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Eintracht-Gegner steht im Schatten des Stadtrivalen

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Von: Thomas Kilchenstein

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Alter schützt vor Leistung nicht: Betis-Legende Joaquin, gerade mal 40 Jahre alt.
Alter schützt vor Leistung nicht: Betis-Legende Joaquin, gerade mal 40 Jahre alt. © AFP

Real Betis Sevilla vertraut auf eine starke Offensive und einen ewig jungen Methusalem.

Gegen ihn muss sich Makoto Hasebe im Grunde vorkommen wie ein junger Hüpfer. Er, das ist Joaquin, er spielt Rechtsaußen beim Frankfurter Europa- League-Gegner Real Betis Sevilla, er wird im Sommer dieses Jahres 41 Jahre alt, und ist damit zweieinhalb Jahre älter als der Japaner in Diensten der Eintracht. Joaquin, 52-facher spanischer Nationalspieler, ist Herz und Seele des andalusischen Klubs, zwar bestreitet er schon längst nicht mehr alle Spiele, aber die acht Partien in der Europa League, die Betis als Gruppenzweiter hinter Bayer Leverkusen gespielt hat, hat er alle gemacht, sogar als Kapitän und für eine Torvorlage war der Methusalem auch noch gut.

Joaquin ist eine Legende im zweiten Klub der Stadt, noch immer gelingen ihm Dribblings flüssig, noch immer ist er erstaunlich schnell, erfahren und mit allen Wassern gewaschen sowieso. Und noch immer ist der Mann, einer der beliebtesten Profis in Spanien, eine große Nummer. Legendär sind seine Späße, einmal hat er bei der Vorstellung bei einem neuen Klub statt üblicher Floskel einen Witz erzählt, ein anderes Mal hat er im TV eine Henne zu hypnotisieren versucht, bei seiner jüngsten Vertragsverlängerung mit Betis hat die 86 Jahre alte Schauspielerin Maria Galiana ihm telegen die Kapitänsbinde übergestreift. Mittlerweile hat der Spitzbube an die 600 Ligaspiele auf dem Buckel

Joaquin Sanchez Rodriguez, wie er mit vollem Namen heißt, stammt aus der Provinz Cadiz, wo er mit acht Geschwistern aufwuchs. Er spielt seit der Jugend für Betis. Nach zwischenzeitlicher Wanderschaft zum FC Valencia (2006 bis 2011), FC Malaga (2011 bis 2013), AC Florenz (2013 bis 2015) war er vor sieben Jahren zu seinem Stammverein zurückgekehrt.

0:4 gegen Bayer Leverkusen

Aktuell spielt Betis, 1907 gegründet und 1935 erst- und letztmals spanischer Meister, eine bärenstarke Saison, Platz drei belegt die vom chilenischen Altmeister Manuel Pellegrini, 68, gecoachte Mannschaft, elf Punkte hinter Real, aber vier Zähler vor dem FC Barcelona. Das Prunkstück des Teams, das in dem sehr schönen Stadion Benito Villamarin vor 60 700 Zusehenden spielt, ist die Offensive mit dem französischen Nationalspieler Nabil Fekir, Marktwert 30 Millionen Euro, sowie den Angreifern Juanmi (zwölf Tore in La Liga), dem Brasilianer William José (sieben) und Borja Iglesias (sieben), beides Mittelstürmer. Betis bevorzugt ein System mit einer Viererabwehrreihe, in der unter anderem der frühere Dortmunder Marc Bartra steht, davor zwei Defensive, ein Spielmacher und drei Angreifer. Betis hat die zweitmeisten Tore (hinter Real) erzielt.

Besonders viele Titel haben die in Grün-Weiß spielenden Andalusier in ihrer Historie nicht sammeln können, der größte Erfolg liegt 17 Jahre zurück, 2005 gewannen sie den spanischen Pokal. In der aktuellen Europa-League-Saison unterlagen sie der Bayer-Werkself in Leverkusen klar mit 0:4, allerdings täuscht das Ergebnis, zwei Tore fielen in den letzten fünf Minuten. In Sevilla hieß es 1:1. „In beiden Spielen war Betis überlegen, obwohl sie dort 0:4 verloren haben“, sagt Eintracht-Trainer Oliver Glasner.

Für das Achtelfinale qualifizierte sich Betis mit einem 3:2 Auswärtssieg (und einem 0:0) gegen Zenit St.Petersburg. In der Liga hatten sie Barcelona mit 1:0 bezwungen, gegen die Madrider Klus Atletico (0:3) und Real (0:1) aber jeweils den Kürzeren gezogen. Betis ist ein Team, das über Geschlossenheit kommt, sehr ballsicher agiert und taktisch gut ausgebildet ist - und immer im Schatten des deutlich erfolgreicheren Rivalen FC Sevilla stand.

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