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Musterschüler: Filip Kostic.

Eintracht Frankfurt

Zwischenzeugnis der Eintracht: Diese Spieler sind versetzungsgefährdet

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    Ingo Durstewitz
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Vom Musterschüler über den Hinterbänkler bis zum Schulabbrecher: Die FR bewertet jeden Spieler von Eintracht Frankfurt nach den insgesamt 31 Partien der Hinrunde.

Musterschüler der SGE 

Filip Kostic (16 Bundesligaspiele/1 Tor/11 Europapokalspiele/4 Tore):Der Dauerbrenner. Machte 53 Spiele in diesem Kalenderjahr, so viele wie kein anderer. Wertvollster Eintracht-Profi, und da geht es nicht nur um den Marktwert (38 Millionen). Er ist der einzig verbliebene Unterschiedsspieler. Wenn er auf links marschiert, wird es für jeden Gegner gefährlich, auch wenn der letzte Pass noch etwas präziser werden könnte. Denkwürdiger Auftritt gegen Leverkusen, dribbelte dem armen Mitchell Weiser Knoten in die Beine. Seine Standards sind eine Waffe. Dennoch nicht so überragend wie vergangene Saison, doch da hatte er vorne auch noch ganz andere Mitspieler.

Martin Hinteregger: (15/6/10/1):Am Ende ging sogar dem kernigen Kärtner die Puste aus. Nahm die fünfte Gelbe dankbar an. Erzielte sechs Tore in der Liga, gefährlicher ist in Europas besten Ligen kein anderer Verteidiger, das hatte er sich vorgenommen. Feierte das nicht, nur seinen Geburtstag, den aber ausgiebig. Es bleibt dabei: Er ist kein 08/15-Fußballer, lernt Ziehharmonika spielen und macht seinen Hubschrauberpilotenschein - weil er Bergdoktor im Fernsehen gesehen hat. Hält nebenbei auch die Frankfurter Abwehr zusammen, meistens jedenfalls. Kultkicker und „Bruno“-Preisträger.

Zweite Reihe bei Eintracht Frankfurt

Makoto Hasebe (13/0/10/0):Wird im Januar 36. Das sagt eine Menge über den Musterprofi. Trotzdem spürt auch er langsam, wie der Zahn der Zeit nagt. Ist nicht mehr der Souverän in der Dreierkette wie noch in der vergangenen Saison. Versteht aber weiterhin das Spiel wie kein Zweiter. Tut dem holprigen Spielaufbau gut, weiß, dass er sich als Führungsspieler in der aktuellen Krise mehr einbringen muss. Ist Landsmann Kamada ein verlässlicher Partner - auf und jenseits des Platzes

Sebastian Rode (13/2/7/0):Manchmal wünscht man ihm ein wenig mehr Abgeklärtheit - er muss doch nicht jeden Zweikampf führen als wäre es der letzte. Verletzt sich deshalb häufig, muss deshalb pausieren oder kommt nicht richtig in Tritt. Hinkt seiner überragenden Form aus der Vorsaison nach, ist gottfroh, nach dem Knorpelschaden im Mai überhaupt weiter Fußball spielen zu dürfen. Sollte auf den Kotau vor den Ultras verzichten, beschimpfen muss sich keiner lassen.

Kevin Trapp: (6/0/4/0):Hatte nicht viel Zeit, um zu glänzen, verletzte sich im Spiel bei Union Berlin nach einem Zusammenprall mit Hasebe schwer an der Schulter. Seit der folgenden OP auf Eis. Greift jetzt wieder neu an, ist auf den Platz zurückgekehrt. Sein Ziel ist der Rückrundenauftakt in Hoffenheim. Einer wie Trapp fehlt, eine Leitfigur, an der sich andere orientieren können. Wichtig als Einflussnehmer und Persönlichkeit in der Kabine.

Frederik Rönnow: (8/0/5/0):Überraschend souveräner Trapp-Vertreter, ruhig in seinen eigenen Aktionen, mit blitzschnellen Reflexen auf der Linie. Sternstunde: Die schlaflose Partie gegen Leverkusen, ein paar Stunden zuvor war er erstmals Vater geworden. Hat nachweisen können, dass man sich auch auf diesem Niveau auf ihn verlassen kann. Das ist, auch im Hinblick auf einen möglichen Vereinswechsel im Sommer, für ihn sehr wichtig. Trotzdem bleibt er der Pechvogel: Hat sich auf Schalke eine Sehne angerissen, fällt erst mal aus. Das wird ihm seinen Platz im Tor kosten. Die Verletzungsanfälligkeit ist sein großes Problem.

