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Erst lief es nicht rund bei Eintracht Frankfurt, doch mittlerweile können die Spieler immer häufiger jubeln.
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Erst lief es nicht rund bei Eintracht Frankfurt, doch mittlerweile können die Spieler immer häufiger jubeln.

Eintracht-Spielerbewertung

Zwischenzeugnis für Eintracht Frankfurt: die Bilanz der SGE-Spieler

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  • Ingo Durstewitz
    Ingo Durstewitz
  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt

Vom Musterschüler über den Hinterbänkler bis hin zu den Abgemahnten: Die Profis von Eintracht Frankfurt in der Einzelkritik nach der Hinrunde.

Musterschüler bei Eintracht Frankfurt: Kevin Trapp und Filip Kostic stechen heraus

Filip Kostic (16 Bundesligaspiele/3 Tore/5 Europa-League-Spiele/0 Tore): Hat zu Saisonbeginn die Mannschaft von Eintracht Frankfurt tatsächlich im Stich gelassen, schwänzte die Partie in Bielefeld und wollte sich in die Ewige Stadt streiken. Kommt einem vor wie aus einer anderen Zeit. Die von Lazio Rom gebotenen zehn Millionen Euro sind für einen Spieler seiner Klasse eine lachhaft geringe Summe. Peanuts. Musste bleiben, schnell wieder in Gnaden aufgenommen – und voll rehabilitiert. Der Musterprofi marschiert auf seiner linken Seite wie eine Maschine, nicht zu stoppen, nimmt es auch mit zwei, drei Gegnern auf, kann immer noch mal zulegen. Wichtigster, wertvollster Spieler, nicht zu ersetzen, flankt mehr als alle anderen, jetzt sogar ab und zu flach. Will Trainer Oliver Glasner so. Grenzt an ein kleines Wunder, dass er noch in Frankfurt spielt. Auch in dieser Saison schon wieder eine Wucht: drei Treffer, insgesamt 13 Torbeteiligungen. Streik? War was?

Kevin Trapp (17/0/6/0): Kam schwer in die Saison, mit dem einen oder anderen Wackler und Fehler. Dann kam die Partie in München, dieser sensationelle 2:1-Erfolg, und hinterher schrieb die FR: „Kevin Trapp hat die Bayern bezwungen, ganz allein.“ Ist zwar nur die halbe Wahrheit, aber egal. 20 Schüsse wehrte er ab, zeigte die wahrscheinlich beste Leistung seiner gesamten Karriere, Weltklasse. Dabei war er davor kurzzeitig aus der Nationalelf ausgebootet worden. Seit diesem Tag in München im Oktober steht ein anderer Torwart in der Kiste, einer, der herausragend gut hält, ein Rückhalt und bombensicher ist. Wichtig, um große Ziele zu erreichen. Der hyper ehrgeizige Muskelmann, nebenbei Modedesigner, Unternehmer (Hafermilch) und Sprachgenie, ist nicht nur das Aushängeschild des Klubs, sondern auch in seinem Kerngeschäft eine Klasse für sich. In Hansis Auswahl längst wieder aufgenommen.

Evan Ndicka und Makoto Hasebe zeigen bei Eintracht Frankfurt ihre Stärke

Evan Ndicka (15/2/5/0): Was hat dieser Kerl für eine Entwicklung hinter sich! Und jetzt macht er auch noch den Kostic, neben all den anderen Dingen, die er so gut macht: verteidigen, nein: elegant verteidigen, selbst seine Blutgrätsche, die er gar nicht benötigt, sieht noch chic aus. Meist läuft er dem Gegner ohnehin den Ball ab. Köpfen kann er, Zweikampf kann er, gepflegt Fußball spielen kann er, Tore schießen, und was für wichtige, auch noch. Sensationell sein Kopfball zum 2:1-Siegtreffer gegen Union Berlin, da sprang er höher als CR7 selig. Und jetzt noch den Kostic, in Gladbach über links im Sprint, perfekt der Rückpass. Dabei ist er Innenverteidiger, 28 Millionen Euro schwer. Müsste einer allemal am Ende der Runde auf den Tisch des Hauses blättern, eher mehr – wenn nur Corona nicht wär‘.

