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Eintracht gegen Bayern: Die große Brezel

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Von: Thomas Stillbauer

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Ein Bild, das für immer bleibt: Die Eintracht in Sevilla.
Ein Bild, das für immer bleibt: Die Eintracht in Sevilla. © IMAGO/Shutterstock

Wenn du die Bayern abgezogen hattest, drohte danach für Eintracht Frankfurt nicht selten Ungemach - kann sich ja bald ändern. Eine Glosse.

Soll man? Soll man nicht? Denn es ist ja so: Für einen Sieg gegen die Bayern kannst du dir nichts kaufen. Du kannst nicht zum nächsten Wasserhäuschen dackeln und sagen: „Eine gemischte Tüte bitte, ein Capri-Eis und eine Cola, denn gestern haben wir den Bayern die Krachledernen ausgezogen, stimmt so.“ Vergiss es. Das hat noch nie hingehauen. „Ich nehme das Rennrad und das Smartphone, weil: Kostic, Lindström, Götze, Alario, holleradio, vierzwo.“ Schön wär’s. Nichts kannst du dir dafür kaufen.

Im Gegenteil. Wenn du die Bayern abgezogen hattest, drohte danach nicht selten Ungemach. Mal drehte der beste Spieler plötzlich durch, wollte das große Geld und kickt jetzt irgendwo in der Wüste. Mal hast du monatelang kein Spiel mehr gewonnen. Und wenn es ganz dumm läuft, steigst du nach einem Triumph über den Zehnerpack-Meister einfach mal eben ab.

Das will also gut überlegt sein, gerade in diesen besonderen Zeiten. Überall Krisen, überall Leid. Nur dein Fußballverein, mit dem du seit zwanzig, vierzig, fünfzig Jahren staunst und haderst, weil er so, so, so oft wie der stolze Adler über den Dingen schwebt, nur um dann ebenso oft wie der ungeschlachte Albatros eine Bruchlandung hinzulegen – weil dieser wankelmütige Verein dir im Mai eine unfassbare Überraschung bereitet hat. Eine Sensation. Ach was. Eine Doppelsupersensation.

Genau deshalb spielst du am Anfang dieser Saison nicht einfach nur gegen den Zweitliga-Aufsteiger. Ja, genau deshalb spielst du diesmal zuerst gegen den Zweitliga-Aufsteiger und dann direkt gegen den Deutschen Meister. Und dann gegen den Champions-League-Champion. Nix Freundschaftsspiel. Nix Saisoneröffnung für die ganze Familie mit Ehrengegner und Trikot-Autogrammsafari. Nein, Pflichtspiele. Alles Pflichtspiele. Gegen die größten und besten Klubs weit und breit. Und ernstgenommen wirst du dabei auch noch, weil nicht mal der FC Barcelona dich bezwingen konnte.

Ob wir Real in Helsinki dann auch weghauen – Real Madrid! – das sehen wir dann. Zuerst müssen wir genau überlegen, was wir mit den Bayern machen. Vieles spräche für einen Überfall im Hurra-Stil mit fuffzichtausend brüllenden Fans im Rücken, alle in Weiß vermutlich, die ganze Kurve mit den Endspiel-Choreo-Trikots „Heilige Diva vom Main – bitte für uns“. Und wenn man’s genau nimmt: Dagegen spricht eigentlich nichts. Allzu oft hast du schließlich nicht die Chance, Tabellenführer zu werden.

Der Unhaltbar-Ergebnistipp lautet also: Eintracht: vier – Bayern: nuuuull. Danke. Bitte. Kleinere Brezeln können wir dann später immer noch backen.

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