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Well done, Monsieur: Arsenals Topstürmer Lacazette (links) und Aubameyang feiern einen Treffer.

Europa League

Eintracht-Gegner Arsenal: Treffsichere Kanoniere

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Der Premier-League-Klub aus dem Norden Londons hat eine beeindruckende Offensive vorzuweisen, blieb zuletzt aber stets hinter den Erwartungen zurück. Sogar der Erzrivale ist stärker.

Es hat Ende Mai dieses Jahres durchaus Stimmen gegeben, die der Meinung waren, Eintracht Frankfurt hätte das Finale in der Europa League in Baku gegen den FC Arsenal auch gewonnen - wenn die Hessen statt des FC Chelsea dieses Endspiel erreicht hätte. Arsenal hatte sich nicht gerade sonderlich engagiert in diesem Finale gezeigt, ging bei der Abschiedsvorstellung von Chelsea-Profi Eden Hazard sang- und klanglos mit 1:4 unter. Mehr Einsatz und Leidenschaft hätten die Frankfurter ganz sicher an den Tag gelegt.

Arsenal London mit zahlreichen ehemaligen Bundesligaspielern

Nun also treffen die Hessen in der Gruppenphase auf den Londoner Klub, der die vergangene Saison auf der Insel mit Platz fünf abgeschlossen hat - und zuletzt im Schatten von Manchester City, FC Liverpool und sogar vom Nordlondoner Erzrivalen Tottenham Hotspur segelte. Zurzeit rangieren die „Gunners“ (Kanoniere) auf Platz drei der Premier League, wurden am letzten Wochenende bei der 1:3-Niederlage gegen Liverpool allerdings förmlich vorgeführt. Bei Arsenal dessen Teamwert das Onlineportal transfermarkt.de mit etwa 675 Millionen Euro angibt, haben zahlreiche ehemalige Bundesligaspieler eine neue Heimat gefunden, Bernd Leno (Bayer Leverkusen), Pierre-Emerick Aubameyang, Sokratis, Henrikh Mkhitaryan (alle Borussia Dortmund), Sead Kolasinac (Schalke 04) oder Granit Xhaka (Mönchengladbach). Und natürlich Mesut Özil, der ehemalige deutsche Nationalspieler, der allerdings in dieser Saison noch kein Spiel für Arsenal bestritten hat. Die Nachwirkungen eines vereitelten Überfalls haben einen Einsatz bislang unmöglich gemacht. Hinzu kommen David Luiz (zuletzt FC Chelsea), Dani Ceballos (Real Madrid), Nicolas Pepe oder Alexandre Lacazette. Gerade im Angriff sind die Londoner enorm stark besetzt. Im vergangenen Saison erzielte Arsenal die drittmeisten Tore (73), lediglich Manchester City (95) und Liverpool (85) trafen häufiger.

Geprägt hat den Klub, 1886 gegründet, natürlich der große Arsene Wenger, der den Klub 22 Jahre trainierte und in 1215 Spielen an der Linie stand. Nachfolger des mittlerweile 69 Jahre alten Elsässers ist Unai Emery, zuvor bei Paris St. Germain tätig. Letztmals gewann Arsenal 2004 die englische Meisterschaft, 2017 wurde man englischer Pokalsieger und Supercup-Gewinner. Einer der größten Fans des Klubs, der im 60.000 Mann fassenden Emirates Stadium spielt, ist übrigens der Schriftsteller Nick Hornby („Fever pitch“)

FC Arsenal pflegt spanischen Spielstil

Der FC Arsenal pflegt einen eher spanischen Spielstil, mit vielen Kurzpässen und einem gepflegten Spielaufbau. Wenger hatte darauf großen Wert gelegt, Emery versucht nun, auch die Vorteile des schnellen Umschaltens nicht zu vernachlässigen und für mehr Variabilität zu sorgen.

Der englische Spitzenklub, für den einst Legenden wie Tony Adams, Thierry Henry oder Dennis Bergkamp spielten, gehört nahezu komplett dem US-Amerikaner Stan Kroenke. Der 71-Jährige, der über seine Firma Kroenke Sports & Entertainment bereits 67 Prozent der Anteile besaß, übernahm kürzlich für umgerechnet 604 Millionen Euro auch die 30 Prozent des Russen Alischer Usmanow. Kritik an der Übernahme gibt es vom Arsenal Supporters‘ Trust (AST). Die Fanvereinigung findet, Arsenal sei zu wichtig, um von nur einer Person geführt zu werden – zumal von einer zwielichtigen wie Kroenke.

Von Thomas Kilchenstein

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