Makoto Hasebe (9/0/5/0): Durfte anfangs nicht mehr mitspielen. Das versucht jeder Trainer mal, denn: Es muss ja irgendwann auch ohne den alten Hasen gehen, im Januar 38 Jahre jung. Geht es aber nicht. Der Japaner hebt die Mannschaft mit seiner Intelligenz, seinem spielerischen Niveau und seiner Antizipation auf ein anderes Level. Eine Augenweide ihm zuzuschauen, wie er mit den jungen Modellathleten mithalten und das Spiel prägen kann. Der Altmeister macht längst seine Trainerausbildung, wird aber seinen Vertrag im Frühjahr wahrscheinlich noch mal verlängern – bis 2027. Mindestens.

Zweite Reihe bei Eintracht Frankfurt: Djibril Sow und Daichi Kamada werden immer stärker

Djibril Sow (17/2/6/1): Es gibt offenbar und erstaunlicherweise zwei Djibril Sow. Einer ist zwar ein Läufer vor dem Herrn, aber schüchtern, traut sich wenig zu, spielt quer oder zurück, immer auf Sicherheit bedacht, der mit sich hadert und an sich selbst zweifelt. Der hat eingangs der Saison gespielt. Und es gibt einen Djibril Sow, der ist immer noch ein Läufer vor dem Herrn, aber mutig, der nach vorne spielt, dazwischen fegt, selbstbewusst ist, der Verantwortung übernimmt. Und der Tore schießt. Tore, unglaublich. Und dann auch noch wie Alex Meier mit der Innenseite. Dieser Sow spielt im Moment. Und dass die Eintracht so hoch fliegt, hat womöglich was mit dem zweiten Djibril Sow zu tun. Ganz bestimmt.

Daichi Kamada (16/1/6/3): Noch nicht ganz so prägend wie in der letzten Saison, aber trotzdem immer für das besondere Etwas gut. Kreativkopf, Ideengeber; Torschütze zum wichtigen Siegtor in Gladbach. Sein einziger Treffer in der Liga, international läuft es da mit drei Buden besser. Seine Geschmeidigkeit, seine kurzen Drehungen, ja seine Brillanz lassen einen immer wieder erstaunt zurück – genauso wie sein Hang zur Unkenntlichkeit. Manchmal gar nicht zu sehen, da schlurft er über den Platz, bis irgendwann das Spiel vorbei ist, und man fragt sich: Und wo war Kamada? Lustiger Kerl, sagt Trainer Oliver Glasner. Lacht oft über sich selbst. Kann auch nicht jeder.

Martin Hinteregger und Kristijan Jakic kämpfen mit Herz bei Eintracht Frankfurt

Martin Hinteregger (14/1/3/0): Ganz zum Schluss der Hinrunde im Stadion mit lauten „Hinti“-Sprechchören gefeiert, das gefällt ihm. Ist eine Wechselwirkung: Packte gegen Mainz mehrfach den Hammer aus, das gefällt den Fans. Vorher nicht immer auf der Höhe, wirkte über weite Strecken der Saison seltsam abwesend. Spielte aber auch mit kaputter Schulter, biss auf die Zähne, macht nicht jeder. Verlor zwischenzeitlich sogar seinen Stammplatz, holte ihn sich zurück. Ist immer noch besser als viele andere, selbst wenn er nicht in Topform ist. Immer gut, wenn er voll unter Adrenalin steht – so wie als Pilot im Hubschrauber. Bietet zu Weihnachten gar Rundflüge über Frankfurt an. Ist halt ein Unikum, der Lebemann aus Kärnten.

Kristijan Jakic (12/1/6/0): Kam als komplett unbeschriebenes Blatt von Dinamo Zagreb auf den letzten Drücker, aber eines mit Herz und einer Ante-Rebic-Attitüde. Brauchte null Anpassungszeit, ab der ersten Minute auf Betriebstemperatur. Genau der Spieler, der fehlte, nicklig, giftig, gallig, mit viel Leidenschaft unterwegs, quält den Gegner und liebt den Ball, weswegen er ihn nur ungern abgibt. Sollte er aber besser tun. Schießt mittlerweile sogar sehenswerte Tore.

Sebastian Rode und Jesper Lindström kommen bei Eintracht Frankfurt in Fahrt

Sebastian Rode (7/1/4/0): Der Kapitän fiel lange aus, eine unschöne Kniegeschichte, wieder mal der Knorpel. Die Gelenke sind beim Terrier aus Südhessen doch eh nicht mehr jungfräulich, sogar das böse Wort Karriereende spukte durch den Stadtwald. „Um mich muss sich keiner Sorgen machen“, entgegnete er nur. Ewig wird der gereifte Sympathikus nicht mehr spielen, aber so ein bisschen wäre ja noch ganz nett. Wird daher dosiert eingesetzt, das Knie soll geschont werden. Musste im letzten Spiel gegen Mainz dennoch von Beginn an ran, mit einer tadellosen Leistung, Traumpass zum Siegtor. Auch in seinen Kurzeinsätze zeigte er, welch Qualität er hat und wie wichtig er fürs Team ist – wenn das Knie nur hält. Daumen drücken.

