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Tut der Eintracht gut: Dribbler Amin Younes.
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Tut der Eintracht gut: Dribbler Amin Younes.

Kurze Winterpause

Wende mit offenem Visier

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt hat sich überraschend noch in eine aussichtsreiche Position gebracht in der Bundesliga - das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Art Selbstfindung.

  • Eintracht Frankfurt hat im Januar ein sehr anspruchsvolles Programm zu absolvieren.
  • Trainer Adi Hütter spricht von einem guten Jahr.
  • Die Aussichten vor Teil zwei der Liga sind also aus Sicht von Eintracht Frankfurt eher rosig.

Ein angenehmer Nebeneffekt der sehr kurzen Winterpause aus Sicht der Profis ist ja, dass es dieses Mal keine schweißtreibende Vorbereitungszeit gibt. Ein, zwei Laktattests zu Beginn und weiter geht es im alltäglichen Trott. Das ist bei allen Klubs ähnlich, auch bei Eintracht Frankfurt, allerdings haben die Hessen „im Jänner“ (Trainer Adi Hütter) ein sehr anspruchsvolles Programm zu absolvieren mit gleich sieben Spielen binnen 28 Tagen. Denn die Frankfurter müssen ja das auf Wunsch von Bayer Leverkusen auf den 12. Januar verlegte Pokalspiel nachholen. Es geht also im neuen Jahr mit Vollgas weiter.

Eintracht Frankfurt sieht voller Entschlossenheit den neuen Aufgaben entgegen

Da trifft es sich, dass Eintracht Frankfurt mit einem guten Gefühl (und einem Sieg) das alte Jahr abgeschlossen hat und voller Entschlossenheit den neuen Aufgaben entgegensieht. Was die Frankfurter optimistisch dreinblicken lässt, ist die Tatsache, dass die Mannschaft und Trainer Hütter offenbar auf den letzten Metern endlich die richtige Balance gefunden haben und in die Spur zurückgekehrt scheinen. Die Suche nach der alten Spielidee – wuchtig, aggressiv, nach vorne ausgerichtet und das Ganze mit einer Spur Wildheit versehen – ist offenbar zu Ende, die Zeichen der Zeit sind erkannt worden. Die letzten Spiele, gegen Wolfsburg, Gladbach und Augsburg, haben gezeigt, dass das spielerische Element stärker zur Geltung kommen muss, selbst wenn die Partien nicht alle von Erfolg gekrönt waren. Aber die grundsätzliche Richtung stimmt.

Durch den Sieg im letzten Spiel des Jahres hat sich Eintracht Frankfurt wieder in eine Position gebracht, die auch das Erreichen der für internationale Aufgaben erforderlichen Plätze nicht komplett unmöglich macht. Ganze vier Zähler trennen die Hessen von Platz sechs, den aktuell die kecken Berliner aus Köpenick inne haben – vier Zähler, das ist nicht viel. Vor einiger Zeit ist dieses Ziel ja durch die vielen unnötig verschenkten Punkte etwas in die Ferne gerückt; hätten die Frankfurter allein die Begegnung gegen Gladbach über die letzte Minute gerettet, wären es jetzt nur zwei Punkte Rückstand.

Eintracht Frankfurt brauchte sich in den zurückliegenden 13 Partien vor keiner Mannschaft zu verstecken

17 Punkte nach 13 Spieltagen ist nicht schlecht, auch deshalb hat Hütter jüngst von „einem guten Jahr“ gesprochen. Dazu kommt, dass die Hinrunde noch gar nicht beendet ist, 21 Spiele stehen insgesamt noch an in dieser Saison, und da kann sich einiges zum Guten wenden. Und dass Eintracht Frankfurt in der Rückrunde stark einzubrechen pflegt, stimmt ja auch nicht mehr: In der vergangenen Runde holten die Frankfurter in der Hinserie 18 und in der Rückserie 27 Punkte, im Jahr davor in beiden Halbserien jeweils 27 Zähler und in der Saison 2017/18 sammelten sie in der Hinrunde 26 und in der Rückrunde 23 Punkte. Und da hatten die Hessen immer noch den Rucksack der Europa-League-Spiele zu schultern. Womöglich gibt ja die körperliche Frische im kommenden Jahr den Ausschlag, bisher allerdings hatten die fehlenden Reisestrapazen keine übermäßig positive Auswirkungen auf diese Saison.

Was zudem zuversichtlich stimmen mag: Eintracht Frankfurt brauchte sich in den zurückliegenden 13 Partien vor keiner Mannschaft zu verstecken, keiner hat die Frankfurter dominiert – bis auf den FC Bayern, der aber ohnehin in einer eigenen Liga spielt. Trainer Hütter ist nicht müde geworden in den letzten Monaten, dies herauszustellen: „Ich würde viel unruhiger schlafen, wenn wir nicht gut spielen würden, wenn uns die Gegner zerlegen, wir 0:3, 1:4 verlieren würden und keine Chance hätten.“ Das ist aber, mit der einen Ausnahme, nie der Fall gewesen.

Dass die Hessen dennoch lediglich drei Spiele gewonnen und achtmal Unentschieden gespielt haben, lag auch daran, dass teilweise beste Möglichkeiten – etwa Daichi Kamada in Köln, Aymen Barkok gegen Dortmund, Filip Kostic in Wolfsburg – nicht genutzt wurden und die Chance vergeben wurde, den Sack zuzumachen. Und natürlich an einer gewissen Anfälligkeit in der Defensive. Dass Kevin Trapp regelmäßig (zu) viele Gegentore (22) einstecken musste, war kein Zufall.

Die Ausrichtung bei Eintracht Frankfurt stimmt inzwischen

Insgesamt stimmt mittlerweile die Ausrichtung. Einige Spieler, mit denen man nicht unbedingt gerechnet hatte, haben einen Sprung nach vorne getan, Erik Durm zum Beispiel, Barkok hat sich stabilisiert, auch Djibril Sow hat seine Verzagtheit abgelegt und spielt auf einem sehr ordentlichen Level. So langsam schimmert bei ihm durch, warum sein Mentor Hütter so große Stücke auf ihn hält. Filip Kostic, der Dampfmacher auf dem Flügel, ist nach seiner Verletzungspause ebenfalls auf dem Weg zu alter Zielstrebigkeit. Und dass spielfreudige Typen wie Amin Younes dem Team gut tun, ist häufig genug beschrieben worden. Zwei, drei gute Fußballer mehr im Team machen diese Mannschaft beinahe um eine Klasse besser.

Die Aussichten vor Teil zwei der Liga sind also aus Frankfurter Sicht eher rosig. Dumm nur, dass es mit einem ziemlichen Brocken weitergeht: Am 2. Januar empfängt die Eintracht Bayer Leverkusen, unterm Bayer-Kreuz setzte es empfindliche Schlappen (1:6, 0:4). Das letzte Heimspiel indes gewann die Eintracht, 3:0.

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