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Eintracht: Kamada und Kostic sollen in aller Ruhe zu Kräften kommen

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Von: Daniel Schmitt

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Ihm droht die Bank: Christopher Lenz (rechts).
Ihm droht die Bank: Christopher Lenz (rechts). © dpa

Filip Kostic rennt Runden, Daichi Kamada schuftet individuell: Das Frankfurter Stammduo soll in aller Ruhe zu Kräften kommen.

Frankfurt - Den Dienstagvormittag verbrachte Filip Kostic als einsamer Läufer. Während die Teamkollegen von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt im wohlig-warmen Proficamp an den Geräten ihre Muskeln stählten, drehte das serbische Muskelpaket Runde um Runde alleine um den Trainingsplatz – die langen Bahnen in höherem Tempo, die kurzen entspannt joggend. Da sollte sich einer erst wieder an die Belastung gewöhnen.

Der Körper des Filip Kostic hatte in den vergangenen Tagen doch ziemlich deutliche Signale gesendet. Stopp, bis hierhin und nicht weiter. Eine knappe Woche lang lag das serbische Powerbündel, sonst im Grunde nie zu bremsen, schon mal gar nicht von Gegenspielern auf dem Fußballfeld, darnieder. Schlafen und schlafen und erholen, die Füße still halten, vor allem kein Fußball, maximal als TV-Zuschauer. Viel mehr war nicht drin aufgrund des grippalen Infekts. Kostic soll nun in dieser Woche langsam herangeführt werden an eine Vollbelastung. Sicher ist sicher.

Eintracht Frankfurt: Kostic vor Rückkehr in Kader

Zu Jahresbeginn war er ja bereits von einer in seinen Symptomen recht leicht ausfallenden Corona-Infektion erwischt worden, sie kostete ihn das Spiel in Augsburg und hatte – ganz offensichtlich – auch beim folgenden Auftritt gegen Bielefeld noch eine Wirkung. Zumindest machte Kostic gegen die Arminia eine seiner schwächeren Partien im Eintracht-Dress, er wirkte müde, geschlaucht, kam seltener als gewohnt an den Gegnern vorbei, wenngleich er doch verlässlich Flanken in die Mitte bog. Aber: Voll im Saft, das sieht sicher anders aus. Die Spielweise von Filip Kostic ist ja auf Volldampf ausgelegt. Wie kein anderer Profi im Eintracht-Team benötigt der Linksaußen all seine Kraft, um seine Stärken auszuspielen, die langen Sprints, die sich stets wiederholen, bei denen irgendwann kein Gegner mehr mithalten kann, mit denen er seine Kontrahenten schlicht kaputtrennt. Das ist Filip Kostic, das hat oft genug beeindruckend funktioniert.

Am vergangenen Samstag beim ersten Eintracht-Sieg des Jahres in Stuttgart (3:2) musste er, wie erwähnt, auf der heimischen Couch zuschauen. Christopher Lenz durfte nach längerer Verletzungspause für ihn ran und machte seine Sache ordentlich. Der Linksfuß war oft am Ball, hielt seine Seite hinten weitestgehend dicht, wagte sich zwar nicht allzu häufig, aber doch gezielt nach vorne, bereitete ein Tor per Ecke auf Ajdin Hrustic vor. Freilich: Es schlichen sich auch recht viele einfache Fehlpässe in das Spiel von Lenz ein. Alles in allem aber gab’s verdientes Lob vom Chef, von Trainer Oliver Glasner: „Chris hat das toll gemacht. Man hat gesehen, dass wir uns auf ihn verlassen können.“

Eintracht Frankfurt: Lenz erneut in Startelf?

Könnte Christopher Lenz also auch eine Startelfoption für das anstehenden Heimspiel am Samstagnachmittag gegen den VfL Wolfsburg sein? Nicht neu ist, dass Oliver Glasner der große Freiraum im Rücken des offensiven Linksaußen Filip Kostic stört. Da wünscht sich der Fußballlehrer grundsätzlich eigentlich mehr Sicherheitsdenken seines Ausnahmeprofis. Nicht umsonst versuchte Glasner in der vergangenen Saison als Trainer des VfL Wolfsburg mit dem Nationalspieler Ridle Baku auf rechts, eben diese oft verwaiste Wiese gewinnbringend zu nutzen. Auch Glasners Nach-Nachfolger Florian Kohfeldt vertraute zuletzt wieder auf den gebürtigen Mainzer Baku und dessen Offensivqualitäten.

Selbstverständlich: Filip Kostic wiegt diese kleine Abwehrschwäche mit seiner großen Angriffsstärke auf. Und mehr noch. Er entscheidet damit reihenweise Spiele zugunsten der Hessen. Vertreter Christopher Lenz ist dies eher weniger zuzutrauen.

Er wird – sollte nichts Unerwartetes, ein gesundheitlicher Rückschlag etwa bei Kostic, dazwischenkommen – also gegen Wolfsburg anfangs erst mal wieder auf der Bank Platz nehmen müssen, ebenso wie Ajdin Hrustic, der Matchwinner von Stuttgart. Der Australier hat zwar bewiesen, der Mannschaft eine Hilfe sein zu können, er hat sich durch seinen Doppelpack und den engagierten Auftritt sicher weitere Einsatzminuten verdient, die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld aber hat die Nase klar vorne.

Eintracht Frankfurt: Barkok wieder im Training

So dürfte gegen Wolfsburg auch Daichi Kamada wieder ein Kandidat für die Startelf sein. Der Japaner hat seinen Muskelfaserriss auskuriert, trainierte am Dienstag zwar noch individuell, soll aber an diesem Mittwoch wieder vermehrt ins Mannschaftstraining eingebaut werden. Zudem ist Afrika-Cup-Fahrer Aymen Barkok nach kurzem Wochenendurlaub wieder mit dabei.

Kamada also könnte demnach Sebastian Rode ersetzen, den Trainer Glasner zwar sehr schätzt, der in Stuttgart aber früh signalisierte, nicht mehr richtig zu können. Er, Rode, habe sein Knie gespürt, erklärte Glasner hinterher den nachvollziehbaren Pausen-Wechsel. Beim schmerzunempfindlichen, aber doch mit einer Reihe von Knieblessuren vorbelasteten Rode gehen alle Beteiligten stets lieber auf Nummer sicher.

Dem Vernehmen nach sind die aktuellen Probleme des 31-Jährigen nicht weiter schlimm, der Kapitän aber hat zuletzt aufgrund einiger Ausfälle im Team doch ziemlich viel gespielt. 66 Minuten gegen Dortmund, 79 gegen Augsburg, 61 gegen Bielefeld, 45 in Stuttgart. Eine Verschnaufpause gegen Wolfsburg ist da zumindest eine denkbare Variante. Filip Kostic dürfte dagegen von derlei Ideen wenig halten. Einsame Läufe bereiten ihm wenig Freude, spannender wird’s erst, wenn endlich wieder Gegner dabei sind. (Daniel Schmitt)

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