Jesper Lindström (15/4/ 3/0): Eigentlich sollte der dünne Däne längst in Belgien spielen, in Truiden oder Kortrijk oder wohin die Eintracht ihre Leichtgewichte schickt - wenn es nach den ersten Eindrücken gegangen wäre. Viel zu schmächtig wirkte der 21-jährige Offensive, ohne Widerstandskraft im Stahlbad Bundesliga, er solle erst mal ein paar Butterbrote essen und Muskeln zulegen, hieß es. Anfangs ging es wirklich nicht mit ihm, aber dann: hier mal eine Vorlage, dort ein gelungenes Dribbling, dann sein erstes Tor gegen Freiburg, eine Befreiung. Inzwischen hat er vier Buden gemacht, mit seiner Schnelligkeit ist er enorm wertvoll, er hat unglaublich aufgeholt und ist jetzt eine feste Größe - nicht in Belgien, in der Bundesliga. Hätte keiner gedacht. Außer Philip Holzer. Vielleicht das größte Überraschungsbonbon der Hinrunde.

Rafael Borré und Tuta machen einen wichtigen Job bei Eintracht Frankfurt

Rafael Borré (17/4/6/1): Hatte keinen leichten Start, der kolumbianische Vielflieger, jettet für seine Nationalelf regelmäßig um die halbe Welt. Das schlaucht, das hinterlässt Spuren. Findet sich aber jetzt besser zurecht in der fremden Bundesliga, körperlich robuster, versteht das Spiel und das System. Weiß sich mittlerweile auch gegen die Abwehrkanten zu behaupten, obwohl er nur 1,74 Meter groß ist. Wird auch nicht mehr so oft in der Luft angespielt. Das ist vorteilhaft. Mit insgesamt fünf Toren, es hätten aber leicht noch mehr sein können, im Abschluss mit Luft nach oben. Klasse seine Uneigennützigkeit im Spiel gegen Mainz, als er Lindström zum Torerfolg verhalf – macht nicht jeder Mittelstürmer.

Tuta (9/2/5/0): Spielt bislang eine wankelmütige Halbserie, anfangs mit einigen bedenklichen Wacklern. Das ist bei so einem jungen Springsinsfeld nicht ungewöhnlich. Hat sich in den letzten Wochen merklich gefangen, teilweise sehr abgeklärt und sicher an der Seite von Zen-Master Hase B. Schoss selbst bereits zwei eminent wichtige Tore, gegen Leipzig mit der letzten Aktion, gegen Bayer war es die Initialzündung. Sah zuletzt Gelb-Rot, muss vorsichtiger beim Halten sein.

Hinterbänkler bei Eintracht Frankfurt: Timothy Chandler holt sich Platz zurück, Jens Petter Hauge stockt

Timothy Chandler (8/0/4/0): Zu Saisonbeginn außen vor, doch das schreckte Mister Eintracht nicht. Steckt nie auf, holte sich seinen Platz auf rechts zurück – liegt auch an der Schwäche der Konkurrenz. Mit soliden Leistungen, hinten stabil, spielt aber zu oft zurück. Sollte mal seine Einwurf-Taktik überdenken. Für die Hygiene im Team zuständig, wichtig als Integrationsfigur, immer gut drauf; Spaßvogel, verbreitet gute Laune, der Timmy.

Jens Petter Hauge (12/2/5/1): Kam ganz gut rein in die Saison, sofort mit Toren in Dortmund und Bielefeld. Dann aber stockte die Adaption an die Bundesliga, zu verspielt, dribbelt einfach wild drauf los, zerschellt dann gerne mal. Vom Trainer rausgenommen aus der Startelf und dem Schussfeld der Kritiker, selbst nach seinem Siegtor in Piräus vorerst wenig berücksichtigt, das schien zu helfen. Im Dezember wieder mit aufsteigender Form, mit weniger Ballverlusten, mehr Positionstreue, dann am Oberschenkel verletzt. Könnte noch was werden mit ihm, muss sich aber strecken, ist ja vorerst nur ausgeliehen.

