgewachsener Angreifer weiterhelfen würde, obzwar Eintracht-Trainer Oliver Glasner dies in seiner Analyse lieber ausklammerte. Er lobte stattdessen den Fleiß seines Zentrumsstürmers. Borré habe es schwer gehabt gegen die großgewachsene und breitschultrige Augsburger Innenabwehr, „aber er hat sich gut gewehrt.“

Der 25-Jährige gab die meisten Schüsse aller Spieler auf dem Feld ab (4), in Hälfte eins scheiterte er aus spitzem Winkel von links, in der zweiten aus spitzem Winkel von rechts. Tatsächlich also war der Neuzugang viel unterwegs, bot sich an, war variabel, genauso eben wie die Stärken des Angreifers bei seiner Ankunft von der Eintracht benannt wurden. Rafael Borré, der ideale Mann an der Seite eines Stoßstürmers. Bloß: Dieser ist immer noch nicht da. Weiterhin gilt der Brasilianer Carlos Vinicius von Benfica Lissabon als Kandidat für eine Leihe, noch neun Tage bleiben dem Frankfurter Sportvorstand Markus Krösche bis zum Ende der Transferphase.

Richtige Rolle für Kostic?

Stattdessen schickte Coach Glasner neben Borré auch seine anderen Neuen aufs Feld: Jesper Lindström als hängende Spitze, Jens Petter Hauge auf der halbrechten Position im offensiven Mittelfeld und Christopher Lenz als Linksverteidiger. Die Leistungen der Zugänge seien „sehr gut“ gewesen, fand Glasner, was ihnen jedoch etwas zu sehr schmeichelte. Klar, Lenz zum Beispiel bekam seine linke Seite defensiv dicht, offensiv aber offenbarte er zu viele Unzulänglichkeiten. Da waren einige üble Fehlpässe dabei.

Fraglich zudem, ob es der Weisheit letzter Schluss sein kann, durch die veränderte Systematik Filip Kostic seltener an den Ball kommen zu lassen (58) als dessen Kollegen auf links, Christopher Lenz (94). Sollte nicht eher der Unterschiedsspieler, der beste Mann, vermehrt die Kugel am Fuß haben? Bleibt es bei dieser Anordnung, wird der Serbe sein Spiel umstellen müssen, er wird dann zwar nicht so sehr in der Defensive gebunden, muss bei eigenem Ballbesitz aber auch häufiger den Kollegen entgegenkommen und kann seltener die Linie entlang sprinten - seine ganz große Stärke in den vergangenen Jahren. „Wir wollen seine offensive Qualität bestmöglich einbringen“, begründet Trainer Glasner. „Filip soll selbst häufiger in Abschlusspositionen kommen.“

Wie Kostic hatte auch Hauge mit seiner Rolle im System (noch) zu kämpfen. Der Ex-Mailänder irrte ein ums andere Mal zwischen Mitte und Außen umher. Und wenn er dann am Ball war, tunnelte er zwar die Gegner, verhedderte sich im Klein-Klein aber zu häufig. Da wirkte jemand arg nervös, was ihm freilich im ersten Startelfeinsatz beim neuen Klub auch zugestanden werden sollte. Seine beste Aktion hatte Hauge, als er sich nach 41 Minuten gekonnt mit wuchtigem Körpereinsatz im Zweikampf behauptete, dann aber an FCA-Keeper Rafal Gikiewicz scheiterte. Potenzial ist beim 21-Jährigen zu erkennen, steigern muss sich der Norweger aber noch deutlich.

Etwas weiter in seiner Anpassung wirkte am Samstag der früher in der Vorbereitung zum Team gestoßene Jesper Lindström. Der beste des neuen Angriffstrios, dessen Familie in großer Zahl zur Heimpremiere ins Stadion gekommen war, bolzte zwar einmal einen Freistoß seltsam harmlos und mittig aufs Tor, wusste aber mit guten Umschaltaktionen zu punkten. Gewinnt die Eintracht im vorderen Drittel des Feldes den Ball, geht bei ihm sofort die Post ab. Lindström muss nun noch den passenden Mix zwischen Verspieltheit- und Geradlinigkeit in seinen Aktionen finden. Da entschied er sich ab und an noch für den jeweils falschen Ansatz. „Wir haben mehr Bewegung im vorderen Drittel als letzte Saison“, sagte Mittelfeldchef Djibril Sow allgemein, und: „Die jungen Spieler müssen sich erst noch finden.“

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