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Sollte gegen den Nachbarn mal wieder ins Schwarze treffen: Alexander Meier.

FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt

Die Eintracht fühlt sich gewappnet

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Eintracht Frankfurt sieht sich gerüstet für das prestigeträchtige Nachbarschafts-Duell in Mainz. Marco Russ wird wohl für Makoto Hasebe im Mittelfeld aufräumen.

Es geht früh raus am Tag des am nächstgelegenen Auswärtsspiels: Um 9 Uhr legt am Eisernen Steg das erste von drei Booten ab, das die Anhänger von Eintracht Frankfurt zum Spiel gegen den FSV Mainz 05 schippern wird.

Dabei sind traditionellerweise auch der umtriebige Präsident Peter Fischer und der nicht minder rege Finanzvorstand Axel Hellmann. Vielleicht ist die Bootstour das erste Mal eine wirkliche Alternative, um geruhsam nach Mainz zu gelangen, die Schiersteiner Brücke ist bekanntlich gesperrt, es wird Staus geben. Und doch wollen rund 7000 Frankfurter Fans die Eintracht zum Rivalen mit neuem Muntermacher begleiten.

„Keine zehn Neuen“

Thomas Schaaf und sein Team sind schon seit Freitag in Rheinhessen. Die Mannschaft ist guter Dinge, der nicht einkalkulierte Sieg gegen den FC Schalke 04 am vergangenen Wochenende hat ein wenig Druck aus dem Kessel entweichen lassen. Und doch reist die Eintracht nicht zum Nachbarn, um die Punkte freiwillig abzugeben.

„Wir wollen das Spiel gewinnen“, sagt der Frankfurter Fußball-Lehrer, und da ist es ihm auch einerlei, wer auf der anderen Seite auf der Trainerbank sitzt. Es ist Martin Schmidt, der in seiner ersten Woche als Chef eines Bundesligateams verbal ziemlich viel Zinnober veranstaltet hat. Schaaf hat das wohl registriert, er mag das eigentlich nicht.

Dann ist er natürlich gefragt worden, inwieweit der Trainerwechsel die eigenen Vorbereitung beeinträchtige. „Überhaupt nicht“, hat er geantwortet. Deshalb ist es Schaaf auch „egal“, ob auf der anderen Seite ein Trainerwechsel womöglich neue Motivation beim Team hervorrufe. Er kenne Martin Schmidt, den neuen Coach auf Mainzer Seite, nicht, sagt der Frankfurter Trainer.

„Das ist nicht mein Hut.“ Man gucke ohnehin in erster Linie auf sich, und „Mainz hat ja jetzt keine zehn neuen Spieler verpflichtet“: Es ist auch so, dass Schaaf stets vom „Optimum“ beim Gegner ausgeht, er bereitet sein Team so vor, als rufe der jeweilige Kontrahent das Optimale seiner Möglichkeiten ab.

Andererseits ist Thomas Schaaf jedes Mal verblüfft, wenn es dann plötzlich heiße, jetzt gebe man richtig Gas. „Ich frage mich dann immer: Haben die vorher kein Gas gegeben?“ Einerlei also, mit welcher taktischen Variante die Mainzer auflaufen werden, die Eintracht, verspricht Schaaf, werde gewappnet sein. „Wir sind ja nicht mehr in der Kreisklasse oder in der E-Jugend.“

Bei der Eintracht hat Schaaf personell einige Möglichkeiten. Bis auf Aleksandar Ignjovski (Magen-Darm-Grippe) sowie die Rekonvaleszenten Constant Djakpa, Joel Gerezgiher und Nelson Valdez sowie Stammspieler Makoto Hasebe (Gelbsperre) sind alle Mann an Bord, also auch Bamba Anderson, der Innenverteidiger, der gegen Schalke wegen Nasennebenhöhlen-Entzündung nicht mittun konnte. Anderson (vier Gelbe Karten) wird, davon ist auszugehen, mit Carlos Zambrano hinten die Mitte dichtmachen, Alexander Madlung wieder ins zweite Glied rutschen.

Trainer mit Bauchgefühl

Denn Marco Russ, der etatmäßige Stopper (vier Gelbe Karten) wird im defensiven Mittelfeld gebraucht, wo er die Lücke füllen soll, die der Japaner Hasebe gerissen hat. Für diese Lösung spricht einiges, wenn sich auch Thomas Schaaf noch ziert, seine Entscheidung kundzutun. Er wisse es schlicht noch nicht. „Ich lasse alles auf mich zukommen“, sagt er, „das reift alles erst im Laufe der Woche“: Am Ende schläft er noch eine Nacht drüber und nach ein paar „Rechts-, Links-Drehungen im Bett“ füge er die Mosaiksteinchen zusammen.

Ähnlich verhält er sich bei der Besetzung des linken Flügels, wo gleich drei Kandidaten um den einen Posten rangeln: Sonny Kittel, Takashi Inui oder Lucas Piazon, der Siegtorschütze vom vergangenen Wochenende. Kittel dürfte wohl nicht beginnen, Piazon hat seine Joker-Eigenschaften bewiesen, somit spricht vieles für den Japner Inui.

Aber vielleicht sagt das Bauchgefühl des Trainers noch was anderes.

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