Goncalo Paciencia und Almamy Touré keine Stammkräfte bei Eintracht Frankfurt

Goncalo Paciencia (7/2/4/2): Hat sich zum Spätzünder gemausert, Spezialist für Tore in letzter Sekunde. Das macht er gut. Kaltschnäuzig, nervenstark, gerne gegen Royal Antwerpen. Ist trotzdem keine Stammkraft, aber ein verlässlicher Joker. Mit ihm kommt meist ein anderes, frisches Element ins Spiel. Traumtor gegen Hoffenheim, weniger gut aus elf Metern gegen Bochum. Kann den Ball halten, hat die Technik und den Körper dafür, sonniges Gemüt.

Almamy Touré (7/0/3/1): Bringt beste Voraussetzungen für Bundesligafußball mit, ist schnell, technisch begabt, robust, aber auch ein Hallodri. Wollte seine Konzentrationsfähigkeit erhöhen, hat er gesagt, ist ihm nur manchmal gelungen. Schlurft zu häufig über den Rasen und schläft manchmal sogar dabei ein, auffällig als Hanns-Guck-in-die-Luft gegen die Hertha. Die Höchststrafe gab’s in Fürth: Ein- und wieder ausgewechselt. Immerhin Torschütze im Europacup gegen Piräus, zudem länger verletzt. Dürfte in der Rückserie weitere Bewährungschancen erhalten - wie jeder andere Rechtsverteidiger des Kaders auch.

Blauer Brief: Ragnar Ache und Erik Durm können noch nicht richtig bei Eintracht Frankfurt überzeugen

Ragnar Ache (9/0/0/0): Angeblich schnellster Frankfurter im Geradeauslauf, kann noch dazu hoch hüpfen, sind ja keine sonderlich schlechten Voraussetzungen, sollte man meinen. Aber: Mit Ball viel zu hektisch, oft ohne Übersicht, fußballerisch limitiert. Von Trainer Glasner meist in den Schlussminuten gebracht, als zusätzlicher Sturmtank. Der große Ertrag blieb bisher aus. Erstaunlich oft wirkt das von Außen unmotiviert, dürfte eher die Nervosität sein, die muss er dringend ablegen. Hat Rhythmus im Blut, immerhin, beweist er bei Tänzchen mit den toreschießenden Kollegen.

Erik Durm (7/0/2/1): Der Adi-Hütter-Abgang kostete ihn den Stammplatz - konnte unter Nachfolger Glasner nicht überzeugen. Meist bekamen die anderen den Vorzug, da Costa, Touré, Chandler, sogar Barkok, wieder da Costa, und noch mal Chandler. Nutzte seine Chancen zu Saisonbeginn nicht. Am Ende sogar teilweise auf die Tribüne beordert. Dennoch zwischenzeitlich mit einem auffälligen Akzent: Ließ sich die Mähne blondieren, nun ja.

Stefan Ilsanker und Aymen Barkok bei Eintracht Frankfurt meist nur Bankdrücker

Stefan Ilsanker (7/0/2/0): Übles Luftloch beim Saisonstart in Dortmund, sollte man nicht machen gegen einen wie Haaland. Zur Pause ausgewechselt und seitdem im Grunde nie mehr richtig wiedergekommen - mit einer Ausnahme: Topleistung beim Coup von München. Wird zwar regelmäßig vom Trainer als Abwehralternative gepriesen, spielt dann aber fast nie. Der Grund: Die Teamkollegen sind besser. Sein Vertrag läuft im Sommer aus und dürfte nicht verlängert werden, schon mal gar nicht zu den jetzigen, vergleichsweise hohen Bezügen.

Aymen Barkok (4/0/1/0): Anfänglicher Lieblingsschüler von Glasner, ständig gelobt in der Vorbereitung, machte aber nichts draus. Nur eine starke halbe Stunde gegen Leipzig, direkt danach ein Totalausfall in Piräus. Entwickelte sich zum regelmäßigen Tribünengast und Verkaufskandidaten für den Januar. Im Sommer läuft sein Vertrag ohnehin aus. Schade irgendwie, er kann es doch eigentlich, nur im Training halt, aber immerhin. Lässt den Coach mitunter verzweifeln.

Danny da Costa, Ajdin Hrustic und Sam Lammers suchen noch nach Platz im Team von Eintracht Frankfurt

Danny da Costa (7/0/2/0): Aus ihm wird man nicht recht schlau. Zu Saisonbeginn im Team, spielte aber nicht gut. Dann verschwand er wochenlang auf der Tribüne, nicht tauglich für den Kader. Dabei gibt auf seiner Position rechts hinten doch kaum Konkurrenz, die Kollegen Durm, Chandler, Barkok, Touré überzeugen nicht. Doch der junge Familienvater halt auch nicht. Wo ist er nur hin der dynamische, selbstbewusste, unermüdliche Dauerläufer aus seiner Highlight-Saison 2018/19? Irgendwie verschollen, gegen Leverkusen sah man ihn in Ansätzen. Kommt er wieder? Wäre ihm zu wünschen, dem klugen Danny.

