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Transparente gegen den Mäzen gab es in der Frankfurter Kurve nur in den Anfangsjahren der TSG Hoffenheim in der Bundesliga.

Aktionen geplant

Eintracht Frankfurt: DFB-Pokal im Zeichen des Protestes

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Eintracht-Fans planen während des Pokalspiels gegen Werder Bremen Aktionen gegen den DFB.

Am Montagabend schalteten sich dann auch die Jungs von „Fußball 2000“ in die Debatte um den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp und die Transparente der Fans ein. Die Eintracht-Anhänger, die nach jeder Partie ihres Teams einen Video-Podcast produzieren, kündigten auf Twitter an, dass sie Menschen helfen möchten, „die wirklich Diskriminierung“ erfahren. Deshalb spenden sie 1300 Euro, die sie mit dem Verkauf von Pullovern mit der Aufschrift „Advent, Advent, die Kurve brennt“ eingenommen hatten, an die Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt.

Eintracht Frankfurt gegen Werder Bremen: Es wird Proteste geben

Ob die Eintracht-Fans in der Nordwestkurve beim Pokalspiel gegen Werder Bremen auch auf derart elegante Weise zum Ausdruck bringen, dass sie die Solidaritätsbekundungen mit Hopp für überzogen halten, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Im Stadion wird protestiert. Gegen Hopp und vor allem gegen die Wiedereinführung von Kollektivstrafen durch den DFB. Wie weit die Missfallenskundgebungen gehen werden, ob nach dreifacher Beleidigung in Sprechchören oder auf Transparenten gar ein Spielabbruch droht, ist offen. Niemand aus der Fanszene will sich öffentlich äußern.

Eintracht-Fans in der Vergangenheit zurückhaltend 

Die sportliche Bedeutung der Partie ist den Anhängern aber sehr bewusst. Insofern wäre es zumindest verwunderlich, wenn die Fans von vornherein einen Spielabbruch provozieren wollten und ausschließlich auf tumbe Beleidigungen setzen würden. Zumal die Rolle von Dietmar Hopp für die Frankfurter Fanszene zuletzt kein großes Thema mehr war. Transparente gegen den Mäzen gab es in der Frankfurter Kurve nur in den Anfangsjahren der TSG Hoffenheim in der Bundesliga. Kritische und auch derbe Plakate insbesondere gegen den DFB dürften heute aber zu sehen sein. Sollte der Schiedsrichter diese schon als Beleidigung werten – wie etwa beim Spiel von Union Berlin gegen Wolfsburg geschehen –, könnte es eng werden mit der Fortsetzung der Partie.

Keine Parallelen zum Rassismus 

Eintracht-Trainer Adi Hütter hat derweil eine klare Meinung zur aktuellen Diskussion. „Persönliche Beleidigungen haben auf dem Fußballplatz nichts zu suchen“, sagte er am Dienstag und ergänzte: „Ich erwarte von unseren Fans, dass sie uns zu 100 Prozent unterstützen.“

Unterdessen meldete sich die Arbeitsgemeinschaft Fananwälte zu Wort und kritisierte: Statt sich mit dem Kern der Proteste (den Kollektivstrafen) zu beschäftigen, stellten zahlreiche Fußball-Funktionäre einen Zusammenhang mit Rassismus her, „der im Fall der Banner gegen Dietmar Hopp einfach unangebracht sowie sachlich unzutreffend ist“.

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