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Joao Felix wurde vergangenen Monat erstmals für Portugals Nationalteam nominiert.

Europa League

Joao Felix könnte die Eintracht ärgern

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Joao Felix ist gerade mal 19 und dennoch die zentrale Figur bei Benfica.

Ob Helder Cristovao vor zwei Jahren ahnte, was er da für zwei großartige Fußballspieler vor sich hat? So ganz überzeugt war der damalige Trainer der Reserve von Benfica Lissabon jedenfalls nicht. Klar, das Talent der beiden wird ihm nicht verborgen geblieben sein, schließlich hatte Cristovao selbst lange gekickt in Spanien, England, Frankreich, Griechenland und Portugal. Ein bisschen zu jung, unerfahren, noch nicht reif genug für den Männerfußball waren ihm die beiden 19 und 17 Jahre alten Talente aber doch. Also machte Helder Cristovao 2017 das, was er 2019 wohl nicht mehr so machen würde. Er schickte Luka Jovic und Joao Felix nur einmal gemeinsam auf den Platz, für 71 Minuten. Das war’s.

Etwas mehr als zwei Jahre später sind Luka Jovic von Eintracht Frankfurt und Joao Felix von Benfica Lissabon nicht nur heute (21 Uhr) Gegner im Viertelfinale der Europa League, sie sind auch zwei der auf dem europäischen Markt begehrtesten Jungprofis. Während Jovic in Lissabon nicht glücklich wurde, schaffte Felix dort den Durchbruch. Der 19-jährige Spielmacher zählt seit dieser Saison zum Profiteam. Er erzielte bislang zehn Tore in 20 Ligaspielen. Sein Premierentreffer gelang ihm direkt beim Debüt im vergangenen August - ausgerechnet gegen Stadtrivale Sporting. „Das war der coolste Moment meines Lebens“, sagt Felix.

Bayern München soll schon Interesse gezeigt haben

Er wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht bleiben. Denn nach nur neun Monaten im Profigeschäft scheint dem Burschen aus der 100 000-Einwohner-Stadt Viseu die Fußballwelt offen zu stehen. Manchester City, Juventus, auch die Bayern sollen schon ihr Interesse hinterlegt haben. Wahlweise kolportieren portugiesische Medien von Ablösesummen zwischen 80 und 150 Millionen Euro. Joao Felix befindet sich auf bestem Wege zum balltretenden Superstar Portugals. „Joao ist nicht nur einfach eine Perle aus unserem Nachwuchs. Er steht über vielen anderen Talenten dieses Klubs“, sagt Benficas Klubikone Rui Costa.

Joao Felix ist ein Fußballer mit überdurchschnittlichen Qualitäten. Der 1,80 Meter große Rechtsfuß erinnert in seiner Spielweise – und optisch mit Wischmopfrisur und Zahnspange – an den jungen Kaka. Wie der einstige Weltfußballer aus Brasilien ist Felix mit feinem Ballgefühl ausgestattet, er vereint technische Finesse in engen Situationen mit raumgreifenden Schritten bei Kontern. „Benfica spielt einen schönen Fußball, der zu mir passt“, so Felix im Januar beim Internetportal The Players Tribune, „hier habe ich Spaß.“

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Das war nicht immer so. Schon mit sieben wurde der kleine Joao vom großen FC Porto entdeckt. Von Viseu fuhren die Eltern ihren Sprössling täglich von der Stadt im Landesinneren an die Küste – 120 Kilometer, einfache Strecke. Irgendwann wurde es Felix zu viel, mit 13 wollte er aufhören. „Ich kannte auf dem Weg nach Porto jeden Baum, jede Ampel, jedes Schlagloch“, so Felix. Auch wurde ihm in Porto wegen seiner schmächtigen Ärmchen und dünnen Beinchen nie die ganz große Karriere zugetraut.

Rückblickend gab Felix zum Glück nicht auf, stattdessen wechselte er 2015 zu Benfica. Vergangenen Monat stand er erstmals im Aufgebot des Nationalteams. Bei Benfica verlängerten sie seinen Vertrag bis 2023, im Wissen, dass er wohl nicht so lange in Lissabon spielen wird. Denn ebenso wie bei Luka Jovic scheint der Weg von Joao Felix zu einem Spitzenklub in Europa vorgezeichnet.

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