Ajdin Hrustic (9/0/2/0): Sucht nach einem Platz im Team und nach der Form. Die ist irgendwie verschütt gegangen zwischen Australien, Corona-Erkrankung, Eintracht-Wechselspielen. Wird inzwischen oft im defensiven Mittelfeld eingesetzt, da spürt er die Verantwortung, sie erdrückt ihn fast. Oft zu zappelig, zu viele leichte Ballverluste. Das ist ärgerlich. Hat aber beste Anlagen, guter Standardschütze. Manchmal wirkt es, als spiele er mit angezogener Handbremse. Die müsste er lösen. Fast mit einem Traumtor gegen Mainz, gegen den Karnevalsverein trifft er gerne und schön, dieses Mal stand die Latte zu tief. Ist ein Streichkandidat im Transferwinter.

Sam Lammers (8/1/5/1): Bisher, man muss es so deutlich sagen, auch wenn er ein netter Kerl zu sein scheint, eine einzige Enttäuschung. Soll Ziel- oder Wandstürmer sein, einer, der die Bälle hält, bis die anderen nachrücken. Klappt gar nicht, weil er trotz Gardemaß kaum an den Ball kommt. Und wenn, verspringt ihm die Kugel. Hat große Anpassungsprobleme an die Liga, wirkt komplett überfordert, alles geht viel zu schnell. Je weniger Spielpraxis, desto mehr sinkt auch sein Selbstvertrauen. Steht selten da, wo ein Mittelstürmer stehen soll und muss. Trainer Glasner gibt ihn noch nicht auf, hält große Stücke auf ihn, verweist auf eine lange Verletzungshistorie und wenig Spiele in Bergamo. Sollte aber langsam in die Puschen kommen. Bisher ein Missverständnis. Ist eh nur ausgeliehen.

Vier Spieler haben zu viele Fehlstunden bei Eintracht Frankfurt

Christopher Lenz (6/0/0/0): Kein guter Start beim neuen Arbeitgeber. Nur sechsmal im Einsatz, dreimal eingewechselt. Die meiste Zeit in der Reha, eine Muskelverletzung ließ ihn ein Vierteljahr auf Eis liegen, zuletzt schon wieder unpässlich, die Wade. Und sonst so? Verlässlicher linker Verteidiger, ohne große Ausschläge nach oben oder unten. Aber eben ein Viererketten-Spieler – die ist aber eigentlich eingemottet. Guter Typ, umgänglich, wortgewandt, kann man auch vor die Kamera stellen.

Diant Ramaj (0/0/0/0): Torwarttalent im Wartestand, ist erst 20. Muss sich übers Training weiterbilden, soll spicken beim Nationalballfänger Trapp. Hat sich in der Kraftkammer schon fünf Kilo Muskelmasse antrainiert, heißt es. Darf immerhin die Ersatzbänke der Republik (und Europas) kennenlernen. Zudem: Ein Einsatz für Deutschlands U20, 0:0 in Portugal, damit ohne Gegentor in diesem Halbjahr. Kriegt nicht jeder hin.

Jens Grahl (0/0/0/0): Alter Kumpel von Vorstand Krösche aus Paderborner Tagen, auch deswegen seit Sommer die Nummer drei in Frankfurt. Trainingsbuddy vom Trapper, der Jenser. Ohne Chance auf Einsätze zwischen den Pfosten, fordert er auch überhaupt nicht ein. Stattdessen ab und an Co-Kommentator beim Eintracht-Radio. Auch nett.

Fabio Blanco (0/0/0/0) : Kein Einsatz für die Profis, nicht mal mittrainieren durfte er immer, trotzdem ein Politikum. Sollte in der Jugend zu Spielpraxis gelangen, wollte er irgendwann nicht mehr. Erstaunlich, dass er so gar keine Chance erhält, ist die rechte Seite doch eine voller Probleme. Einerseits. Andererseits aus Sicht von Trainer Glasner schlicht nicht reif genug für Profikicks, solch Einschätzung muss einem Fußballlehrer zugestanden werden. (Ingo Durstewitz, Thomas Klichenstein, Daniel Schmitt)

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