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Trug bisher dreimal das Trikot des australischen Nationalteams: Ajdin Hrustic (rechts) im WM-Qualifikationsspiel gegen Nepal. afp

Mittelfeldspieler vom FC Groningen

Eintracht Frankfurt will Ajdin Hrustic: Ein Transfer mit wenig Risiko

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
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Mittelfeldspieler Ajdin Hrustic soll den Konkurrenzkampf auf der rechten Außenbahn von Eintracht Frankfurt beleben – das finanzielle Risiko scheint gering.

  • Eintracht Frankfurt zeigt Interesse an Spieler aus Groningen
  • Transfer könnte sich noch hinziehen
  • Hrustic ist auf dem rechten Flügel zuhause

Frankfurt - An prominenten Mitspielern mangelte es Ajdin Hrustic zeit seiner Kickerkarriere bisher nicht. Da wären die aktuellen deutschen Nationalspieler Leroy Sané und Thilo Kehrer, auch der ehemalige australische Fußballheld Tim Cahill, und nicht zuletzt natürlich Mister Hundertprozent, Arjen Robben. Allerlei fußballerische Qualität, die Ajdin Hrustic da bisher hautnah auf dem Rasen bestaunen durfte. Selbst steht der 24-jährige Mittelfeldspieler zurzeit beim FC Groningen in den Niederlanden unter Vertrag und könnte, so die Infos der FR, bald den Sprung in die Bundesliga zu Eintracht Frankfurt wagen. Der hessische Vorzeigefußballverein hat Interesse am Flügelspieler.

Eintracht Frankfurt: Hrustic ist australischer Nationalspieler

Hrustic wurde in Melbourne geboren und besitzt neben der australischen auch die bosnische Staatsbürgerschaft. Dreimal kam er bisher für die Socceroos in Länderspielen zu Kurzeinsätzen, sein Debüt feierte er im Juni 2017 während eines Testkicks gegen Brasilien (0:4). Nachdem die Eltern mit ihrem Sohn nach Europa zurückgekehrt waren, spielte der heranwachsende Hrustic anfangs bei Austria Wien, ehe er sich 2012 der Knappenschmiede von Schalke 04 anschloss. In der Saison 2012/13 holte er mit dem Nachwuchs der Königsblauen den Meistertitel in der U-17-Bundesliga West. Seine Mitspieler waren damals unter anderem der Neu-Münchner Sané und Paris-Verteidiger Kehrer, die auch heute noch gute Kumpels von Hrustic sind, sowie Darmstadt-Angreifer Felix Platte. In der A-Jugend, 2014, schloss sich Hrustic schließlich dem FC Groningen an. Dort schaffte er den Sprung zu den Profis.

66 Erstligaeinsätze in der Eredivisie stehen bisher für ihn in der Statistik, dabei erzielte er fünf Tore. Vergangene Saison waren es drei Treffer und drei Vorlagen in 25 Spielen - durchschnittliche Werte, die auf den ersten Blick nicht als Empfehlungsschreiben für den Sprung in die Bundesliga herhalten können. Dennoch soll die Eintracht in den Verhandlungen mit dem Spieler deutlich weiter sein als etwa der 1. FC Köln. Der Frankfurter Ligakonkurrent hat ebenfalls sein Interesse an einer Verpflichtung des rechten Mittelfeldspielers hinterlegt. Die Eintracht sieht noch eine Menge Entwicklungspotenzial im gerade erst 24 Jahre alt gewordenen Techniker, der nur noch bis kommenden Sommer in Groningen unter Vertrag steht. Weil der Marktwert des 1,83-Meter-Mannes zudem unter einer Million Euro liegt, wäre eine Anstellung kein allzu großes finanzielles Risiko für die Hessen.

Ein Kriterium, auf das sie bei der Eintracht in diesem komplizierten Corona-Transfersommer wahrlich achten müssen. Da bisher noch keine großen Transfersummen in die eigene Kasse gespült wurden, könnte sich eine Verpflichtung von Hrustic aber noch eine Weile hinziehen. Vertreten wird der mögliche Neuzugang, der einst mit dem deutschen Reality-TV-Sternchen Jessica Paszka („Bachelorette“) liiert war, bei den Verhandlungen von der Berateragentur Lian Sports, die auch die in Frankfurt bestens bekannten Profis Filip Kostic, Luka Jovic, Mijat Gacinovic und Ante Rebic zu ihren Klienten zählt.

Eintracht Frankfurt: Schwieriger Spagat für Adi Hütter

Grundsätzlich wünscht sich gerade Eintracht-Trainer Adi Hütter eine Verstärkung für die rechte Seite, einen dribbelstarken Mann, der in Konkurrenz zu den eher gradlinigen Typen Danny da Costa und Timothy Chandler treten kann. Hrustic ähnelt in der Spielweise seinem aktuellen Mitspieler in Groningen, dem Altmeister Arjen Robben – freilich auf einem ganz anderen, niedrigeren Niveau. Wie der frühere Bayernstar schlägt auch Hrustic gerne mit seinem starken linken Fuß von der rechten Bahn diverse Haken in die Mitte, um dort möglichst direkt zum Torabschluss zu kommen. Zudem gilt er als ordentlicher Standardschütze. Am Sonntag fehlte Hrustic beim Testspiel der Niederländer gegen Arminia Bielefeld - offiziell wegen einer Fußblessur. Der Australier wäre nach Steven Zuber (TSG Hoffenheim) und Ragnar Ache (Sparta Rotterdam) der dritte Neuzugang der Eintracht, für die es langsam ernst wird.

Am Samstag (15.30 Uhr) steht das erste Pflichtspiel der Saison an, im DFB-Pokal gegen 1860 München. Am Montag gab Trainer Hütter seiner Mannschaft noch einmal frei, ab Dienstag muss er den Spagat zwischen der Vorbereitung auf die Münchner Löwen und jener auf den Bundesligastart eine Woche später gegen Bielefeld managen. Keine ganz leicht Aufgabe, zumal einige Nationalspieler in Diensten der Frankfurter erst in den kommenden Tagen wieder zum Team stoßen werden.

Während der deutsche Nationalkeeper Kevin Trapp und der serbische Linksaußen Filip Kostic am Dienstag theoretisch wieder mittrainieren können, waren die Defensivleute Martin Hinteregger und Stefan Ilsanker Montagabend noch für Österreich gefordert. Stürmer André Silva mit Portugal, Ersatztorhüter Frederik Rönnow mit Dänemark und Abwehrmann Evan Ndicka mit der französischen U21 treten gar erst am Dienstagabend für ihre Nationen an. Sie werden daher wohl erst am Donnerstag wieder im Stadtwald trainieren.

Unterdessen gibt es Entwarnung bei Hinteregger, der sich im Länderspiel den Knöchel geprellt hatte. Der Verteidiger von Eintracht Frankfurt verschwendet keinen Gedanken daran, den Klub zu verlassen – vielmehr will er noch torgefährlicher werden.

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