Zweite Reihe: Goncalo Paciencia (rechts). 

Daichi Kamada (16/0/12/3):Galt nach seiner Rückkehr aus Belgien als Wackelkandidat, war fast schon an den FC Genua verkauft, doch Trainer Hütter schaute noch mal genau hin. Gut so. Er ist der Kreativste im Mittelfeld, mit sehr guten Ansätzen. Ist aber noch nicht so weit, um ein Spiel konstant zu dominieren und zu bestimmen. Das gelang ihm nur in London, zwei Tore zum Sieg bei Arsenal. Enorm wichtig, sonst wäre die Europa-Reise schon vorbei gewesen. Müsste körperlich noch etwas zulegen und torgefährlicher werden, in der Bundesliga ohne Treffer. Das geht besser.

Goncalo Paciencia (16/7/12/3):Sieben Tore sind nicht schlecht für den Mann aus Porto, der gegen die Schatten der Büffelherde einen verdammt schweren Stand hat. Feiner Techniker, mutiger Elfmeterschütze, Frauentyp, nicht der schnellste, gewinnt aber schon mal ein Laufduell gegen Jerome Boateng. Bester aus der Portugal-Connection bestehend aus Silva und Dost

Hinterbänkler bei Eintracht Frankfurt

Bas Dost: (11/4/3/0):Der Hüne aus Deventer kann schon was, keine Frage. Dummerweise ist er seit September nicht richtig fit geworden. Zuletzt nervte die Leiste, ehe er nach Blitzheilung wieder auf dem Platz stand und eine komplette Englische Woche bestritt. Muss sich in einen besseren körperlichen Zustand bringen, nur dann kann er eine Hilfe sein. Im Vollbesitz seiner Kräfte als Zielspieler sicher eine wichtige Option, Toreschießen kann er sowieso, wie er bei seinem Debüt und im Pokal bewies.

David Abraham (8/1/8/1):Hat für immer seinen Platz in allen Bundesliga-Rückblicken sicher. Was hat den Mann aus der Pampa da nur geritten? Andererseits: Was stellt sich dieser Freiburger Trainer auch in den Weg des Kapitäns? Musste ja so kommen. Ansonsten hat der 33-Jährige auf seine alten Tage das Toreschießen entdeckt, zwei Tore im halben Jahr sind sensationell. Defensiv dagegen ein bisschen wackelig, immer mal wieder zwickt’s und zwackt’s. Außerhalb des Rasens weiterhin der freundlichste Wadenbeißer der Liga, wenn auch mit Heimweh nach Argentinien.

Danny da Costa (11/1/11/2):Ausgelaugt, ausgebrannt. Der schnelle Mann kommt nicht mehr richtig auf Touren, dreht scheinbar im Leerlauf. Kommt kaum noch durch. Nur drei Vorlagen, das hat er schon viel, viel besser gemacht. Aber die Gegner stellen sich besser auf den klugen Kopf ein. Immerhin mit einem lustigen Tor in der Euro League.

Evan Ndicka (8/0/4/1):Irgendwie zwischen Baum und Borke. Kein Stammspieler. Darf nur ran, wenn Hinteregger nicht kann oder anders gebraucht wird. Das ist schade, eigentlich verschenkt. Großes Talent, feine Technik, für einen 20-Jährigen enorm abgezockt. Traut sich mittlerweile auch ein bisschen mehr zu, sollte viel öfter spielen. Erzielte in Guimaraes das wichtige Siegtor. Einer für die Zukunft - wenn man ihn ließe.

Gelson Fernandes (9/0/9/0):Baute zum Ende der Runde rapide ab. Dann hilft auch kein Dirigieren mehr. Dabei zu Beginn der Saison noch als Stabilisator außerordentlich wichtig, rennt wie ein junger Hase durchs Mittelfeld, klaut Bälle, verliert Bälle, holt sie wieder., ein ewiger Kreislauf. Gibt sich größte Mühe, die Kugel über drei Meter zum eigen Mann zu passen. Brachte sich mit seiner Gelb-Roten Karte in Freiburg selbst aus dem Rhythmus. Wird es schwer haben.

Timothy Chandler (8/0/5/0):Der Frankfurter Bub blieb positiv, auch als er lange nicht mittun durfte. Wechselhafte Runde, mit Licht, aber mehr Schatten. Fand nicht seinen Rhythmus, was nach langer Verletzungspause und fehlender Spielpraxis auch normal ist. Dennoch ein verlässlicher Kämpfer und lustiger Typ, gilt in der Kabine als Spaßvogel und Stimmungskanone.

Blauer Brief für Spieler von Eintracht Frankfurt

Dominik Kohr (12/0/8/1):Mit einigen Vorschusslorbeeren aus Leverkusen gekommen, konnte die in ihn gesteckten Erwartungen aber nie erfüllen. Die Ablöse von zehn Millionen Euro liegt wie Blei auf seinen Schultern. Spielte am Anfang häufig, dann immer weniger, der Trainer entzog ihm das Vertrauen. Hard-Kohr, wie er genannt wird, rackert unerschrocken, spielerisch ist er aber zu limitiert. Auch schon mit zwei Platzverweisen. Das ist zu viel.

Felix Wiedwald (3/0/3/0):Hätte den Verein im Sommer eigentlich verlassen sollen, es fand sich aber kein Abnehmer. Hat dann doch mehr Spiele gemacht als gedacht, was an den Verletzungen der anderen lag. Verschuldete in zwei von drei Bundesligaspielen Gegentore: Gegen Wolfsburg lud er mit einem missglückten Abspiel Joao Victor zum Torerfolg ein und besiegelte letztlich die Niederlage. Und in Paderborn ließ er, mal wieder, einen zwar tückischen, aber dennoch haltbaren Distanzschuss einschlagen – der Anfang vom Ende. Hat nicht das Format für höchste Ansprüche.

André Silva (10/3/5/0):Soll Ronaldos Kronprinz sein, das hat er in Frankfurt gut verstecken können. Bisher ist sein Engagement ein einziges Missverständnis. Nach ordentlichem Beginn mit drei Toren baute die Milan-Leihgabe immer mehr ab, auch bedingt durch seine hartnäckigen Achillessehnenbeschwerden. Zuletzt völlig außer Tritt. In dieser Verfassung keine Hilfe. Wird sich merklich steigern müssen.

Djibril Sow (15/1/6/0):Auch der Vielspieler wird sich strecken müssen, obwohl er in Hütter einen gewichtigen Fürsprecher hat, der ihn auch dann aufstellte, als es nur noch die wenigsten verstanden. Der Trainer bescheinigt ihm „unglaubliches Potenzial“, hat er ganz gut verborgen. Ist fleißig und läuft viel, in der Rückwärtsbewegung gut, holt viele Bälle. Aber nach vorne ist das zu wenig Risiko und zu viel Alibi. Viele Quer- und Rückpässe, das sollte sich ändern, dazu ist seine Position als Verbindungsspieler zu wichtig. So bleiben zwei Szenen in Erinnerung: Seine perfekte Flanke auf Silva vor dem 2:0 im Spiel bei Union Berlin und sein Treffer gegen Bayern München. Ein bisschen wenig.

Blauer Brief: Mijat Gacinovic (unten). 

Almamy Touré (9/0/4/0):Wackelte der Winterpause entgegen, sein Bock auf Schalke kostete einen Punkt, auch gegen Köln tapste er von einer Verlegenheit in die nächste. Zum Abschluss in Paderborn gar nicht mehr aufgestellt. Er kann viel, ist ein feiner Fußballer, der spielerische Lösungen sucht. Aber die Leichtsinnsfehler und Unkonzentriertheiten nehmen überhand. Das muss er abstellen, wenn er die Möglichkeit auf Einsätze haben will.

Mijat Gacinovic (10/0/9/1):So viele Fleißkärtchen können gar nicht gedruckt werden, wie er verdient. Nur verpufft jedweder Einsatz im Nichts, weil er viel zu häufig falsch entscheidet, spielt ab, wenn er schießen sollte, dribbelt, wenn er abspielen sollte, steht verkehrt, verheddert sich, und wenn er mal durch ist, kommt Kung-Fu-Nübel. Es ist fast tragisch mit dem schmächtigen Kerl, aber es reicht einfach nicht - seine Position im offensiven Mittelfeld ist zu wichtig.

Erik Durm (6/0/3/0):Er ist und bleibt ein Rätsel. Gehörte zum Weltmeister-Kader, war viermal hintereinander mit Dortmund im Pokalfinale, spielte in England in der ersten Liga - das soll derselbe Erik Durm sein? Zögerlich, uninspiriert, wirkt gehemmt. Kaum Zug zum Tor, sollte Kostic links und da Costa rechts Beine machen, kommt aber selbst gar nicht in die Gänge. Ein, zwei gute Halbzeiten - das ist nicht viel. Hat noch vier Jahre Vertrag.

