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Endlich wieder im Eintracht-Dress: Martin Hinteregger.

Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart

Eintracht Frankfurt zieht den Endspurt an

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Acht Spieltage vor dem Ende der Bundesliga-Saison kommt es auch auf Kleinigkeiten an.

Der formidable Verteidiger Martin Hinteregger, der dieser Tage mit einem eigenen Lied („Hinti Army Now“) geadelt wurde, ist gottfroh, seit Anfang dieser Woche wieder in seiner Wahlheimat Frankfurt zu sein. Denn dort kennt er das, was ihm zweimal hintereinander mit seinem Heimatland Österreich widerfahren ist, nur vom Hörensagen: Spiele zu verlieren. Seit Ende Januar verteidigt der 26-Jährige nun für die Eintracht, er kennt Siege und Unentschieden, aber nicht dieses schale Gefühl, wie jetzt mit Österreich gegen Polen (0:1) und Israel (2:4), in den saueren Apfel beißen zu müssen. Das soll auch am morgigen Sonntag kurz vor 20 Uhr so bleiben, wenn die Partie gegen den VfB Stuttgart vor ausverkauftem Hause beendet ist.

Langsam also geht es ans Eingemachte, acht Spieltage vor Schluss rückt die Entscheidung immer näher, kommt es auf Kleinigkeiten an. „Wir sind auf der Zielgeraden“, sagt Trainer Adi Hütter, „jetzt kommt der Endspurt.“ Die Ausgangslage der Frankfurter ist komfortabel, Platz fünf mit 46 Punkten und mit Tuchfühlung auf Platz drei, „aber“, schränkt der Fußballlehrer ein, „wir müssen schauen, was hinter uns los ist.“ Eine Schwächeperiode sollten sich die Hessen nicht leisten, jetzt, da die großen Ziele so sehr in greifbare Nähe gerückt sind.

Eintracht Frankfurt nimmt die Favoritenrolle an

Gegen den VfB Stuttgart, derzeit auf dem Relegationsplatz, sind die Frankfurter, das ist keine Frage, der Favorit. „Diese Rolle müssen wir annehmen“, findet Hütter, „wir haben das Selbstvertrauen und wir wollen den nächsten Sieg anpacken“. Außerdem spiele man vor den eigenen Fans. „Ich will eine Mannschaft auf dem Platz sehen, die uns alle begeistert“, fordert der Coach, der mit einem „guten Gefühl“ die jüngsten Trainingseinheiten verfolgt hat: „Alle waren sehr engagiert, bissig, leidenschaftlich und fokussiert.“ Er warnt aber auch davor, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. „Es ist gefährlich, wenn man glaubt, aufgrund der Tabellensituation läuft so ein Spiel von ganz alleine.“ Das Gegenteil sei der Fall: „Das wird kein einfaches Spiel.“ Zumal sich der VfB in den jüngsten Begegnungen sichtbar stabilisiert hätte.

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Timothy Chandler schuftet hart für sein Comeback

Was dem österreichischen Übungsleiter zuletzt nicht so gefallen hat, war die mangelhafte Chancenverwertung in den Spielen gegen Inter Mailand und 1. FC Nürnberg. Beide Partien wurden zwar gewonnen, jeweils 1:0, dennoch hatten die Frankfurter Tormöglichkeiten quasi am Fließband liegen gelassen. „Da müssen wir den Hebel ansetzen.“ Und natürlich, wie gewohnt, früh und aggressiv attackieren. „Wir müssen unserem Gegner wieder wehtun.“

Dennoch sieht Trainer Hütter, der bis auf den angeschlagenen Taleb Tawatha und den Rekonvaleszenten Timothy Chandler personell aus dem Vollen schöpfen kann, der Partie am Sonntag (18 Uhr) mit einiger Zuversicht entgegen. „Wir nehmen die Energie und die Kraft der letzten Wochen in diesen Endspurt mit.“

Einer, auf den es besonders ankommt, ist Luka Jovic, dessen Berater Fali Ramadani laut der spanischen Zeitung „AS“ dieser Tage in Madrid mit Real-Generaldirektor Jose Angel Sanchez auf dem Real-Trainingsgelände gesehen wurde. Dass es Begehrlichkeiten für den 21 Jahre alten „Topstürmer“ (Hütter) gibt, ist keine Frage. Erstaunlich ist, wie wenig sich der Serbe vom Ballyhoo ablenken lässt. „Wenn ich das Gefühl hätte,“ so Hütter, die Schlagzeilen und die astronomisch hohen Summen, würden Jovic belasten, „dann wäre ich längst auf ihn zugegangen“. Dieses Gefühl hat der Coach aber nicht. „Ich sehe, dass er jeden Tag mit unglaublich viel Freude und Spaß auf den Platz kommt. Er ist klar im Kopf.“

Eintracht Frankfurt wird Flagge zeigen

Unterdessen wird Eintracht Frankfurt am Sonntag Flagge zeigen - eine blaue mit elf gelben Sternen. Der Spielführer wird eine Kapitänsbinde mit Europa-Fahne tragen, um die Bedeutung der Union im Angesicht des Brexit und der Europawahlen am 26. Mai hervorzuheben. Wer das sein wird, ist noch offen. Der amtierende Kapitän David Abraham, ein Argentinier, fiel lange wegen Problemen an der Wade aus und ist erst in dieser Woche ins Training eingestiegen. „Er ist ein Thema“, sagt Hütter. Gelson Fernandes, ein Schweizer mit kapverdischen Wurzeln, oder Makoto Hasebe, ein Japaner, könnten ebenfalls europäisch vorangehen.

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