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Musste zurückrudern: Fredi Bobic.
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Musste zurückrudern: Fredi Bobic.

SGE

Eintracht Frankfurt: Hertha will Bobic zum Top-Verdiener machen - SGE verlangt hohe Ablöse

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt löst die brisante Angelegenheit um den eigen- und wechselwilligen Sportvorstand geräuschlos - zumindest fürs Erste.

  • Eintracht Frankfurt verweigert Fredi Bobic die Auflösung seines Vertrages.
  • Brisante Angelegenheit um den Sportvorstand der SGE verläuft geräuschlos.
  • Eintracht Frankfurt verlange Ablöse von Hertha BSC.

Frankfurt - Nach ein paar Stunden der Zusammenkunft in den Vip-Räumlichkeiten des Waldstadions waren am frühen Mittwochabend ein paar verrutschte Dinge dann doch wieder zurechtgerückt worden. Der auf dem Absprung befindliche Frankfurter Sportboss Fredi Bobic kam zumindest vor dem siebenköpfigen Aufsichtsrat der Eintracht, dem Ehrenvorsitzenden Wolfgang Steubing und den beiden Vorstandskollegen Axel Hellmann und Oliver Frankenbach nicht mehr auf die Idee, seinen avisierten Abgang im Sommer als ausgemachte Sache und alleinig von ihm zu bestimmend hinzustellen. Das hatte er erst kürzlich im TV-Studio mit mächtig Überzeugung in der Stimme getan. Nun musste der 49-Jährige in einer um 21.16 Uhr veröffentlichten Pressemitteilung des Klubs arg zurückrudern.

Eintracht Frankfurt: Vertrag von Bobic läuft bis 2023

Dort steht wortwörtlich: „Der Aufsichtsrat hat festgestellt und Fredi Bobic entsprechend darauf hingewiesen, dass sein Vorstandsvertrag ohne jede Kündigungs- oder Ausstiegsmöglichkeit noch bis 30. Juni 2023 läuft.“ Und weiter, sehr viel interessanter: „Fredi Bobic hat dies bestätigt und erklärt, dass er sich vertragskonform verhalten und dementsprechend seinen Vertrag einhalten wird.“ Davon ist trotzdem nicht auszugehen.

Klare Botschaft auch: Eine von Bobic erwähnte Absprache mit Ex-Aufsichtsratschef Steubing, wonach Bobic die Eintracht im Sommer zum Nulltarif verlassen könne, hat es so ganz offenkundig nicht gegeben. Das hat der im Sommer aus dem Amt geschiedene 71-Jährige am Mittwoch klargestellt. Pikant: Steubing und Bobic galten als Vertraute, Steubing hat den umstrittenen Manager zur Eintracht geholt und ihn stets gestützt. Diese Zeiten sind wohl erst einmal vorbei.

Eintracht Frankfurt und Fredi Bobic – eine Zukunft hat diese Liaison eher nicht mehr. Der Verein öffnet auch die Tür für potenzielle Interessenten, die den erfolgreichen Manager loseisen möchten. „Sollte ein Klub bei der Eintracht unmittelbar oder über Fredi Bobic mittelbar sein Interesse an einer vorzeitigen Anstellung von ihm bekunden, ist der Aufsichtsratsvorsitzende Philip Holzer gemäß einstimmigen Aufsichtsratsbeschlusses bevollmächtigt, im Interesse der Eintracht Verhandlungen über die Bedingungen einer vorzeitigen Auflösung des Vorstandsvertrages von Fredi Bobic zu führen“, heißt es in der Mitteilung. Übersetzt bedeutet das: Wer Bobic haben will und mit ihm einig ist, kann ihn haben, aber nur, wenn er dafür auch eine entsprechende Ausgleichszahlung leistet. Die wird üppig sein. Auch da hat sich die Eintracht mit ihrer kerzengeraden, kompromisslosen Linie durchgesetzt. Bobic wollte sich schließlich durch die Hintertür und für lau vom Acker machen.

Eintracht Frankfurt: Ablöse von Hertha BSC verlangt

Damit ist nun Hertha BSC am Zug, die Berliner werden sich in Bälde an den Konkurrenten aus Frankfurt wenden müssen, um ihr längst bekanntes Interesse an dem früheren Stürmer von Format nicht nur zu hinterlegen, sondern auch offiziell zu machen.

Für den Wechsel an exponierter Stelle strebt die Eintracht eine Entschädigungssumme in Höhe von fünf Millionen Euro an. Das ist zwar generell ungewöhnlich, weil Ausgleichszahlungen auf dieser hohen Funktionärsebene absolut unüblich sind, andererseits hat es ja auch noch nicht so viele Fälle gegeben, in denen ein Sportvorstand die Klubs innerhalb einer Liga tauscht. Ein Beispiel, das prominenteste obendrein, ist Christian Heidel, der einst von Mainz 05 zum FC Schalke 04 übergesiedelt ist. Ablösefrei. Das ist bei Bobic ausgeschlossen. Die Hertha, so hört man immer wieder, sei auch bereit, eine Zahlung in dieser Größenordnung zu leisten.

Interessant ist aber die generelle Bewertung des Berliner Interesses. Da gibt es durchaus widersprüchliche Meldungen. Während Fredi Bobic sich beharrlich weigert, auch nur den Namen Hertha BSC in den Mund zu nehmen, hat der Berliner Aufsichtsrat Jens Lehmann bestätigt, dass sich der Hauptstadtklub intensiv mit dem zweimaligen Manager des Jahres bestätigt. Die „Sportbild“ geht noch sehr viel weiter. Demnach habe sich der Sportchef mit seinem Ex-Klub bereits auf einen Vierjahresvertrag geeinigt, der ihm 3,2 Millionen Euro per annum bringen soll.

Damit würde er zum bestbezahlten Manager der Liga aufsteigen. Schlecht wäre das gewiss für den aktuellen Trainer Pal Dardai, der dann wieder ins Glied zurücktreten und seinen Platz räumen müsste. Die Mitspieler von einst sind lange nicht so dicke Freunde wie etwa Fredi Bobic und Axel Kruse. Der gute Kumpel hat im ARD-Inforadio jetzt gesagt: „Bei Fredi gab es auch immer Themen wie Amerika. Bis das passiert, dass Fredi zur Hertha kommt, da läuft noch eine ganze Menge Wasser die Spree herunter.“ Ein platziertes Täuschungsmanöver? Bei Fredi Bobic weiß man nie so genau.

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