Zu viele Fehlstunden bei der SGE

Simon Falette (1/0/0/0):Jetzt darf der immer gut gelaunte Verteidiger sogar spielen. Kaum sind 30 Pflichtspiele absolviert, steht der dreifache Vater seinen Mann, und wie. Ist er gewohnt, von Null auf 100. War in der vergangenen Saison ähnlich, beim Spiel gegen Benfica. Ist eine respektable Leistung. Warum darf er eigentlich nicht öfter verteidigen? Viel schlechter ist er auch nicht. Lässt sich nie hängen, ist enorm wichtig fürs Binnenverhältnis. Und jetzt gibt der Kerl nach eineinhalb Jahren schon Interviews auf Deutsch. Chapeau, wie man in Guinea sagt.

Lucas Torro (3/0/4/1):Großer Pechvogel. Ist mit größten Erwartungen in die Runde gestartet, glaubte, dass dies seine Saison werde. Durfte auf der Ochsentour aktiv sein, erzielte, wie im Jahr zuvor, das erste internationale Tor. Dann war er raus, nicht schnell genug. Das hat ihn getroffen. Durfte in Schalke von Anfang an ran - und da riss das Innenband. Wurde operiert, will einen neuen Anlauf nehmen.

Dejan Joveljic (4/0/5/1):Stammt aus der selben Stadt wie Luka Jovic, heißt so ähnlich, ist aber kein Jovic. Eine einzige Szene ist im Gedächtnis geblieben: Wie er mit erhobener Faust seinen Treffer in der Euro League-Qualifikation gegen Tallin vor den Fans feierte. Sollte sein einziges Ausrufezeichen bleiben. Bekam gegen Leipzig seine Grenzen aufgezeigt, ist noch lange nicht so weit, dem Team helfen zu können. Ob er es je wird? Man wird Geduld brauchen müssen. Viel Geduld.

Jan Zimmermann (0/0/0/0):Vater der Kompanie. Hat für jeden ein offenes Ohr, spricht viel mit den Jungen und hilft den Neuen bei der Integration. Wichtiger Bezugspunkt und Freund von Frederik Rönnow. Guter Typ, kluger Kopf mit Charakter, Skatspieler. Macht nebenher schon seine Trainerscheine, wird der Eintracht nach der aktiven Karriere erhalten bleiben.

Jonathan de Guzman (1/0/2/1):Machte sogar ein Tor, ein hübsches gar, da war es noch schön warm und die Eintracht besiegte den kleinen FC Vaduz mit 1:0. Ach, waren das Zeiten... Seither weg vom Fenster, viele kleine Blessuren, kommt nicht auf die Beine. Wird den Verein wohl verlassen und es, wenn alles klappt, in den USA versuchen.

Marijan Cavar (0/0/0/0):Von Ex-Coach Niko Kovac als „sehr, sehr talentierter Spieler“ angekündigt. Nun ja. Mittlerweile nur noch Statist. Spielt gar keine Rolle, nicht ein einziges Mal auch nur im Kader, durfte zeitweise gar nicht mehr mittrainieren. Sollte sich schleunigst einen neuen Klub suchen, das macht hier keinen Sinn mehr.

Fehlte entschuldigt bei Eintracht Frankfurt

Marco Russ (0/0/1/0):Führte das Team gegen den FC Vaduz aufs Feld, dann riss die Achillessehne. Damit ist nicht zu spaßen. Plagt sich seitdem in der Reha. Wird schwierig werden, noch mal den Anschluss zu finden, der Hanauer ist schon 34. Sein Vertrag läuft aus. Würde gerne in irgendeiner Funktion bleiben, sollte zu machen sein.

Schulabbrecher bei der SGE

Ante Rebic (1/0/4/0): Fand es doof, als einziger aus der Büffelherde auf der alten Weide bleiben zu müssen. Provozierte seinen Abgang, ging zum AC Mailand, ein Klub mit großem Namen, aber sportlich allenfalls mittelmäßig. Schoss die Eintracht mit drei Toren in die zweite Pokalrunde, ging später in Straßburg demonstrativ spazieren. Nahm sich fürs Rückspiel viel vor, sah bald Rot und schnell auf der Piazza del Duomo den Dom. Ist nicht glücklich in Milan, gilt neuerdings wieder als Frankfurter Heilsbringer. Mal sehen.

Wie plant Eintracht Frankfurt die Winterpause?  Der Kader der Hessen wirkt irgendwie noch immer halbfertig. Gerade in der Abwehr und im Sturm besteht Handlungsbedarf. 

Zudem: Seit dem 5:1-Sieg gegen den FC Bayern läuft es bei Eintracht Frankfurt nicht mehr. Es schwebt der Bayern-Fluch in der Luft.

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