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Der entscheidende Moment: Sebastien Haller enteilt den Bremer Verteidigern und trifft in der 89. Minute zum 2:1

Es war einmal

Eintracht gegen Werder: Haller mit der Innenseite

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Eintracht-Stürmer Sebastien Haller trifft im November 2017 spät und Bremen ins Mark.

Fast 89 Minuten, so schrieb die Frankfurter Rundschau im Nachhinein zu diesem Spiel am 3. November 2017, sei ihm alles daneben gegangen, was nur daneben gehen konnte. Dribbelte er, blieb er hängen, passte er, ging die Kugel ins Aus, bot er sich kurz an, kam der Pass lang, und wenn er dann mal einen Ball am Fuß hatte, verstolperte er ihn: Die Rede ist von Sebastien Haller. Damals, es war seine erste Saison in Frankfurt, schieden sich anfangs noch die Geister an dem vom FC Utrecht gekommenen Stürmer, zu ungelenk wirkte der Schlaks, zu unfertig, zu steif, mitunter auch zu langsam. Aber der Trainer Niko Kovac wusste schon, warum er den Franzosen nicht vom Feld genommen hatte.

Denn dann kam die 89. Minute und der eingewechselte Linksverteidiger Taleb Tawatha flankte in einer der letzten Aktionen in den Strafraum, Haller setzte sich durch und schoss die Kugel volley mit der Innenseite ins Tor, zum 2:1-Sieg gegen mindestens gleichwertige Bremer. Hinterher gab es keine zwei Meinungen: Ein Remis wäre leistungsgerecht gewesen, die Eintracht hatte das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite und eben einen Knipser. Immerhin redete hinterher keiner das Spiel schön. „Unter dem Strich ist unser Sieg glücklich“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner, auch Mittelfeldspieler Marc Stendera, der damals noch mitspielen durfte, urteilte gnadenlos, aber treffend: „Die erste Hälfte war ziemlich katastrophal.“

Eintracht-Keeper Lukas Hradecky wird zum besten Mann

Dabei hatte es ganz manierlich begonnen für die Frankfurter, die im ersten Jahr nach der Relegation nur den Nichtabstieg als Ziel ausgegeben hatten. Nach 17 Minuten hatte Ante Rebic die Kugel sehenswert in den Winkel geschlenzt, es war ein Tor aus dem Nichts und schon das vierte des Kroaten. Doch die Führung sorgte nicht unbedingt für Sicherheit bei den Gastgebern, im Gegenteil: Werder Bremen, bis zu jenem elften Spieltag noch sieglos und Tabellenvorletzter, war bis auf eine kleine Schwächephase im ersten Abschnitt die bessere Mannschaft. Die Norddeutschen hatten mehr vom Spiel, hätten im ersten Abschnitt deutlich mehr Tore erzielen können, als den Ausgleich durch Niklas Moisander. Chancen gab es jedenfalls genug. Eintracht-Torhüter Lukas Hradecky war da längst zum besten Spieler auf dem Platz avanciert und hielt die Hessen im Spiel. „Dafür ist ein Torwart schließlich da“, sagte der fröhliche Finne hinterher.

Der Liveticker zum Spiel: Eintracht Frankfurt empfängt Werder Bremen

Es war im übrigen das Bundesligadebüt des Trainers Florian Kohfeldt, der zuvor die U23 der Bremer trainiert hatte und dessen Handschrift gleich deutlich zu sehen war. Kohfeldt hatte den unglücklichen Alexander Nouri abgelöst. Im nächsten Spiel schossen die Norddeutschen Hannover 96 mit 4:0 aus dem Weserstadion, am Ende landete Werder auf Platz elf. Der Sieg katapultierte die Hessen am elften Spieltag mit 18 Punkten auf Platz sieben, am Ende verpassten die Frankfurter als Achter die internationalen Plätze – aber sie hatten ja noch ein Pokalfinale gegen Bayern München in petto.

Eintracht Frankfurt gegen Werder Bremen: So sehen Sie das Spiel in TV und Internet

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