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Eintracht-Frauen auf dem schweren Weg in die Champions League

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Von: Katja Sturm

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Gegen Hjørring im Tor der Eintracht: Cara Bösl.
Gegen Hjørring im Tor der Eintracht: Cara Bösl © Imago

Die Frankfurter Fußballerinnen wollen im dänischen Hjørring den nächsten Schritt in Richtung Champions League machen.

Es ist ein kurioser Saisonauftakt. Gleich in ihrer ersten Pflichtpartie nach der Sommerpause könnten die Bundesliga-Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt genau das verlieren, wofür sie in der vergangenen Spielzeit so hart gearbeitet hatten. In der ersten Qualifikationsrunde für die Champions League im dänischen Hjørring trifft die Mannschaft von Cheftrainer Niko Arnautis an diesem Donnerstag (19 Uhr) auf die gastgebende Fortuna. Sollten die Frankfurterinnen die Begegnung verlieren, wäre das Abenteuer Königsklasse für den Tabellendritten der nationalen Liga vorbei, ehe es richtig angefangen hat. Bei einem Erfolg würde er am Sonntag im Finale des Mini-Turniers auf die Siegerinnen des Duells zwischen Ajax Amsterdam und Kristianstads DFF aus Schweden treffen. Nur die Gewinnerinnen kommen weiter.

„Ich bin optimistisch, dass wir eine Chance haben“, sagt Arnautis. Der Gegner, ein Mix aus international erfahrenen Spielerinnen und jungen einheimischen Talenten, hat schon Champions-League-Erfahrung. Er „kämpft nicht nur Fußball“ und sei „sehr aggressiv gegen den Ball“, er verfüge auch über technische Qualitäten. „Aber wir sind darauf vorbereitet und haben unserem Team Lösungsansätze mitgegeben.“ Entscheidend werde sein, „dass wir mit Herzblut spielen“.

Frankfurter Kaltstart

Um seine Formation auf den „Kaltstart“ einzustellen und fester zusammenzuschweißen, blieb Arnautis kaum Zeit. Wegen der Europameisterschaft in England und anderer Verpflichtungen für die jeweiligen Nationalteams war ein Großteil seiner Spielerinnen während der Vorbereitung unterwegs und kehrte erst nach und nach an den Main zurück. In einem finalen Trainingslager in Grünberg wurde deshalb nicht nur auf dem Platz gearbeitet, sondern auch das Teamgefüge gestärkt. Bei Videodrehs, bei denen die Spielerinnen sich selbst und ihr Team darstellen sollten, gab es viel zu lachen. Spätestens da hatten wohl auch die vier deutschen EM-Teilnehmerinnen Sophia Kleinherne, Nicole Anyomi, Laura Freigang und Sara Doorsoun den Frust über das verlorene Finale vergessen.

Sie sollten verstanden haben, „was sie für den deutschen Frauenfußball geleistet haben“, sagt Arnautis. „Sie haben tollen Fußball gespielt“ und bei Fernsehquoten von im Schnitt knapp 18 Millionen Zuschauenden viel Aufmerksamkeit, Sympathien und Anerkennung auf sich gezogen. Den Schwung, der daraus für die Szene insgesamt resultieren soll, werde man im eigenen Verein zu nutzen versuchen durch Aktionen wie das Bundesliga-Auftaktspiel am 16. September gegen Bayern München im Waldstadion.

Bei der Eintracht werde das gelebt, was Arnautis insgesamt in der Zukunft für wichtig hält: Männer-, Frauen- und Jugendfußball, alles unter einem Dach und mit starken Strukturen. „Wir sind in Frankfurt in der glücklichen Konstellation, dass wir das bereits verkörpern.“ In der ganzen Republik ziehen Vereine nach oder haben schon eine ähnliche Basis gelegt. Arnautis erwartet einen immer härter werdenden Konkurrenzkampf. „Wir haben kein Abonnement auf den dritten Platz“, betont der 42-Jährige. Umso wichtiger sei es, das Erarbeitete weiterzuführen. Der Kader konnte weitestgehend gehalten werden. Als schmerzlicher Abgang nach Wolfsburg steht Nationaltorhüterin Merle Frohms fest. „Natürlich ist eine deutsche Nummer eins nicht gleich gleichwertig zu ersetzen“, sagt Arnautis. „Aber man darf nicht vergessen, dass sie bei uns in allen Bereichen einen großen Sprung gemacht hat. Wir werden auch bei unserem aktuellen Trio im Tor versuchen, die Potenziale auszuschöpfen.“

Aus diesem steht Neuzugang Stina Johannes wegen Rückenproblemen gerade nicht zur Verfügung. In Dänemark rückt Cara Bösl zwischen die Pfosten. „Ich bin sicher, dass sie ein gutes Spiel machen wird“, sagt der Trainer. „Sie ist in den vergangenen Jahren, aber gerade auch in der vergangenen Saison super gereift.“ Unabhängig davon, wie der Ausflug ausgeht: „Wir freuen uns unheimlich auf das Spiel und werden Erfahrungen sammeln, die uns weiterbringen.“

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