+
Stilsicher: Wolfgang Trapp, 1981 am Riederwald.

Promitipp Wolfgang Trapp

Image ist alles

  • schließen

Wolfgang Trapp fiebert noch ein bisschen mit.

Wolfgang Trapp, der 1980 Eintracht Frankfurt half, den Uefa-Pokal zu gewinnen, ist jetzt für den BVB tätig. „Aber nicht für Borussia Dortmund“, sagt der mittlerweile 61-Jährige und lacht dabei, er ist Verkaufsleiter für die gleichnamige Verlagsgesellschaft mit Sitz in Nordhorn, die sich in erster Linie um werbegetragene Publikationen für Städte, Gemeinden und Landkreise bemüht, also Imagekampagnen im großen Stil stemmt. Mit dem Dortmunder Fußballklub hat Trapp nichts mehr zu tun, nicht mal ein Tor hat er während seiner Laufbahn gegen die Schwarzen-Gelben geschossen, obwohl er oft gegen den BVB gespielt hat. Das mag an seiner Position gelegen haben, Trapp hat linker Verteidiger gespielt, und Ende der 70-er, Anfang der 80-er hatten Verteidiger in erster Linie zu verteidigen. 

Wolfgang Trapp hat 189 Bundesligaspiele auf dem Buckel und 109 Zweitligaspiele absolviert, er hat im Uefa-Pokal mitgewirkt, und sogar im ersten Finale gegen Borussia Mönchengladbach im Mai 1980 ein paar Minuten, zehn Minuten vor dem Ende war er für Harry Karger eingewechselt worden. Aber bei der Eintracht kam der gebürtige Hattersheimer nicht so zum Zug, wie er sich das gewünscht hätte. Im B-Jugendalter war der Linksfuß mit der Lockenpracht von Germania Okriftel an den Riederwald gekommen, damals spielten die Jugendmannschaften noch vorne auf dem roten Ascheplatz, der inzwischen längst verschwunden ist. Da, in der B-Jugend, traf er auf Ronald Borchers, dessen Karriere dann doch noch ein bisschen steiler nach oben ging. Über die Amateure kam Trapp zur ersten Mannschaft, in seinen vier Profijahren bei den Frankfurtern kam der sehr talentierte Techniker allerdings nur auf 50 Einsätze. Sein Problem hieß Willi Neuberger, hieß auch Bernd Nickel, hieß Bruno Pezzey - diese Eintracht-Ikonen spielten genau auf den Positionen, auf denen auch Trapp seine Stärken hatte, auf der linken Seite oder als Libero. 

Lesen Sie auch: Jan Zimmermann im Interview

Wolfgang Trapp ist dann weitergezogen, Lothar Buchmann hat ihn zum SV Darmstadt 98 geholt, dort war er sogar Kapitän, später dann zum Karlsruher SC (1985 bis 1991). Mit dem KSC ist er aus der zweiten Liga aufgestiegen, er hat unter dem Trainer-Original Winfried Schäfer sogar mal ein Tor gegen die Eintracht erzielt, 1989 war das, trotzdem gewannen die Frankfurter 3:1. Und Wolfgang Trapp, der jetzt in der Pfalz lebt, hat mit den Offenbacher Kickers die Eintracht geschlagen, damals 1983 spielte der OFC tatsächlich in der Bundesliga, mit 2:1 bezwangen die Kickers den Rivalen am Bieberer Berg. Trotzdem sagt er heute: „Ich hätte mehr aus meiner Karriere machen können.“ Zu oft sei er den „Weg des geringsten Widerstands“ gegangen, er war ein feiner Techniker, hatte einen guten linken Fuß, das Talent für weitaus mehr Spiele in der Bundesliga habe er gehabt, findet er. 

Nach seiner Laufbahn hat Trapp nebenher als Trainer gearbeitet, meist bei unterklassigen Klubs bis zur Verbandsliga, seit knapp drei Jahren hat er das aber auch aufgegeben. Ein Spielausschussvorsitzender hat ihm in die Aufstellung reden wollen, das mag kein Trainer, also ist er zurückgetreten. Seitdem spielt der Fußball nicht mehr die große Rolle, „man kann auch ohne Fußball leben, und es geht gar so nicht schlecht“, sagt Trapp, der einige Zeit in der Eintracht-Traditionsmannschaft kickte und dem Trainerstab angehörte - trotz einer künstlichen Hüfte und seit kurzem eines künstlichen Kniegelenks. Spätfolgen des Profitums. 

Auch wenn er nicht mehr so regelmäßig in den Stadien zu sehen ist, ist der Kontakt zur Eintracht nie abgerissen, mit Norbert Nachtweih, Ronny Borchers, Charly Körbel telefoniert er regelmäßig. „Es ist ja weiterhin mein Verein.“ Er verfolgt die Eintracht natürlich, er findet es nachgerade „sensationell gut“, wie sie momentan spielen. Er habe nicht gedacht, dass die Eintracht nach dem Gewinn des Pokalfinales noch mal eine Schippe würden draufpacken können. „Das ist alles kein Zufall, da wird sehr kontinuierlich gearbeitet.“ 

Eine Imagekampagne braucht sein früherer Klub derzeit nicht. Nicht mal vom BVB.

Sein Tipp: 3:1

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare