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Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter (r.) demonstrierte am Tag vor dem wichtigsten Spiel in der Clubgeschichte seit 39 Jahren große Zuversicht.

Europa League

Eintracht Frankfurt will sich in London nicht verstecken

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Eintracht Frankfurt hat den Glauben an den Einzug in das Finale der Europa League nicht verloren - auch nach dem 1:6-Debakel gegen Bayer Leverkusen nicht. 

Dieser völlig verrückte Einzug des FC Liverpool ins Finale der Königsklasse war auf der Insel am Mittwoch natürlich das beherrschende Thema, und auch Adi Hütter ist am frühen Abend im Londoner Stadtteil Fulham nach diesem Husarenritt des Teams von Jürgen Klopp befragt worden. Dieses unfassbare 4:0 nach dem 0:3 im Hinspiel gegen den FC Barcelona habe ihn, den Eintracht-Trainer, aus einem Grund gefesselt: „Da sieht man, was es heißt, wenn man an etwas glaubt“, sagt der 49-Jährige und projiziert diese Einstellung auf seine Mannschaft, die heute Abend an der Stamford Bridge vor der schwierigen Aufgabe steht, im Halbfinalrückspiel beim FC Chelsea zu bestehen und den Einzug ins Finale der Europa League perfekt zu machen. „Wir können uns da etwas abschauen. Wenn man mit Mut, Herz, Willen und Leidenschaft spielt, ist alles möglich. Wir sind den Weg bis hierher gegangen, jetzt wollen wir ihn auch bis zum Ende gehen.“ Das Ende: Baku, 29. Mai, das Finale.

Ob der Eintracht-Trip tatsächlich erst in Aserbaidschan enden wird, ist nicht absehbar, die Chancen stehen nach dem 1:1 im Hinspiel nicht besonders gut. Nicht wegen des Resultats alleine, sondern weil der FC Chelsea eine Topmannschaft beisammen hat, die in der Premier League gerade den Einzug in die Champions League für die neue Spielzeit eingetütet hat. Trainer Hütter erwartet die Engländer denn auch mit „voller Kanone“. Und: Die Frankfurter sind ja tatsächlich noch ein wenig gebeutelt, weil sie erst noch diese herbe 1:6-Klatsche von Leverkusen aus den Kleidern schütteln musste. Hütter glaubt indes nicht, dass die „Klatsche“ die Mannschaft noch groß beschäftigen werde. „Das ist abgehakt. Ich bin 100 Prozent davon überzeugt, dass die Mannschaft ein anderes Gesicht zeigen wird.“ Die Möglichkeit, ins Endspiel einzuziehen, überlagere alles: „Da braucht keiner eine extra Motivation.“

Die Eintracht geht am Donnerstag (21 Uhr/live bei RTL und Dazn, die FR berichtet im Liveticker) als klarer Außenseiter in das zweite Halbfinale. „Wir brauchen ein überragendes, perfektes Spiel“, betonte Coach Hütter. „Wir können etwas Historisches schaffen, wir freuen uns, bei diesem Spektakel dabei zu sein. Das macht uns stolz.“ Der Österreicher weiß, dass vieles zusammenpassen muss, um das Unmögliche doch möglich zu machen. „Vielleicht gibt es ein Wunder an der Stamford Bridge.“

Eintracht-Coach Adi Hütter bestätigt: Haller ist dabei, Willems nicht

Der Trainer vergaß aber nicht darauf hinzuweisen, dass seine Mannschaft völlig zu Recht im Semifinale steht und noch immer eine intakte Möglichkeit hat, die große Sensation zu schaffen. „Man darf nie vergessen, wo wir herkommen“, sagt er und fragt rhetorisch: „Warum sind wir hier?“ Weil sein Ensemble stets eine tadellose Mentalität, Wagemut und fußballerische Klasse auf den Rasen geworfen hat. „Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen, wir haben einen super Wettbewerb gespielt.“ Chancenlos sei man auch gegen den großen Favoriten nicht. Allein die Atmosphäre und das Flair an der Stamford Bridge müssten seine Mannen beflügeln. „Die Jungs müssen das genießen, es ist ein tolles Gefühl, hier zu sein.“

Der Fußballlehrer wird vielleicht wieder auf Sebastien Haller setzen können, der zumindest als Joker eingesetzt werden könnte. „Er hat eine sehr gute Therapie hinter sich“, sagt Hütter über den lange Zeit so schmerzlich vermissten Mittelstürmer. „Er ist relativ schmerzfrei, es geht ihm gut, er könnte eventuell ein Thema sein.“

Auch Sebastian Rode, der Abräumer im Mittelfeld, der in Leverkusen angeschlagen ausfiel, sei einsatzbereit. „Er hat signalisiert, dass er fit ist.“ Der Einsatz von Vorkämpfer Rode könnte in dieser wichtigen Partie von entscheidender Bedeutung sein. Immerhin ist die Partie für die meisten Profis das – bisher – größte Spiel ihrer Karriere. „Nervenflattern haben wir deshalb aber nicht“, versichert Kapitän David Abraham.

Ganz entspannt wird auch Jetro Willems die Begegnung verfolgen können. Der Niederländer gehörte nicht zu den 21 Spielern, die sich gestern ins verregnete England aufgemacht haben. Nach der desaströsen und lustlosen Leistung in Leverkusen strich Hütter den 25-Jährigen aus dem Aufgebot. „Ich habe ihn aus rein sportlichen Gründen zu Hause gelassen“, sagt der Trainer knapp. Er hat ganz andere Sachen im Kopf, ein kleines Fußballwunder etwa.

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