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Eintracht-Gegner: Kann Fredi Bobic die Hertha aufwecken?

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Von: Daniel Schmitt

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Hat die Lage noch ganz gut im Griff, auch wenn kaum jemand verstand, weshalb er jetzt in die Staaten reisen musste: Fredi Bobic.
Trifft mit den Berlinern auf seinen Ex-Klub: Manager Fredi Bobic. © Uwe Anspach/dpa

Hertha BSC unter Fredi Bobic hat das derzeit schlechteste Bundesligateam. Auch deshalb ist Eintracht Frankfurt ein sehr willkommener Gast.

Selbst die netten Freiburger schütteten vor Wochenfrist Hohn und Spott über den Berliner Sport-Club aus. Keine 20 Minuten waren gespielt, die Breisgauer lagen 1:0 vorne, da ertönte es bereits frohgemut von den Rängen: „Zweeeitee Liiigaa und Heeertha ist dabei!“ Nach 90 Minuten setzten sich die Freiburger locker mit 3:0 durch.

Ziemlich genau neun Monate ist es nun her, dass Fredi Bobic offiziell seinen Dienst bei Hertha BSC antrat mit klaren Zielen: Endlich die Zeiten des effekthascherischen Brimboriums, all die Berliner Facebook-Klinsis dieser Fußballwelt, hinter dem Klub lassen, den sportlichen Erfolg durch Ruhe reinbringen in diesen notorisch hippeligen Hauptstadtverein. Anfang März und damit unmittelbar vor dem Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Bobics Ex-Klub Eintracht Frankfurt, lässt sich überspitzt formulieren: Ist ihm gelungen, das mit der Ruhe! Denn Hertha BSC, so sieht es aus, schläft sich derzeit der zweiten Liga entgegen.

Die Statistiken des Schreckens: 13 Saisonniederlagen (nur Schlusslicht Fürth hat mehr), 54 Gegentore (nur Schlusslicht Fürth hat mehr), zwei Punkte in 2022 (selbst Schlusslicht Fürth hat mehr). Dass die Berliner mittlerweile auf Relegationsrang 16 abgerutscht sind, überrascht daher nicht. Und doch wirkt manch Profikicker so, als habe er den Ernst der Lage noch nicht ganz erkannt. Die Mannschaft, im Winter erneut für rund zwei Millionen Euro „verstärkt“, wirkt zu selten wie eine echte Mannschaft, sie fällt bei Rückschlägen viel zu leicht auseinander, gibt sich auf.

Ex-Eintrachtler Prince Boateng will TV-Serienstar werden

Dazu kommt, dass der Plan, mit der Verpflichtung des alternden Stars Kevin-Prince Boateng eine Führungspersönlichkeit im Team zu etablieren, nicht aufgegangen ist. Boateng, fast 35, kann das Tempo in der Liga längst nicht mehr gehen. Statt dessen plant er, wie er italienischen Medien sagte, seine eigene TV-Show, mittlerweile arbeite er an ein Serie über sein Leben, bei der auch Sylvester „Rocky“ Stallone mitwirken soll.

Natürlich sind die Zeiten für die Berliner nicht einfach, sehr viele Corona-Ausfälle und viele Verletzungen haben zuletzt die Leistung beeinflusst, gegen Freiburg musste gar der fünfte Torwart zwischen die Pfosten. Dazu gesellen sich diverse fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen zu Ungunsten der Hertha.

Alles in allem aber, das wird niemand bestreiten können, liegt es nicht an Begleiterscheinungen, sondern dem Team selbst. Da passt schon die ganze Saison nicht viel zusammen - ob anfangs unter Trainer Pal Dardai oder jetzt unter Tayfun Korkut. Mit einem Punkteschnitt von 0,82 liegt der von Korkut gar unter jenem seines Vorgängers (1,08). Alarmierend. „Das wird womöglich die schwerste Aufgabe, die ich je hatte“, sagt Bobic, wohlwissend, dass er 2016 den klammen Fast-Absteiger aus Frankfurt übernommen hatte. Bobic warf wie damals bei der Eintracht auch jetzt in Berlin alles um – er tauschte große Teile der Mannschaft und vor allem die Menschen rund ums Team aus. Bisher erfolglos. Der Druck vor dem Spiel gegen den Ex-Verein ist groß, im Grunde wäre ein Remis fast schon zu wenig. Immerhin kehren einige Stammkräfte nach ihrer Quarantäne zurück in den Kader. Ob sie auch fit genug für Bundesligafußball sind?

Bobic jedenfalls richtet warnende Worte ans Team: „Es sind Egoismen da, die müssen weg.“ Ein letzter Versuch, die Berliner Fußballer wachzurütteln?

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